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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:385-4398
URL: http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2007/439/


'Solche Männer erobern die Welt'. - Konstruktionen von Geschlecht und Ethnizität in den katholischen Missionen in Deutsch-Ostafrika, 1884-1918

'Such men conquer the world'. - Constructions of Gender and Ethnicity in the Catholic Missions in German East Africa, 1884-1918

Weidert, Michael

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (28.451 KB)

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SWD-Schlagwörter: Beschneidung , Deutsch-Ostafrika , Spiritaner , Benediktiner / Kongregation von Sankt Ottilien für Auswärtige Missionen , Weiße Väter , Mission
Freie Schlagwörter (Deutsch): Kulturbegriff , Opfertheologie , Männergeschichte
Freie Schlagwörter (Englisch): German East Africa, Catholic Missions
Institut: Geschichte, mittlere und neuere
Fakultät: Fachbereich 3
DDC-Sachgruppe: Geschichte Afrikas
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Gestrich, Andreas (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.01.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 23.10.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Diese Dissertation gliedert sich in zehn Kapitel. Nach einem einleitenden Kapitel stelle ich die historischen Rahmenbedingungen der Arbeit der katholischen Missionare in Deutsch-Ostafrika vor (ethnische und soziale Gliederung, wirtschaftliche Lage, Grundzüge der Verwaltung). Dieses Kapitel thematisiert zudem die Situation der in der Kolonie engagierten katholischen Missionsorden und ihrer Missionsmethoden.
Das dritte Kapitel untersucht die grundlegenden diskursiven Komponenten des missionarisch-männlichen Selbstverständnisses. Diese Diskurse kontrastieren meistens säkulare Diskurse. Sie bestehen einmal aus der missionarischen Adaption des katholischen Kulturdiskurses, dem christlichen Askesediskurs, modifizierten Rassediskursen, der ܓbernahme nationalistischer Paradigmen und den diskursiven Abgrenzungsversuchen gegenüber dem geschlechtlichen 'Anderen', repräsentiert durch die Missionsschwestern. Alle die hier untersuchten Diskurse werden in ihrer Entwicklung bestimmt durch eine Wechselwirkung zwischen heimatlichen Vorgaben und kolonialen Erfahrungen. Sie basieren auf einer dichotomischen Unterscheidung zwischen dem religiös, ethnisch und geschlechtlich kodierten 'Eigenen' und 'Anderen' und bilden die Grundlage des missionarischen Eigen- und Fremderlebens.
Der vierte Hauptteil der Arbeit untersucht Konstruktionen ethnischer und religiöser Alteritäten auf dem ostafrikanischen Missionsfeld. Zwei Hauptgruppen von Gegnern sind zu unterscheiden: die "Medizinmänner/ Zauberer" und die Vertreter des ostafrikanischen Islam.
Teil fünf untersucht die in den Quellen vorgestellten zentralen Methoden der missionarischen Verkündigungsarbeit. Es geht dabei besonders um die Versuche ein konfessionelles Eheideal in einer polygamen Gesellschaft zu verkünden. Zudem werden die Bedeutung der christlichen Caritas für die Konversion der OstafrikanerInnen und die Kinder- und Schulerziehung in den Blick genommen.
Das folgende sechste Kapitel behandelt die Frage nach den missionarischen Umwelten und ihrem Einfluss auf die Konstruktion missionarischer Männlichkeiten. Zum einen tritt der Missionar in den Quellen als Eroberer der ostafrikanischen Flora und Fauna auf. Andererseits wird er als ständig Reisender vorgestellt. Zudem zeigen sich in den Quellen diskursive Strategien der symbolischen und repräsentativen Setzung von Heimat (Berichte über die Umstände und Mühen bei Stationsgründungen und über liturgische Feiern).
Der siebte Teil der Dissertation untersucht die Wahrnehmung der sozialen Verfasstheiten der traditionellen ostafrikanischen Lebensräume. Wie wurden die OstafrikanerInnen von den Missionaren unter der Perspektive der Intelligenz, ihrer Bildungsfähigkeit und Arbeitsbereitschaft bewertet? Und was waren die Hauptkritikpunkte des missionarischen Moraldiskurses über die Indigenen in der ostafrikanischen Kolonie?
Teil acht der Arbeit versucht, die Rolle der eigenen als auch der geschlechtlich und ethnisch anderen Körper für die Konstruktion missionarischer Männlichkeit auszuloten. So soll geklärt werden, wie afrikanische Nacktheit bewertet wurde. Zudem werden traditionelle Körperperformanzen der OstafrikanerInnen wie Gesänge und Tänze im Hinblick auf die Wahrnehmung und Wertung durch die asketisch ausgerichteten Missionare untersucht. Ein dritter Teil dieses Kapitels widmet sich der Bedeutung der Körperhygiene für das missionarische Selbst und den Versuchen, diese Vorgaben auf die koloniale Umwelt zu übertragen. Die Kritik am indigenen Umgang mit dem eigenen Körper findet ihren Höhepunkt in der Beschreibung und moralischen Abwertung afrikanischer Sexualität im Umfeld traditioneller Beschneidungsriten.
Eine theoriegeleitete Schlussreflexion wirft einen Blick auf die den Formen missionarischer Männlichkeit zugrunde liegenden Machtkonzepte und ihre Bedeutung im kolonialen System. Dieser Abschnitt der Arbeit versucht eine Zusammenschau der bereits aus den vorhergehenden Kapiteln bekannten Fakten und Ergebnisse. Das letzte Kapitel bietet eine Zusammenfassung der Ergebnisse.
Kurzfassung auf Englisch: This doctoral thesis comprises ten chapters. After an introductory chapter it presents the conditions under which Catholic nmissionaries in German East Africa had to work in those days (ethnic and social structures, the state of the economy, main features of the administration). This chapter also depicts the situation of the Catholic missionary orders working in the colony and the methods of their missionary work.
The 3rd chapter investigates the basic discursive components of the male missionary identity, which mostly contrasts with secular discourses. They consist of the missionary adaption of the Catholic cultural discourse, the discours of Christian asceticism, modified race discourses, the adoption of nationalist paradigms and the male missionaries' discursive attempts at separating themselves from "the other sex" represented by the missionary sisters. The development of all discourses analyzed here was marked by the interaction between homeland guidelines and colonial experiences. They are based upon an dichtotomic differentiation between the religiously, ethnically and sexually encoded self and the other(s) and form the basis of missionary self-experience and the experience of the other(s).
The 4th principle part of the thesis examines constructions of ethnic and religious otherness in the field of East African missionary work. Two main groups of opponents can be discerned here: the witchdoctors or magicians and the representatives of East African Islam.
Part 5 investigates the essential methods of missionary preaching as presented in the sources. The main point are the attempts to preach a denominational marriage ideal to a polygamous society. Apart from this the importance of Christian charity for the conversion of East Africans and the teaching of children in and outside schools are looked at.
The ensuing chapter deals with the topic of the missionary environment and its influence upon the construction of missionary maleness. On the one hand the sources show us the missionary as the conqueror of East African flora and fauna. On the other hand he is presented as a continuous traveller. Moreover the sources reveal discursive strategies for a symbolic and representative establishing of home (reports of the conditions and hardships of the founding of missions and liturgical ceremonies).
Part 7 of the thesis analyzes the perception of the social conditions of traditional African spheres of living. How did the missionaries assess the intelligence, educability und readiness to work of East African natives? And what were the main points of criticism for the missionaries' moral discourse when looking at the people in the colony?
Part 8 is an attempt at assessing the role of the body - their own as well as that of the sexually and ethnically different - for the construction of missionary maleness. Thus it has to be explained how African nudity was seen. Moreover traditional body performances of East Africans like singing and dancing will be examined with regard to their perception and evaluation by the missionaries, who were striving for asceticism. The third part of this chapter deals with the importance of hygiene for the missionary self and the attempts at transferring these principles to the colonial environment. Criticism of the way the natives dealt with the body culminates in the description of traditional rites of circumcision and the depreciation of African sexuality involved here.
A theory-oriented conclusion casts a glance at the forms of missionary maleness and the underlying concepts of power as well as their importance within the colonial system. This part of the thesis tries to give a survey of the facts and results presented in the preceding chapters. The last chapter sums up the results.

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