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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:385-6553
URL: http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2011/655/


Politisierte Routine – Die deutsche Europapolitik im Wandel. Das Beispiel der EU-Osterweiterung und der EU-Finanzverhandlungen

Politicized Routine – German European policy in change. The example of European Union‘s eastward enlargement and the negotiation about EU's financial framework

Becker, Peter

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SWD-Schlagwörter: Deutsche Europapolitik
Freie Schlagwörter (Deutsch): EU-Osterweiterung, Agenda 2000, EU-Finanzrahmen
Freie Schlagwörter (Englisch): German European policy-making, Eastward enlargement, agenda 2000
Institut: Politikwissenschaft
Fakultät: Fachbereich 3
DDC-Sachgruppe: Politik
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schild, Joachim, Prof. Dr.
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.08.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 01.08.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Die Europäische Union hat seit Ende des Ost-West-Konflikts 1989/90 einen dynamischen Ausbau ihrer vertraglichen und institutionellen Fundamente erfahren. Mit diesem Prozess ging zugleich eine enge Verflechtung von europäischen und nationalen Entscheidungsprozessen und politischen Arenen einher. So entwickelte sich ein zunehmend dynamischer werdendes Interaktionsverhältnis zwischen Europäischer Union, nationaler Europapolitik und Innenpolitik. Ausgehend von der These, dass die deutsche Europapolitik seit der Zäsur 1989/90 zunehmend pragmatischer, kontroverser und somit normaler geworden ist, untersucht die Arbeit diese Veränderung der deutschen Europa¬politik am Beispiel zweier qualitativer Fallstudien: 1.Die Verhandlungen zum dritten mehrjährigen Finanzrahmen für die Jahre 2000 bis 2006, die sogenannte Agenda 2000. Für Deutschland als größtem Beitragszahler in der EU waren die Finanzverhandlungen von immenser Bedeutung. Denn mit der finanziellen Ausstattung der beiden größten Ausgabenblöcken, der europäischen Kohäsionspolitik und der Gemeinsamen Agrarpolitik, waren zentrale Grundsatzfragen der deutschen Europapolitik und der Rolle Deutschlands in der EU verbunden, wie zum Beispiel das bilaterale Verhältnis zum französischen Partner. 2.Der Prozess der Osterweiterung der Europäischen Union seit dem Ende des Ost-West-Gegensatzes 1989/90 von der Assoziierung der Reformstaaten in Mittel- und Osteuropa bis zum Beitritt der acht neuen Mitglieder am 1. Mai 2004. Die Ost-Erweiterung der EU war eine der wichtigsten Grundsatzentscheidungen der deutschen Europapolitik. Dieser fast 15 Jahre dauernde Prozess von 1989 bis 2004 wird in einer minuziösen Längsschnitt-Analyse nachgezeichnet und die spezifischen Interessen der zentralen politischen und gesellschaftlichen Akteure der deutschen Politik detailliert analysiert.Beide Entscheidungsprozesse beeinflussten nahezu alle Politikfelder und hatten weitreichende Konsequenzen für die innen-, wirtschafts- und sozialpolitischen Strukturen der Bundesrepublik. Damit erforderten sie sowohl eine grundsätzliche und strategische Positionierungen der deutschen Europapolitik als auch kurzfristige, auf rationalen Kosten-Nutzen-Abwägungen basierende Festlegungen zu konkreten Einzelfragen im Verlauf der Entscheidungsprozesse.
Die beiden umfangreichen Fallstudien bestätigen, dass die wechselseitige Interaktion zwischen innenpolitischen Auseinandersetzungen und europäischen Entscheidungsprozessen sich verdichtet hat. Europäische Entscheidungsprozesse werden für innenpolitische Auseinandersetzungen und Debatten genutzt und häufig auch parteipolitisch polarisiert. Die Europapolitik wird zu einem Feld pragmatischer Kosten-Nutzen-Abwägungen aus begrenzten innenpolitischen oder gar parteitaktischen Kalkülen. Die Europapolitik wird unter innenpolitischen Vorzeichen politisiert und polarisiert.
Kurzfassung auf Englisch: Since the end of the Cold War in 1989/90 the European Union faced a tremendous expansion of its legal and institutional foundation. This deepening caused an immense interdependence of European and national decision making processes and political arenas. European policy today is characterized by a dynamic interaction between European Union, national European and domestic policy. This process applies also for German European policy, which developed to an arena of domestic conflicts.
Starting with the hypothesis that with German unity German European policy became more and more pragmatic, controversial and finally normal, this book explores these changes in German European policy with the help of two case studies:1.The negotiations for the European financial framework for the years 2000-2006, the so-called “Agenda 2000“. For Germany as the biggest net-payer in the European Union these negotiations had been of fundamental importance. The financial endowment of the biggest expenditure policies, the European cohesion policy and the Common agricultural policy, touched Germany’s central lines of European policy and had been connected with Germany’s new role in the European Union, for example the relationship to Berlins European partner France. 2. The process of Eastward enlargement of the European Union, beginning with the association of the Central and East European Countries to the European Union after the Cold war and ending with the accession of eight new member states on May 1st in 2004. Eastward enlargement had been a decision of fundamental importance for Germany’s European policy. The detailed case study describes this process, the specific German objectives and the various interests of domestic actors and interest groups. Both extensive cases influenced almost all policies and had consequences on nearly all policies and the domestic, economic and social structures in the Federal Republic. All major political actors, interest groups and parties tried to influence the policy outcome. Therefore both decision making processes required a fundamental long-termed and strategic positioning of Germany as well as some short-termed and tactical considerations based on rational cost-benefit-analysis with regard to some sub-questions during the decision-making process. Both case studies confirm the deep interaction between domestic conflicts and European decision making process, which will be more and more used for domestic conflict and debates. Inevitably European policy develops into a field for polarized party politics, short-termed utilitarian and sectoral interests and pragmatic cost-benefits considerations.

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