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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:385-11573
URL: http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2018/1157/


Qualität, Ansehen und Einfluss der Kunstgewerbeschule Pforzheim von 1877-1911/Kunstgewerbeausbildung zwischen industrieller Fertigung und künstlerischem Anspruch

Quality, reputation and influence of the Kunstgewerbeschule Pforzheim [School of Applied Arts] from 1877 to 1911/Training in the applied arts between industrial production and artistic standards

Roolf, Julia

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (50.605 KB)

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SWD-Schlagwörter: Kunsthandwerk , Ausbildung , Bildungsforschung , Schmuckwarenindustrie , Goldschmiedekunst , Pforzheim
Freie Schlagwörter (Deutsch): Kunstgewerbeschule , Kunstgewerbeausbildung , Institutionsgeschichte , Lehrmittelsammlung , Geschmacksbildung
Freie Schlagwörter (Englisch): School of Applied Arts , arts and crafts , history of institutions , educational research , jewellery industry
Institut: Kunstgeschichte
Fakultät: Fachbereich 3
DDC-Sachgruppe: Zeichnung, Kunsthandwerk
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Tacke, Andreas (Prof. Dr. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.11.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 08.08.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Die Kunstgewerbeschule Pforzheim nimmt innerhalb der Bildungsanstalten, die zur künstlerischen Förderung der Gewerbe im 19. Jahrhundert gegründet worden waren, eine Sonderstellung ein. Lehrplan und Ausbildungsgang orientierten sich vorrangig an den Bedürfnissen der in Pforzheim seit 1767 ansässigen Schmuckindustrie, die maßgeblich an der Gründung und Förderung der Kunstgewerbeschule beteiligt war. In der Dissertation werden die Rahmenbedingungen, die zur Gründung der Pforzheimer Kunstgewerbeschule im Jahr 1877 führten, sowie die Qualität und die Methoden der dort angebotenen künstlerisch-technischen Ausbildung unter Berücksichtigung zeitgenössischer Bildungsideale analysiert. Im Anschluss wird das Ansehen der Kunstgewerbeschule unter Zeitgenossen beurteilt sowie die Bedeutung dieser Institution für die Pforzheimer Schmuckindustrie herausgearbeitet. Der Betrachtungszeitraum erstreckt sich von 1877, dem Gründungsjahr der Kunstgewerbeschule, bis 1911, dem Todesjahr ihres ersten Direktors, Alfred Waag. Zeitgenössische Berichte und Archivmaterialien sowie der kontinuierlich erweiterte Lehrmittelbestand der Kunstgewerbeschule bilden die Grundlage für die Untersuchungen. Ein Großteil der Musterstücke, viele Bücher und Vorlagenwerke, die zur künstlerischen Ausbildung der Schüler angeschafft wurden, sind bis heute in Archiven und Museen erhalten und zeugen von der Qualität und der Fortschrittlichkeit der Ausbildungsstätte. Vor allem in den Bereichen Entwurf und Technik setzte man an der Kunstgewerbeschule Pforzheim Maßstäbe. Unter dem Einfluss der Schule entstanden Entwürfe für die lokale Schmuckindustrie, die speziell auf die serielle Fertigung zugeschnitten waren und damit beispielhaft für eine gelungene Allianz von Kunst, Technik und Wirtschaftlichkeit stehen. Die Zusammenarbeit der lokalen Schmuckhersteller mit Lehrern oder Absolventen der Kunstgewerbeschule ließ sich ebenso belegen wie die erfolgreiche Teilnahme verschiedener Schüler an überregionalen Wettbewerben für Schmuckentwürfe. Dank der quellengestützten Recherche konnten Beziehungen zwischen den als mustergültig empfundenen Vorbildern, der Entwurfsarbeit an der Schule und dem in Pforzheim industriell hergestellten Schmuck aufgezeigt werden. Der häufig geäußerte Vorwurf, Pforzheimer Firmen hätten vor allem fremde Schmuckentwürfe kopiert und durch maschinelle Fertigungstechniken billig produziert, verkennt den eigenen künstlerischen Anspruch einer Industrie, die zur ästhetisch-technischen Ausbildung ihrer Arbeiter und Lehrlinge eine Kunstgewerbeschule ins Leben rief, die bis heute unter dem Namen Hochschule Pforzheim - Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Recht Bestand hat.
Kurzfassung auf Englisch: The Kunstgewerbeschule Pforzheim occupies a unique position among the educational institutions that were founded in the 19th century to promote the arts and crafts. Curriculum and training courses were primarily geared to the needs of the jewellery industry based in Pforzheim since 1767, which played a major role in founding and promoting the school. This dissertation analyses the circumstances that led to the founding of the Kunstgewerbeschule Pforzheim in 1877, as well as the quality and methods of the artistic and technical education offered there, taking into account contemporary educational ideals. Subsequently, the author assesses the reputation of the Kunstgewerbeschule Pforzheim among contemporaries and outlines the importance of this institution for the local jewellery industry. The period considered extends from 1877, the founding year of the Kunstgewerbeschule Pforzheim, to 1911, the year of the death of its first director, Alfred Waag. The investigations are based on contemporary reports and archive resources as well as the continuously expanded collection of the school‘s teaching materials. A large part of the samples, many books and original works which were acquired for the artistic education of the pupils, are still preserved in archives and museums and testify to the quality and progressiveness of the institution. The Kunstgewerbeschule Pforzheim set standards, especially in the areas of design and technology. Under the influence of the school, designs for the local jewellery industry were created that were specially tailored to serial production and thus represent a successful alliance of art, technology and economy. Evidence for the cooperation of the local jewellery manufacturers with teachers or graduates of the Kunstgewerbeschule Pforzheim was found, as well as for the successful participation of various students in national jewellery design competitions. By means of source-based research, the dissertation points out relations between the designs perceived as exemplary, the design work at the school and the jewellery produced industrially in Pforzheim. The frequently voiced accusation that Pforzheim companies mainly copied foreign jewellery designs and produced them cheaply using mechanical production techniques misjudges the artistic claim of an industry that set up a school of applied arts for the aesthetic and technical training of its workers and apprentices which still exists today under the name of Hochschule Pforzheim with its faculties of Design, Engineering and Business.

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