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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:385-5926
URL: http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2010/592/


Kontrollüberzeugungen und kognitive Leistungsfähigkeit bei alkoholabhängigen Patienten – Veränderungen während stationärer Therapie und ein Jahr danach

Locus of control and cognitive efficiency in alcohol dependent patients - changes during intreatment and one year after.

Zingg, Christina

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (3.113 KB)

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SWD-Schlagwörter: Alkoholismus , Intelligenzleistung , Fragebogen zu Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen , IPC-Fragebogen zu Kontrollüberzeugungen , Persönlichke
Freie Schlagwörter (Deutsch): Kontrollüberzeugungen, Suchtverlangen, Behandlungsmotivation, Therapieergebnis, Rückfall
Freie Schlagwörter (Englisch): Locus of control, craving, therapy outcome, relapse
Institut: Psychologie
Fakultät: Fachbereich 1
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Krampen, Günter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.07.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 11.10.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Theoretischer Hintergrund der vorliegenden Arbeit bildet das Persönlichkeitskonstrukt der Kontrollüberzeugungen (locus of control). Es wurde im Rahmen der sozialen Lerntheorie von Rotter (1954, 1966) entwickelt und beinhaltet generalisierte Handlungs-Ergebnis-Erwartungen. Die zunächst eindimensionale Erfassung der internalen versus externalen Kontrollüber-zeugungen erfuhr – nicht zuletzt aufgrund widersprüchlicher empirischer Befunde – durch Levenson (1972) eine Differenzierung in eine sozial bedingte und eine fatalistische Externalität. In Bezug auf die Vorhersage des Behandlungserfolgs bei Alkoholabhängigkeit hat sich in bisherigen Studien die mehrdimensionale, bereichsspezifische Erfassung der Kontrollüberzeugungen etabliert. In den zahlreichen Untersuchungen, die sich in ihrer Methodik stark voneinander unterscheiden, stellte sich eine höhere Internalität als prädiktiv für eine günstige, eine erhöhte fatalistische Externalität hingegen als prädiktiv für eine ungünstige Prognose heraus. Dabei wird von einem umgekehrt u-förmigen Verlauf eines günstigen Kontrollüberzeugungsstils ausgegangen, wonach sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Internalität zu einer inadäquaten Wahrnehmung der eigenen Kontrollmöglichkeiten führen. In dieser Arbeit interessieren die Veränderungen in den generalisierten und bereichsspezifischen Kontroll- und Kompetenzüberzeugungen bei stationär behandelten alkoholabhängigen Patienten. Unter Berücksichtigung weiterer Variablen wie Therapiemotivation, psychopathologische Symptombelastung, Suchtverlangen und komorbide depressive Erkrankung sollen Prädiktoren für die Rückfälligkeit während der Behandlung sowie bis zu einem Jahr danach identifiziert werden. Im Weiteren werden bedeutsame Zusammenhänge zwischen der Ausprägung der Kontrollüberzeugungen und kognitiven Leistungsbeeinträchtigungen vermutet. Externale Kontrollüberzeugungen werden dabei mit Leistungsdefiziten in Verbindung gebracht. Zur Untersuchung der Frage, ob eine hohe Internalität mit einer generellen Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und damit einem ungünstigeren Behandlungsergebnis einhergeht, soll die Selbsteinschätzung in fünf neuropsychologischen Testverfahren herangezogen werden. Es wurden 102 alkoholabhängige Patienten in die Studie eingeschlossen. 81 davon konnten sowohl am Anfang als auch am Ende einer durchschnittlich zehnwöchigen stationären Behandlung untersucht werden. 51 Patienten wurden zusätzlich nach einem Jahr schriftlich befragt. Während der Behandlung konnten bei der gesamten Stichprobe, insbesondere bei Patienten mit einem ungünstigeren Kontrollüberzeugungsstil, Veränderungen in die gewünschte Richtung beobachtet werden: Das Selbstkonzept und die Internalität nahmen zu, während sich die sozial bedingte und fatalistische Externalität verringerten. Als einziger signifikanter Prädiktor für die Ein-Jahres-Abstinenz stellte sich das bereichsspezifische, prospektiv ausgerichtete Selbstkonzept zu Beginn der Behandlung heraus. Die bei Behandlungsende erhobenen Variablen besassen keinen Vorhersagewert. Insofern kann angenommen werden, dass die Veränderungen während der Behandlung in nicht unerheblichem Masse durch kurzzeitige Hospitalisations- und soziale Erwünschtheitseffekte beeinflusst worden sind. Patienten, die bereits während der Behandlung rückfällig wurden, zeichneten sich im Vergleich zu abstinenten Patienten bereits zu Beginn durch ein niedrigeres Selbstkonzept, eine niedrigere Internalität sowie eine erhöhte fatalistische Externalität aus. Sie waren psychisch belasteter, hatten ein grösseres Suchtverlangen und wiesen häufiger eine komorbide depressive Störung auf. Bezüglich der bereichsspezifischen, nicht jedoch der generalisierten Kontrollüberzeugungen unterschieden sie sich am Ende der Behandlung noch deutlicher von abstinen-ten Patienten. Die Differenzen blieben bis zur Ein-Jahres-Katamnese bestehen. Insgesamt stellten für die Rückfälligkeit während der Behandlung ein ungünstigerer Kontrollüberzeugungsstil, eine depressive Erkrankung, ein hohes Suchtverlangen und kognitive Leistungseinbussen Risikofaktoren dar, die sich wechselseitig beeinflussten. Patienten mit sehr hoher Internalität zeichneten sich durch eine generelle Überschätzung ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit aus. Übereinstimmend damit schützte eine sehr hohe Internalität nicht vor Rückfälligkeit. Eine niedrige Internalität ging hingegen mit einer Unterschätzung der Leistungsfähigkeit in zwei von fünf Tests einher. Die Ergebnisse entsprechen grösstenteils den Erwartungen. Sie werden abschliessend unter Berücksichtigung der methodischen Stärken und Schwächen der vorliegenden empirischen Untersuchung erörtert, in den aktuellen Kenntnisstand eingeordnet und im Hinblick auf zukünftige Forschungsperspektiven diskutiert.
Kurzfassung auf Englisch: The theoretical background of the present study is the personality construct of locus of control. It was developed by Rotter within the context of social learning theory (1954, 1966) and contains generalised event-result expectations. The initially one-dimensional recording of internal versus external locus of control was differentiated by Levenson (1972) to be a socially caused and fatalistic externality– not least due to contradictory empirical findings. With reference to the prediction of the treatment success in cases of alcohol addiction studies undertaken, have proven the multi-dimensional, area specific recording of the locus of control and self-efficacy. Several studies that are methodically quite diverse showed an increased internality as predicatively a more favourable prognosis, and an increased fatalistic externality was in contrast a less favourable prognosis. The basis is a reversed u-shaped course of a favourable locus of control style, where a too high and too low internality will lead to an inadequate perception of ones control capabilities. The present study is interested in the changes in the generalised and area-specific locus of control and competence in cases of treated alcohol addicted in-patients. By considering additional variables like therapy motivation, psycho-pathological stress symptoms, craving and comorbid depressions it aims to identify predictors for relapses during treatment and up to 12 months afterwards. Furthermore it assumes important correlations between the characteristics of the locus of control and cognitive efficiency restrictions. External locus of control is here associated with efficiency deficits. To solve the question, whether a high internality is accompanied by a general overestimation of ones own abilities and therefore with a less favourable treatment result, the self-assessment of five neuro-psychological test procedure were consulted. 102 alcohol addicted male and female patients were included in the study. 81 of these patients could be examined at the beginning and also at the end of this on average 10-week in-patient treatment. Additionally 51 patients were interviewed in writing after one year. The success of the treatment was defined by being completely abstinent. Any alcohol consumption after the beginning of the treatment was defined as a relapse. Specifically with patients that had a less favourable locus of control style, changes into the desired direction could be observed during treatment of the entire random sample: the self-concept and internality increased, while socially caused and fatalistic externality decreased. The sole significant predictor for a 12 months abstinence proved to be the area-specific, prospective oriented self-concept at the beginning of the treatment. The variables ascertained at the end of the treatment did not have any prediction quality. It can therefore be assumed that changes during the treatment were majorly influenced by short-term hospitalisation and desired social effects. Patients that already suffered a relapse during treatment had in comparison to abstinent patients a lower self-concept, a lower internality and an increased fatalistic externality. They suffered from increased psychological stress, had increased cravings and more frequently showed comorbid depressive disorders. With reference to area-specific, however not the generalised locus of control, they differed even more significantly at the end of the treatment from abstinent patients. These differences remained throughout the 12 months catamnesis. In summary a less favourable locus of control, depressions and a high addictive craving and cognitive inefficiencies are the risk factors that interacted with one another. Patients with a very high internality suffer from a general overestimation of their cognitive capabilities. This was confirmed by the fact that a high internality did not protect against relapses. However, in two of five tests a low internality was accompanied by an underestimation of ones own capabilities. The results mainly confirmed expectations. As a result they were researched by considering methodical strength and weaknesses of the present empirical study, added to the present state of knowledge and discussed in view of future research perspectives.

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