TY - THES T1 - Land use change syndromes as a framework for integrating satellite observations into the assessment of dryland degradation A1 - Stellmes,Marion Y1 - 2011/05/05 N2 - Als direkte Reaktion auf Klimaveränderungen, Wasserverknappung und Übernutzung von natürlichen Ressourcen werden Landdegradation und Desertifikation in den Trockengebieten der Erde als eine der größten Bedrohungen für die globale Umwelt eingeschätzt. Um nachhaltige Landmanagementstrategien zu entwickeln, ist es notwendig, die oftmals sehr komplexen Landdegradationsprozesse vollständig zu verstehen. Dazu gehört neben dem Verständnis der Prozessdynamik auch die Identifizierung der zugrundeliegenden klimabedingten und anthropogenen Ursachen. Zudem ist es essentiell, betroffene und gefährdete Gebiete in ihrer räumlichen Ausdehnung und Struktur zu erfassen. Da die biologische Produktivität eines Ökosystems Rückschlüsse auf dessen Zustand zulässt, eignen sich fernerkundlich abgeleitete Vegetationsparameter, um großflächige Analysen durchzuführen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde ein Interpretationsrahmen entwickelt, der die vielfältigen anthropogen verursachten Umweltveränderungen mit ihren Ausprägungen (Symptome) typischen Ursache-Wirkungsmustern (Syndrome) zuordnet. Auf der Basis von temporal hochaufgelösten Erdbeobachtungsdaten des NOAA-AVHRR-Sensors, interpolierten Niederschlagsreihen und unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung wurden beispielhaft für Spanien großflächige Landbedeckungsveränderungen identifiziert und ihre Ursachen abgeleitet. Im Hinblick auf die häufig kleinräumigen Landschaftsstrukturen im mediterranen Raum hängt die Detektierbarkeit von Prozessen stark von der Beobachtungsskala ab, was anhand einer vergleichenden Untersuchung zweier Zeitreihen (NOAA AVHRR und Landsat-TM/-ETM+) quantifiziert wurde. Als dominante anthropogen verursachte Landnutzungsänderung auf großräumiger Maßsatb wurden detektiert: (i) die Zunahme an Biomasse in marginalen Gebieten aufgrund von Sukzessionsprozessen und Wiederaufforstungsmaßnahmen in aufgegebenen Gebieten („Landfluchtsyndrom“), (ii) die Intensivierung landwirtschaftlicher Nutzung in den fruchtbaren Agrargebieten, die auch eine weitere Ausweitung von Bewässerungsmaßnahmen beinhaltet („Übernutzungssyndrom“). (iii) der Trend zur Urbanisierung, insbesondere entlang der mediterranen Küstengebiete, in denen Tourismus eine zentrale Rolle einnimmt („Urbanisierungssyndrom“, „Massentourismussyndrom“). Obwohl keine großräumige „klassische“ Landdegradation (im Sinne reduzierter biologischer Produktivität) identifiziert wurde, zeigt eine Betrachtung der Ökosystemfunktionalität, dass die erfassten Änderungen gleichzeitig positive und negative Auswirkungen auf Ökosysteme besitzen können. Beispielsweise erhöhen Aufforstungsmaßnahmen zwar das Potential zur CO2-Sequestierung, gleichzeitig wird aber die Waldbrandgefahr gesteigert. Neben der Betrachtung der Veränderungen innerhalb eines Ökosystems ist es jedoch ebenso unabdingbar, die Wechselbeziehungen zu benachbarten Ökosystemen zu analysieren. Der in dieser Arbeit implementierte Syndrom-Ansatz kann wertvolle Informationen bereitstellen, die die Bewertung verschiedener Ökosystemfunktionen und die Entwicklung von Strategien zur nachhaltigen Landnutzung unterstützen können. KW - Fernerkundung KW - Trockengebiet KW - Monitoring KW - Degradation KW - Zeitreihe KW - Terrestrisches �kosystem KW - �kosystem CY - Trier PB - Universitätsbibliothek Trier AD - Universitätsring 15, 54296 Trier L2 - http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2011/645 ER -