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Untersuchung der Wirksamkeit und der elektrophysiologischen Korrelate psychotherapeutischer Mikrointerventionen - Eine klinische EEG-Untersuchung -

Efficacy and electrocortical correlates of psychotherapeutic microinterventions " a comparative clinical study -

  • Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit zweier psychotherapeutischer Mikrointerventionen zur Emotionsregulation und zur progressiven Relaxation und die damit einhergehenden Veränderungen auf psychometrischer und elektrokortikaler Ebene zu untersuchen. Die Stichprobe bestand aus 65 klinischen Versuchspersonen der Warteliste der Poliklinischen Psychotherapieambulanz der Universität Trier. In einer EEG-Erhebung vor und nach den Mikrointerventionen wurden neben dem Ruhe-EEG ereigniskorrelierte Potentiale (EKPs) aufgezeichnet. Im EKP-Paradigma wurden die Probanden instruiert negativ-valente Bilder aus dem IAPS-System entweder anzuschauen oder die gezeigte Situation kognitiv zu einer weniger negativen Interpretation der Bilder umzudeuten. Nach der EEG-Aufzeichnung wurden die Probanden randomisiert einer standardisierten 90-minütigen psychotherapeutischen Intervention zum kognitiven Reframing bzw. zur progressiven Relaxation zugewiesen. Im Anschluss wurde die EEG-Erhebung mit dem Ruhe-EEG und dem EKP mit einem parallelisierten Pool negativ valenter Bilder erneut durchgeführt. Auf psychometrischer Ebene wurde u.a. der positive und negative Affekt mit dem PANAS im Verlauf der Untersuchung zu insgesamt vier Messzeitpunkten erfasst. Neben dem Alpha-Frequenzband des Ruhe-EEGs wurde bei den EKPs die P3 und das Späte Positive Potential (LPP) untersucht. Die Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass die psychotherapeutischen Mikrointerventionen zu differentiellen Effekten auf psychometrischer und elektrokortikaler Ebene führten. Auf der psychometrischen Ebene zeigte sich bei den Teilnehmern der Entspannungsintervention direkt nach der Intervention eine Abnahme des negativen Affekts, während sich dies bei den Teilnehmern der Reframing-Intervention erst im Verlauf der zweiten EEG-Messung mit dem Umdeuten der negativ valenten Bilder zeigte. Auf der elektrokortikalen Ebene waren die Ergebnisse weniger einheitlich. Durch die Entspannungs-Intervention konnte im Verlauf der Untersuchung eine Zunahme der P3-Amplituden festgestellt werden, während die Reframing-Teilnehmer über die Messzeitpunkte eine Abnahme der P3-Amplituden aufwiesen. Dies könnte so interpretiert werden, dass durch das Erlernen des Reframings das emotionale Arousal reduziert werden konnte. Bei dem LPP waren hingegen keine differentiellen Effekte der Mikrointerventionen nachweisbar. Bei beiden Interventionen kam es zu einer Zunahme der LPP-Amplituden. Bei der Analyse der Alpha-Aktivität des Ruhe-EEGs wurde bei den Entspannungs-Teilnehmern im Vergleich zu den Reframing-Teilnehmern nach der Mikrointervention eine größere Alpha-Aktivität gefunden. Diese Unterschiede wurden am deutlichsten in der linken Hemisphäre sowie in den zentralen und parietalen Hirnregionen. Eine höhere Alpha-Aktivität geht mit einer niedrigeren kortikalen Aktivität einher, so dass man davon ausgehen kann, dass die Entspannungs-Teilnehmer diese Hirnregionen während der Intervention weniger ausgeprägt nutzten. Zusammenfassend geben die Befunde erste Hinweise auf eine differentielle Wirkung der beiden Mikrointerventionen.
  • The aim of the study was to investigate the efficacy and electrocortical correlates of two psychotherapeutic microinterventions for emotion regulation and progressive relaxation. The sample consisted of N=65 waiting list patients of an outpatient research clinic for psychotherapy. EEG data with qEEG and EKPs were recorded pre and post to the microinterventions. In the EKP paradigm participants were instructed to either attend to unpleasant pictures (IAPS) or to restructure the presented picture so that its interpretation is less negative. After the pre-EEG session participants were randomly assigned to a restructuring microintervention (cognitive reframing) or to a progressive relaxation microintervention. Subsequent to the intervention the post-EEG session was recorded with parallelized pictures. Positive and negative affect was collected by PANAS four times. On the electrocortical level alpha-frequencies, P3 and the late-positive potential (LPP) were investigated. Results indicate differential effects of the psychotherapeutic microinterventions on a psychometric and electrocortical level. Negative affect was reduced by progressive relaxation intervention, whereas participants of the reframing intervention showed a significant reduction of negative affect within the second EEG-session from reframing negative valent pictures. Electrocortical results were not as consistant. P3 amplitudes were enhanced by the relaxation intervention and reduced by the reframing intervention. This can be interpreted as reduced emotional arousal due to the reframing intervention. No differential effects were shown for the LPP, as both interventions lead to increasing LPP-amplitudes. Alpha-frequencies were increased by the relaxation intervention especially in the left hemisphere and in central and parietal brain areas. Higher alpha activity is associated with lower cortical activity, so that cortical activity was likely reduced in those areas during the relaxation intervention compared to reframing intervention. In summary results indicate that both microinterventions have differential impact on an electrocortical and psychometrical level.

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Metadaten
Author:Marie Christina Zahn
URN:urn:nbn:de:hbz:385-8309
Advisor:Wolfgang Lutz
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of completion:2014/01/08
Publishing institution:Universität Trier
Granting institution:Universität Trier, Fachbereich 1
Date of final exam:2013/09/23
Release Date:2014/01/08
Tag:Kognitives Reframing; Mirkointerventionen; Progressive Relaxation
cognitive reframing; microinterventions; progressive relaxation
GND Keyword:Elektroencephalographie; Kognitive Verhaltenstherapie; Psychotherapie
Institutes:Fachbereich 1 / Psychologie
Dewey Decimal Classification:1 Philosophie und Psychologie / 15 Psychologie / 150 Psychologie

$Rev: 13581 $