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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:385-3571
URL: http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2006/357/


'Her Idoll Selfe': Shaping Identity in Early Modern Women's Self-Writings

'Her Idoll Selfe': Identitätsbildung in autobiographischen Schriften von Frauen in der frühen Neuzeit

Tancke, Ulrike

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Neuzeit / Geschichte 1450-1650 , Autobiographie , Schriftstellerin / Literaturproduktion , Frau / Identität , Identitätsentwicklung , Identitätsfin
Freie Schlagwörter (Englisch): early modern, autobiography, women's writing, identity, female identity formation
Institut: Anglistik
Fakultät: Fachbereich 2
DDC-Sachgruppe: Englische Literatur
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Müller-Wood, Anja (Prof. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.01.2006
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 13.03.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ziel der Arbeit ‘Her Idoll Selfe’? Shaping Identity in Early Modern Women’s Self-Writings besteht darin, neue Lesarten von bisher wenig rezipierten Werken frühneuzeitlicher Frauen aufzuzeigen. Ich betrachte eine Vielzahl von Texten, die entweder die Selbstkonstitution der Verfasserin explizit thematisieren, so in Autobiographien wie der von Lady Grace Mildmay und Martha Moulsworth, oder in denen die Beschäftigung mit dem Selbst indirekterer Natur ist, wie in der Ratgeberliteratur (mothers manuals) von Elizabeth Grymeston, Dorothy Leigh, Elizabeth Richardson oder der anonymen M. R. sowie in Lyrik, Dramen und religiöser Dichtung von Frauen.
Ich ordne die Texte in den Kontext frühneuzeitlicher Diskurse von Weiblichkeit und Subjektivität ein und gehe der Frage nach, inwiefern es Frauen in der frühen Neuzeit möglich war, ein Gefühl von Handlungsfähigkeit trotz ihrer kulturellen Marginalität zu empfinden. In diesem Sinne tragen meine Texte zu dem andauernden kritischen Prozess bei, die Epoche selbst zu dezentrieren. Gleichzeitig ziehe ich aktuelle Theoriebildung als methodologisches Werkzeug hinzu, das weitere Dimensionen der Texte eröffnen kann; gerade dort, wo die Texte Anknüpfungspunkte und Parallelen bieten, die eine theoretische Herangehensweise nahelegen. Umgekehrt können die Texte zeitgenössische poststrukturalistische und feministische Theorie auf interessante Weise beleuchten und als Testfelder für die aktuelle kritische Faszination dienen, die Fragmentation und Hybridität ausüben.
Nachdem ich den theoretischen und methodologischen Rahmen meiner Studie dargelegt habe, analysiere ich die Werke der Frauen in Bezug auf eine Matrix von paradigmatischen Dimensionen, dir ihre am häufigsten und auffälligsten wiederkehrenden Themen umfassen: die Vorstellung, das Selbst zu schreiben, Beziehungen zwischen dem Selbst und dem Anderen, Abgrenzungen von Privatheit und Öffentlichkeit, die notorische Beschäftigung der Frauen mit Ichverlust und Tod, sowie das wiederkehrende Thema des „golden meane“ (goldene Mitte). Dieses Motiv kann meines Erachtens den entscheidenden Schlüssel zur Selbstkonstitution frühneuzeitlicher Frauen bieten. Die Vorstellung eines instabilen „golden meane“ lässt sich mit parallelen zeitgenössischen Diskursen von Mäßigung und Balance verknüpfen, reinterpretiert sie aber auf eine Weise, die eine funktionierendes und innovatives Paradigma von Subjektivität darstellen kann. Anstatt ein Modell dezentrierter Subjektivität vorzustellen, legen frühneuzeitliche weibliche Darstellungen des Selbst den Schluss nahe, dass ein abschließender, aber umkämpfter Kompromiss eine umsetzbare Strategie darstellt, mit der es sich verantwortlich leben lässt.
Kurzfassung auf Englisch: The main aim of ‘Her Idoll Selfe’? Shaping Identity in Early Modern Women’s Self-Writings is to offer fresh readings of as yet little-read early modern women’s texts. I look at a variety of texts that are either explicitly concerned with the constitution of the writer’s self, such as the autobiographies by Lady Grace Mildmay and Martha Moulsworth, or in which the preoccupation with the self is of a more indirect nature, as in the mothers’ advice books by Elizabeth Grymeston, Dorothy Leigh, Elizabeth Richardson or the anonymous M. R., or even in women’s poetry, drama and religious verse.
I situate the texts in the context of early modern discourses of femininity and subjectivity to pursue the question in how far it was possible for early modern women to achieve a sense of agency in spite of their culturally marginal position. In that, my readings aim to contribute to the ongoing critical process of decentring the early modern period. At the same time, I draw on contemporary theory as a methodological tool that can open up further dimensions of the texts, especially in places where the texts provide clues and parallels that lend themselves to a theoretical approach. Conversely, the texts themselves shed interesting light on feminist and poststructuralist theory and can serve as testing grounds for the current critical fascination with fragmentation and hybridity.
Having outlined the theoretical and methodological framework of my study, I then analyse the women’s writings with reference to a matrix of paradigmatic dimensions that encompass their most prominently recurring themes: the notion of writing the self, relationships between self and other, demarcations of private and public, the women’s notorious preoccupation with self-loss and death, as well as the recurrent theme of the ‘golden meane’. I suggest that this motif can provide the vital cue to early modern women’s constitution of self. The idea of a precarious ‘golden meane’ links in with to parallel discourses of moderation and balance at the time, but reinterprets them in a manner that can present a workable and innovative paradigm of subjectivity. Instead of subscribing to a model of decentred selfhood, early modern women’s presentations of self suggest that a concluding but contested compromise is a workable strategy to achieve a form of selfhood that can responsibly be lived with.

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