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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:385-6244
URL: http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2011/624/


Der gerechte Trittbrettfahrer? Der Einfluss des Gerechtigkeitsmotivs und des Eigeninteresses im Sozialen Dilemma "Umweltschutz"

The just free-rider?: The role of the justice-motive and self-interest in the social dilemma "environmental-friendly behavior"

Grüsgen, Volker

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (2.245 KB)

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SWD-Schlagwörter: Soziales Dilemma , Umweltschutz , Gerechtigkeit , Ungerechtigkeit , Egoismus , Spieltheorie , Motivation , Eigennutz , Öffentliches Gut
Freie Schlagwörter (Deutsch): Trittbrettfahren, Gerechtigkeitsmotiv, Gerechtigkeitspsychologie
Freie Schlagwörter (Englisch): free-riding, self-interest, moral behavior, psychology of justice, justice motive
Institut: Psychologie
Fakultät: Fachbereich 1
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Montada, Leo (Prof. em. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.12.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 07.02.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Umweltschutz wird in dieser Arbeit als Soziales Dilemma betrachtet. Es wird mittels eines experimentellen Online-Spiels (N = 182) primär überprüft, inwieweit unkooperatives Verhalten von Akteuren zu genuinem Ungerechtigkeitserleben bei anderen Personen führt und ob diese in Folge u. a. das eigene kooperative Verhalten reduzieren. Somit wird im Gegensatz zu Erklärungen der Rational-Choice-Theorien angenommen, dass ein Teil des phänotypisch unkooperativen, umweltschädigenden Verhaltens nicht auf Egoismus, sondern auf einem genuinen Gerechtigkeitsmotiv beruht. Zur Erhöhung der internen Validität wird ebenfalls der moderierende Einfluss der Persönlichkeitseigenschaften „Eigeninteresse“ und „Gerechtigkeitszentralität“ untersucht. Die Hypothesentestungen zeigen, dass unkooperatives Verhalten anderer Akteure in Sozialen Dilemmata bei vielen Personen Ungerechtigkeitserleben auslöst, was sich u. a. in Emotionen der Empörung, Ungerechtigkeitskognitionen, Bestrafungsverhalten und einer Reduktion des eigenen kooperativen Verhaltens niederschlägt. Hierbei spielen interindividuelle Unterschiede hinsichtlich der Stärke des Gerechtigkeitsmotivs bei etlichen gefundenen Effekte eine moderierende Rolle. Es wird somit ein motivpluralistischer Ansatz bestätigt, der die Rolle des Gerechtigkeitsmotivs bei der Vorhersage und Veränderung von Verhalten in Sozialen Dilemmata hervorhebt. Implikationen in Hinblick auf Theorie, zukünftige Forschung und Interventionen in Sozialen-Dilemma-Situationen werden erörtert.
Kurzfassung auf Englisch: Environmental-friendly behaviour is regarded as an example of a social dilemma. With the help of an online experimental-game (N = 182) the primary focus of this study is to test the hypothesis that non-cooperative behaviour of persons provokes the experience of injustice by others and this leads to the reduction of their cooperative, environmental-friendly behaviour. In contrast to explanations offered by rational-choice-theories it is assumed that at least part of the manifest non co-operative behaviour with regard to the environment can be attributed to a genuine justice motive. In order to enhance the internal validity of this study the moderating effects of personality-traits, such as self-interest and justice-centrality, are tested. The results show that non co-operative actions in social dilemmas by others indeed results in the experience of injustice, which in turn results in emotions of moral outrage, cognitions of injustice, punishment of defectors , and lowering of own cooperative behaviour. The strength of those reactions is often moderated by the individual strength of the justice motive. A motive-pluralistic approach and the importance of the justice motive in explaining and changing human behaviour are therefore regarded as appropriate. Implications with regard to theory, further research, and interventions in social-dilemma-situations are discussed.

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