Suche   SiteMap
Home
A bis Z
BIB-KAT
Andere Bibliothekskataloge
Digitale Medien
Dokumentlieferung
Fachspezifische Informationen
Suchhilfen und Datenbanken
 
Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Buch (Monographie) zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:385-10329
URL: http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2017/1032/


Juden in einem Transit- und Brückenland: Studien zur Geschichte der Juden in Savoyen-Piemont bis zum Ende der Herrschaft Amadeus VIII.

Studies on the History of the Jews in Savoy-Piedmont until the End of the Reign of Amadé VIII

Bardelle, Thomas

Originalveröffentlichung: (1998) Forschungen zur Geschichte der Juden, Abt. A: Abhandlungen, Band 5
pdf-Format:
Dokument 1.pdf (27.142 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
SWD-Schlagwörter: Juden , Savoyen , Piemont , Mittelalter , Alpen
Freie Schlagwörter (Englisch): Jews , Savoy , Piedmont , Medieval period , Alps
Institut: Geschichte, mittlere und neuere
DDC-Sachgruppe: Geschichte Europas
Sonstige beteiligte Institution: Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden / Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte der Juden e.V. (GEGJ)
Dokumentart: Buch (Monographie)
ISBN: 3-7752-5614-8
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1998
Publikationsdatum: 26.06.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Die Untersuchung bietet eine erste intensive Aufarbeitung der Geschichte der Juden im westalpinen Transitland Savoyen-Piemont im Spätmittelalter. Das Territorium reichte über die im heutigen Sprachgebrauch bekannten Regionen Savoie und Haute-Savoie in Frankreich sowie Piemont in Italien hinaus. Die Grafschaft, die ab 1416 zum Herzogtum aufstieg, stellte damit nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht eine Transitlandschaft dar, sondern bildete auch sozial, kulturell und sprachlich eine Brücke zwischen dem französischen, italienischen und schweizerischen Gebiet. - Zuwanderungen von Juden nach Savoyen sind aus dem gesamten französischen Raum nachzuweisen; Weiterwanderungen jenseits der Alpen nach Piemont sind jedoch erst nach der Vereinigung der beiden Länder 1418 und nur sehr zögerlich erfolgt. Von landesherrlicher Seite wurde erst mit den Statuten Amadeus' VIII. in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts versucht, Einfluss auf das jüdische Leben im Herzogtum zu nehmen. Weitaus folgenträchtiger war die fiskalische Ausnutzung des landesherrlichen Judenregals. - In Chambéry und weiteren Städten entwickelten sich auch eigene innerjüdische Einrichtungen (Synagogen, Friedhöfe, Gerichte). Weiter reichende Organisationsformen gestalteten sich dagegen - abgesehen von informellen Kontakten - erst unter Einwirkung von Amadeus VIII., der sie jedoch auch zu seinen Gunsten auszunutzen versuchte. So erhielten einzelne Rabbiner die Funktion eines allgemeinen Vertreters der Judenschaft von Savoyen-Piemont. Diese Politik wie auch die Heterogenität der jüdischen Gemeinden bot Konfliktstoff, der sich in zahlreichen, ineinander verwickelten Auseinandersetzungen zwischen jüdischen Notabeln entlud. Verfolgungen von christlicher Seite blieben dagegen selten. Nur die Anklage der Brunnenvergiftung zur Zeit des Schwarzen Todes 1348 wurde von den Obrigkeiten gegenüber den Juden in Savoyen instrumentalisiert. Sie bildete damit ein Scharnier zwischen den Verfolgungen der Juden im Rhônetal und im schweizerisch-elsässischen Raum.
Kurzfassung auf Englisch: This study offers the first detailed account of the history of Jews in Savoy-Piedmont, a transit land of the western Alps region, during the later middle ages. The territory stretched far beyond today's French regions of Savoie, Haute-Savoie, and Piedmont in Italy. The county, which rose to the rank of a duchy from 1416, was not only a transit region in the economic sense but also a cultural bridge between the French, Italian, and Swiss border regions. - Jews from all over France immigrated to Savoy. However, migrations across the Alps to Piedmont only began slowly and after the two countries were united in 1418. The rulers did not intervene in the affairs of the Jewish communities until the time of Amadé VIII, who decreed a number of statutes during the first half of the fifteenth century. Amadé's policy of fiscal exploitation, however, had a more lastin impact. - Chambéry and other major towns saw the emergence of internal Jewish institutions (synagoguges, cemeteries, courts). A more far-reaching organisation was, however, only achieved under the influence of Amadé VIII, who also tried to exploit it. Individual rabbis were appointed as general spokesmen of the Jewry in Savoy-Piedmont. These policies, as well as the heterogeneous nature of the Jewish communities, led to conflicts that eruped in numerous, inter-related quarrels among the Jewish notables. Persecutions by Christians were not frequent. Only the charge of well-poisoning at the time of the Black Death 1348 was used by the local authorities. The persecutions in the region provided a crucial link between those of the Rhône valley and those in Switzerland and Alsace.

Home | Suchen | Veröffentlichen | Hilfe | Viewer