Regularität und Variabilität der n-Tilgung im Lëtzebuergeschen (“Eifeler Regel”): Ein unüberwachtes, induktives Lernverfahren
- Diese Arbeit untersucht die sogenannte Eifeler Regel des Luxemburgischen, die die Tilgung des auslautenden -n unter bestimmten lautlichen und lexikalischen Bedingungen beschreibt, anhand eines umfangreichen maschinenlesbaren Textkorpus. Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die den Erhalt oder die Tilgung des -n in der Schriftsprache beeinflussen, und diese empirisch zu modellieren.
Zunächst werden die kontextuellen Bedingungen der n-Tilgung analysiert, anschließend die Eigenschaften der betroffenen Lexeme. Die korpusbasierten Auswertungen zeigen signifikante Zusammenhänge zwischen dem Tilgungsverhalten und Merkmalen wie Wortart, orthographischer Struktur (insbesondere Doppel-n-Schreibung) sowie phonologischen Eigenschaften der Auslautsilbe, vor allem der Vokalqualität. Substantive und bestimmte phonologische Muster erweisen sich dabei als besonders tilgungsresistent.
Auf dieser Grundlage wird ein unüberwachtes, regelinduzierendes Lernverfahren vorgestellt, das aus orthographischen Merkmalen ein Klassifikationsmodell für -n-auslautende Lexeme ableitet. Das Modell wird hinsichtlich Genauigkeit und Vollständigkeit optimiert und zeigt eine gute Leistungsfähigkeit bei der Anwendung auf reale luxemburgische Texte.