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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:385-5149
URL: http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2009/514/


Elfland Revisited: A Comparative Study of Late Twentieth Century Adaptations of Two Traditional Ballads

Elfland Revisited: A Comparative Study of Late Twentieth Century Adaptations of Two Traditional Ballads

Rueckkehr ins Elfenreich: Eine vergleichende Studie von zeitgenoessischen Adaptionen zweier traditioneller Balladen

Giebert, Stefanie

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SWD-Schlagwörter: Phantastischer Roman , Ballade , Elfe , Fee , Pratchett, Terry / The discworld series
Freie Schlagwörter (Deutsch): Diana Wynne Jones, Pamela Dean, Ellen Kushner, Patricia McKillip, Balladenadaption
Freie Schlagwörter (Englisch): Fantasy novel, ballad adaptation, Tam Lin, Thomas the Rhymer, fairy, elf
Institut: Anglistik
Fakultät: Fachbereich 2
DDC-Sachgruppe: Englische Literatur
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Breuer, Horst (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.06.2008
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 04.02.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Seit den frühen siebziger Jahren ist im anglo-amerikanischen Raum eine große Anzahl an Romanen erschienen, die alle auf einer bzw. zwei eng verwandten schottischen Feenballaden („Thomas the Rhymer“ und „Tam Lin“) basieren. Die vorliegende Arbeit untersucht eine Auswahl dieser Romane in vergleichender Perspektive. Der erste Teil beschäftigt sich mit Feenglauben und -literatur im Allgemeinen, während der zweite Teil der Analyse von zehn auf den Balladen basierenden Romanen gewidmet ist.
Da im Ausgangsmaterial Elemente keltischen Volksglaubens eine zentrale Rolle spielen, untersucht das erste Kapitel die Grundlagen und möglichen Ursprünge des keltischen Feenglaubens. Um neben einer Einführung in die volkskundlichen Grundlagen auch eine Verankerung der Arbeit in aktuellen literaturwissenschaftlichen Theorien zu gewährleisten, gibt das zweite Kapitel einen Überblick über Theorien der phantastischen Literatur. Vorgestellt werden strukturalistische und funktionale Ansätze, die sich chronologisch von J.R.R. Tolkien (1948) über Tzvetan Todorov (1970) bis hin zu Farah Mendlesohn (2005) bewegen.
Um die Bearbeitungen der frühmodernen Balladen literaturgeschichtlich einzuordnen, zeichnet das nächste Kapitel die Geschichte der literarischen Bearbeitungen des Elfenstoffes in der Literatur vom Mittelalter bis ins späte 20. Jahrhundert nach, mit Schwerpunkt auf englischsprachigen Werken. Von im Mittelalter noch stark vom Volksglauben beeinflussten, moralisch ambivalenten Figuren entwickeln sich die Elfen seit dem 16. Jahrhundert zu satirisierten, miniaturisierten und verniedlichten Gestalten; die Fantasyromane des späten 20. Jahrhunderts scheinen jedoch wieder zu stärker bedrohlichen Elfen zurück zu finden. Das nächste Kapitel widmet sich der Darstellung des Ausgangsmaterials, der zwei Balladen, die als Nr. 37 bzw. 39 in der Balladensammlung von Francis James Child zu finden sind. Erläutert werden die Entstehungsgeschichte der traditionellen Ballade (traditional ballad) im Allgemeinen und von Child Nr. 37 und 39 im Besonderen, sowie Varianten, Symbolik und Besonderheiten der zwei Balladen.
Die anschließenden Analysekapitel beschäftigen sich jeweils schwerpunktmäßig mit einer Balladenadaption in Romanform:
- Dahlov Ipcar: The Queen of Spells (1973)
- Elizabeth Marie Pope: The Perilous Gard (1974)
- Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock (1984)
- Ellen Kushner: Thomas the Rhymer (1990)
- Pamela Dean: Tam Lin (1991)
- Terry Pratchett: Lords and Ladies (1992) und The Wee Free Men (2003)
- Patricia McKillip: Winter Rose (1996)
Alle Analysekapitel sind ähnlich strukturiert: Nach kurzer Vorstellung des Autors folgt eine Zusammenfassung der Romanhandlung. Da alle Romane mehr oder weniger stark intertextuell sind, werden daraufhin Einflüsse und intertextuelle Anspielungen untersucht. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verarbeitung der zwei Child-Balladen. Da nahezu alle untersuchten Romane ähnliche Hauptcharaktere aufweisen (junges Mädchen, junger Mann, Elfenkönigin) untersuchen die Analysekapitel diese Figurenkonstellation sowie die hier verarbeiteten folkloristischen Einflüsse.
Trotz der großen zeitlichen und geographischen Bandbreite der Schauplätze sind sich die Romane erstaunlich ähnlich, vor allem in der Darstellung ihrer Hauptfiguren. Die weibliche Heldin ist meist jung, eigenwillig und unterscheidet sich oft durch eine negative Charaktereigenschaft oder Umweltbedingung von ihren Altersgenossinnen. Nahezu alle Romane werden aus der Perspektive der weiblichen Hauptfigur erzählt. Dies führt dazu, dass die männliche Hauptfigur weniger zentral und oft durch eine gewisse Passivität gekennzeichnet ist. Infolgedessen ist die zweite aktive Figur der Konstellation ebenfalls eine Frau – die Elfenkönigin. Auch in ihrer Darstellung lassen sich in allen Romanen große Gemeinsamkeiten finden: Sie ist attraktiv und grausam, kühl und oft überheblich. Insgesamt werden die Elfen in den Romanen deutlich unsympathisch geschildert. Sie sind eine Spezies schöner, (fast) unsterblicher, oft übernatürlich intelligenter und mit magischen Fähigkeiten begabter Wesen, doch sind sie auch kalt, grausam und vollkommen fremdartig und unverständlich für die Menschen. Ein möglicher Grund für die negative Darstellung der Elfen scheint didaktischer Art zu sein, da die Botschaft aller Adaptionen an die Leser lauten könnte: „Akzeptiere deine Unvollkommenheit und lass dich nicht von vermeintlich überlegenen Gegnern einschüchtern – auch sie haben Schwächen“. Auch in Richtung Gender-Diskurs scheinen viele der Autoren eine Aussage machen zu wollen. Sie zeichnen ihre Heldinnen als ‚starke Mädchen’, die in einer Umkehrung des ‚damsel in distress’-Schemas einen Mann aus der Gefangenschaft der Elfen retten. Als feministisch kann man die Adaptionen jedoch nicht bezeichnen, da sie hierzu eher zu konservativ sind, was sich vor allem darin zeigt, dass die einzige Frau im Roman, die wirklich über Macht verfügt – nämlich die Elfenkönigin – am Ende die Verliererin ist.
Kurzfassung auf Englisch: Readers of fantasy have – for example in online discussion boards or book-lists – variously commented on the fact that a number of fantasy novels written from the 1970s to the present day share a common source of material: the two traditional Scottish ballads “Thomas the Rhymer” and “Tam Lin”. This study traces the influence of the two ballads on ten contemporary fantasy novels by British and North American authors, paying special attention to the folkloristic background of the portrayal of fairies both in the ballads and in the novels. It thereby joins several research areas that have seldom been treated comprehensively in this combination as yet – ballad studies, folkloristic studies on fairies and literary criticism. The novels examined are all more or less densely intertextual, using many more sources of inspiration than merely the two ballads mentioned above. In order to do justice to the wealth of literary allusions and folkloristic material found in the retellings, several chapters of a more general nature prepare the ground for the analyses of the novels.
The point of view of the first chapter is largely folkloristic and ethnological. Fairies are a phenomenon that passed from popular belief into literature and therefore both folk theories and scientific views about fairies and their appearance, behaviour and origins are discussed, including linguistic, historical, theological, ecological and medical aspects. The next chapter concentrates on literary criticism, giving an introduction to the most important theories and terminology used in the ensuing chapters. Starting with Tzvetan Todorov’s seminal work from 1970, a considerable body of ‘fantasy theory’ has been published in recent decades, which is helpful for the examination of the particular brand of fantasy fiction that forms the focus of attention of this study. Both structural and functional approaches are included. Chapter three outlines the literary history of the fairy on the British Isles (sometimes widening the focus to the whole of Europe or to the USA) from roughly the Middle Ages to the end of the 20th century, presenting certain trends and fashions in the portrayal of fairies (from ambiguous medieval fairies over cute Victorian ones and back to darker fairies at the end of the 20th century), illustrating them by example of selected literary works. While chapter three presents the development of all sorts of fairy stories, highlighting now and then predecessors and descendants of the Tam Lin/Thomas the Rhymer-story, chapter four traces the origin of the actual source material of the adaptations – the ballads as they can be found in the collection assembled by Francis James Child. They are examined in their context as Scottish border ballads of uncertain age, composed by unknown authors in an environment open to superstitions of all kinds. Special attention is paid to the characteristics which may have made these two ballads especially attractive for 20th century retellings. The remaining part of this study is concerned with the retellings themselves. Ten novels were chosen out of a larger corpus of novels, short-stories, and picture-books which all narrate the history of Tam Lin and/or Thomas the Rhymer in one form or another. Eight of them are examined in detail, and two of them are treated more briefly but nevertheless included in the final discussion for purposes of comparison. The analysis-chapters themselves are arranged in chronological order of the novels’ publication. They all have roughly the same structure: To start with, a short biography of the author is presented, followed by a summary of the novel. The next section investigates intertextual influences. After that, the rest of the chapter is mostly dedicated to a detailed analysis of the character constellation, consisting (with exceptions) of the girl-hero, the young man captured by the queen of fairies and finally the fairies themselves. Special emphasis lies on a comparative analysis of the descriptions of fairies and Fairyland. The final chapter points out differences and resemblances between the retellings and offers several hypotheses for the appearance of striking resemblances, especially where those cannot be sufficiently explained by the fact that the authors have used the same ballad source-texts. The study analyses the descriptions of the elves and Elfland and the human protagonists, comparing them with each other and to possible models and sources from folklore and literature, thereby proving how strongly modern fantasy authors can be indebted to literary and, in this case, also folkloristic tradition.

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