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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:385-4879
URL: http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2008/487/


Der Platz des Publikums. Kunst und Öffentlichkeit im 18. Jahrhundert

The formation of the art public in eighteenth-century discourse

Kernbauer, Eva

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (7.458 KB)

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SWD-Schlagwörter: Kunst , Publikum , Aufklärung , Geschichte 1700-1800
Freie Schlagwörter (Deutsch): Institutionsgeschichte, Geschichte der Ästhetik
Freie Schlagwörter (Englisch): history of art institutions, history of aesthetics
Institut: Kunstgeschichte
Fakultät: Fachbereich 3
DDC-Sachgruppe: Künste, Bildende Kunst allgemein
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schmidt-Linsenhoff, Viktoria (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.08.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 04.09.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Im 18. Jahrhundert manifestierte sich ein grundlegendes Kennzeichen moderner Kunst: ihr Öffentlichkeitsanspruch. Dessen diskursiven Verdichtungen konkretisierten sich in der zeitgenössischen Kunsttheorie und -literatur, in der Kunstkritik, in Beschreibungen und bildlichen Darstellungen, und ebenso in vielfachen impliziten Strategien zur Adressierung bildender Kunst. In der Entstehung der Kunstausstellung, der Kunstkritik, dem Wandel des Patronagesystems und den damit verbundenen Kommunikationsstrategien bildender KünstlerInnen wird nicht nur eine historisch reale Figur beschrieben, sondern zugleich ein imaginäres Konstrukt entworfen: das Kunstpublikum.
Am Beispiel zweier bedeutender Kunstzentren des 18. Jahrhunderts, Paris und London, wird der Umgang mit dieser neuen Öffentlichkeit in der bildenden Kunst, Kunstliteratur und Ausstellungspraxis verfolgt. Tatsächlich ist die Anrede des „enlightened public“ oder „public éclairé“ allgegenwärtig, doch ist es oft schwierig, die Grenzen zwischen höflicher Leerformel, Euphemismus und Ironie richtig zu lesen. Das Sprechen über Öffentlichkeit ist nicht einfach eine Quelle für einen historisch-soziologischen Wandel, sondern stellt ein Symptom der zunehmenden Emphatisierung des Öffentlichkeitsbegriffs im Zuge der Aufklärung dar.
Dabei ist das ‚Publikum’ auch eine Konstruktion, die Leerstellen auffüllen muss, und der ihm zugewiesene Platz wechselt immer wieder. Die Formierung des Öffentlichkeitsbegriffs geschah nicht nur als Prozess der Öffnung, sondern auch der Abgrenzung. Ebenso bedeutend wie die positiven Formulierungen sind die negativen Zerrbilder des Publikums, die im 18. Jahrhunderts vielfach entwickelt werden. Am Beispiel zweier solcher Negativbilder, des „Connaisseurs“ und der „multitude“ werden die Verbindungen zur ästhetischen Theorie untersucht.
Traditionelle Öffentlichkeitstheorien hinterlassen noch weit in das 18. Jahrhundert hinein ihre Spuren. Dies führt zu Begrifflichkeiten, die nicht emanzipatorisch oder demokratisch geprägt sind und zu einem Verständnis von Öffentlichkeit, das nicht nur prinzipiell kritisch oder widerständig, subversiv oder oppositionell gedacht werden kann, sondern mit jeder Öffnung auch eine Schließung unternimmt. Das ‚Kunstpublikum’ entwickelt sich in einem konfliktreichen Prozess, in dem sich die Zugangsberechtigungen zur Institution Kunst immer wieder verändern und neu ausdifferenzieren.
Kurzfassung auf Englisch: The eighteenth century witnessed fundamental changes in the production and presentation of art. The public sphere was postulated as the main addressee and the decisive arbiter of aesthetic quality. An essential characteristic of the modern art system emerged: art’s claim to the public.
The concretization of the art public as a figure of discourse can be traced in several threads of discourse describing eighteenth-century conceptions and perceptions of the art public. Art collectors and commentators wrote about the emerging system of art exhibitions, artists depicted their struggle with the new anonymous public these exhibitions generated.

The concretization of the “public” as a figure of discourse in an analysis of eighteenth-century visual and textual culture is analyzed in two art centres that, especially in this period, presented themselves in opposition. The topographical paragone of England and France reflects not only problems immanent to the art system, but also essential differences in the interpretation of the terms “public sphere” and “art public”.

A discursive analysis of the term “art public” reveals a complex web of historical threads reaching back to the seventeenth century. Literary and performative models aimed at the description of early theatrical “publics” were transformed and adapted to describe the relationship between visual arts and its audience. The concept of an ideal art audience was often described indirectly via negative concepts such as “the connoisseur” or “the multitude”; in addition, older tropes, such as the “vecchiarella”-anecdote related by Bellori, the figure of ‘Apelles post tabulam’, and the dichotomy of ‘fame’ and ‘celebrity’ were pitted against each other and, especially, against the enlightened notion of the public sphere. The often-quoted ‘rise of the public sphere’ in the visual arts emerges as a concrete and vividly manifest discourse that not only illustrated but contributed to the institutional, economical and sociological changes.

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