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Buch (Monographie) zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:385-10319
URL: http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2017/1031/


Der Trienter Judenprozeß: Voraussetzungen - Abläufe - Auswirkungen (1475-1588)

The Trial of the Jews in Trent: Preconditions - Proceedings - Consequences (1475-1588)

Treue, Wolfgang

Originalveröffentlichung: (1996) Forschungen zur Geschichte der Juden, Abt. A: Abhandlungen, Band 4
pdf-Format:
Dokument 1.pdf (45.182 KB)

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SWD-Schlagwörter: Ritualmord , Trient , Juden , Antijudaismus , Judenverfolgung
Freie Schlagwörter (Englisch): Ritual murder , Trent (Italy) , Persecution , Anti-Semitism
Institut: Geschichte, mittlere und neuere
DDC-Sachgruppe: Geschichte Europas
Sonstige beteiligte Institution: Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden / Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte der Juden e.V. (GEGJ)
Dokumentart: Buch (Monographie)
ISBN: 3-7752-5611-3
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1996
Publikationsdatum: 26.06.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Die Ritualmordbeschuldigung ist eine von mehreren Anklagen, die in Westeuropa seit dem hohen Mittelalter immer wieder gegen Juden erhoben wurden. Da sie die am weitesten verbreitete unter ihnen war, wirkte sie in besonderem Maße prägend auf das Bild, das in der christlichen Mehrheit von der jüdischen Minderheit in Umlauf war. Der Trienter Fall spielt in diesem Kontext aus vielen Gründen eine herausgehobene Rolle. Die vorliegende Arbeit berücksichtigt alle wesentlichen Elemente des Prozesses, seine Entstehungsbedingungen sowie die Faktoren, die seinen Verlauf beeinflussten und seine weitreichenden Auswirkungen verursachten. Die Ursache für die große Resonanz des Prozesses liegt vor allem im Zusammentreffen der beiden sehr unterschiedlichen Entwicklungen der Judenfeindschaft im deutschen und im italienischen Raum. Die geographische und politische Lage des Fürstbistums Trient im Grenzgebiet zwischen venezianischem und habsburgischem, italienischem und deutschem Einflussbereich führte zu einer Reihe von einmaligen Umständen, die verantwortlich für den Verlauf des Prozesses selbst und auch für seinen ungeheuren Widerhall waren. Hinzu treten andere Faktoren im personellen und institutionellen Bereich und nicht zuletzt die Tatsache, daß mit dem Buchdruck ein völlig neues Medium der Verbreitung und Propaganda zur Verfügung stand, das hier erstmals in großem Umfang eingesetzt wurde. Im Rahmen der Rezeption des Prozesses spielte auch die Entstehung eines Märtyrerkultes für das angebliche Ritualmordopfer, den "seligen Simon von Trient", eine zwar begrenzte, aber keinesfalls zu vernachlässigende Rolle. Langfristig gesehen war es weniger der Kult, der die Bedeutung der Trienter Ereignisse ausmachte, als die Tatsache, daß die Geschichte Simons von Trient wegen ihrer großen Bekanntheit immer wieder als Bestätigung für die Existenz jüdischer Ritualmorde herangezogen wurde und als Vorbild für andere "Ritualmordmärtyrer" fungierte - bis ins 20. Jahrhundert hinein.
Kurzfassung auf Englisch: The ritual murder libel is one of the charges repeatedly raised against Jews in Latin Europe since the high middle ages. As the most widespread among them, it had a particularly high influence on the images current among the Christian majority concerning the Jewish minority. The case of Trent plays a prominent role in this context. The present study considers all the elements of the trial, its preconditons and the factors at work in its course and its aftermath. The wide echo the judicial proceedings found can be explained by the particular meeting of German and Italian traditions of anti-Jewish sentiment. The geographical and political setting of Trent at the crossroads of Venetian and Habsburgian, Italian and German influences, produced those unique conditions which caused and influenced the trial and were responsible for its enormous echo. Other factors, too, are here considered, be they personal or institutional, as well as the fact that the invention of printing hat provided a new means of communication and propaganda, which was first used on a large scale in connection with the trial. The trial's reception was also supported to some extent by the rising cult of the "blessed Simon of Trent". In the long run, however, it was above all the widespread knowledge of Simon's story, which was taken time and again as "proof" of the veracity of Jewish ritual murders and as a model for other "ritual murder martyrs" - with a lasting impact, down to the early twentieth century.

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