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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:385-5112
URL: http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2009/511/


Die "geistige Gegenwart" bei Novalis

The "spiritual presence" by Novalis

Takahashi, Yu

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (1.675 KB)

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SWD-Schlagwörter: Novalis , Zeit <Motiv>
Freie Schlagwörter (Englisch): Novalis
Institut: Germanistik
Fakultät: Fachbereich 2
DDC-Sachgruppe: Deutsche Literatur
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Uerlings, Herbert (Prof.Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.09.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 04.02.2009
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Arbeit geht es um die Frage nach der Rolle der Zeit im Werk Friedrich von Hardenbergs (Novalis, 1772-1801). Sowohl die Zeitstruktur in der Dichtung als auch das Zeitbewusstsein in der Transzendentalphilosophie bei Novalis wurden in der Forschung mehrfach thematisiert. Eberhard Haufe (1957) und Peter Küpper (1959) analysierten die Zeitstruktur im Heinrich von Ofterdingen eingehend und kamen zu dem Schluss, dass die Entwicklung des Romaninhalts dem Stil und der Symbolhaftigkeit der Sprache unterworfen werden und dass damit die Zeit aufgehoben wird.
Manfred Frank (1972) analysierte das Zeitbewusstsein in den Fichte-Studien und legte dar, dass das Bewusstsein der Zeitlichkeit aus dem Gefühl eines unlösbaren „Mangels“ an Sein entstehe und dass deshalb die Freiheit des Ich nicht durch Aufhebung der Zeit, sondern in einer Synthese von Zeit und Ewigkeit in der Zeit realisiert werden sollte.
Während Frank den Ort der Dynamik des „Ordo inversus“ zwischen Subjekt und Objekt in der Zeit bestimmte, entwickelte Richard Warren Hannah (1981) die These, dass die Synthese von Ich und Du, Zeit und Raum, Vergangenheit und Zukunft in der Gegenwart liege und dass das Bewusstsein der Gegenwart der Ausgangspunkt der Dichtung bei Novalis wurde.
Durch die Arbeiten von John Neubauer (1978) und Gordon Birrell (1979) wurde die Aufhebung der Zeit im Ofterdingen zwar verleugnet und die Rolle der Zeit und der Gegenwart im Roman hervorgehoben, aber es fehlt in der Forschung m. E. noch ein roter Faden zwischen dem transzendentalphilosophischen Zeitbewusstsein und der Zeitstruktur in der Dichtung.
In seiner ersten Fragmentsammlung Blüthenstaub (1798) schreibt Novalis:

„Nichts ist poëtischer, als Erinnerung und Ahndung, oder Vorstellung der Zukunft. Die gewöhnliche Gegenwart verknüpft beyde durch Beschränkung – Es entsteht Contiguitaet, durch Erstarrung – Crystallisation. Es gibt aber eine geistige Gegenwart – die beyde durch Auflösung identificirt – und diese Mischung ist das Element, die Atmosphäre des Dichters. Nicht Geist ist Stoff.“ (II, 468, 123)

In dieser Arbeit wird erläutert, dass die Idee der „geistigen Gegenwart“ ein roter Faden ist, der Philosophie und Dichtung bei Novalis verbindet. Um zwischen Theorie und Dichtung eine Brücke zu schlagen, soll der Gedankengang von Novalis von den Fichte-Studien (1795/96) bis zum Heinrich von Ofterdingen (geschrieben um 1800) nachvollzogen werden.
Die vorliegende Arbeit geht davon aus, dass das Bewusstsein der Gegenwart als einer Synthese nicht nur die philosophischen Studien, sondern auch die Poetik und die Dichtung von Novalis durchgängig prägt. Es soll erläutert werden, wie er den Begriff der „geistigen Gegenwart“ begründete und wie er ihn auf seine Poetik und dichterische Praxis übertrug. Diese Arbeit stellt einen Versuch dar, den ganzen Gedankengang von Novalis als eine Suche nach Möglichkeiten einer sinnlichen Erfahrung der „geistigen Gegenwart“ darzustellen.
Kurzfassung auf Englisch: The theme of the paper is the thought of the German romantist Friedrich von Hardenberg (Novalis, 1772-1801). This paper focuses in especial his thought of time and presence. It concludes, that his idea of the "spiritual presence" penetlates all of his works from philosophical studies to the roman "Heinrich von Ofterdingen".

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