Refine
Year of publication
Document Type
- Doctoral Thesis (510)
- Article (192)
- Book (101)
- Contribution to a Periodical (69)
- Part of a Book (48)
- Working Paper (40)
- Part of Periodical (19)
- Review (10)
- Master's Thesis (9)
- Other (9)
Language
- German (1029) (remove)
Keywords
- Deutschland (75)
- Luxemburg (39)
- Schüler (35)
- Schule (29)
- Geschichte (24)
- Demokratie (21)
- Unterricht (21)
- Poetik (20)
- Rückmeldung (20)
- Film (19)
Institute
- Fachbereich 2 (121)
- Psychologie (118)
- Raum- und Umweltwissenschaften (109)
- Politikwissenschaft (92)
- Universitätsbibliothek (76)
- Fachbereich 3 (66)
- Rechtswissenschaft (55)
- Medienwissenschaft (53)
- Geschichte, mittlere und neuere (44)
- Wirtschaftswissenschaften (36)
- Germanistik (27)
- Kunstgeschichte (22)
- Fachbereich 6 (20)
- Mathematik (18)
- Soziologie (17)
- Fachbereich 1 (15)
- Informatik (12)
- Philosophie (10)
- Computerlinguistik und Digital Humanities (8)
- Fachbereich 4 (8)
- Romanistik (8)
- Anglistik (6)
- Fachbereich 5 (5)
- Geschichte, alte (5)
- Allgemeine Sprach- und Literaturwissenschaft (4)
- Ethnologie (4)
- Klassische Philologie (4)
- Pädagogik (4)
- Institut für Rechtspolitik (3)
- Sinologie (3)
- Archäologie (2)
- Japanologie (2)
- Servicezentrum eSciences (2)
- Forschungszentrum Europa (1)
- Phonetik (1)
- Slavistik (1)
- Theologische Fakultät (1)
Dieser dritte Zwischenbericht beschäftigt sich mit sexualisierter Gewalt im Bistum Trier in den beiden ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts. Er führt die beiden ersten Zwischenberichte fort, die sich mit den Amtszeiten der Bischöfe Bernhard Stein (1967-1980) und Hermann Josef Spital (1981-2001) auseinandersetzen.
Erneut erfasst der Bericht das Ausmaß des Hellfeldes von Missbrauchstaten an Kindern und Jugendlichen, analysiert den Umgang der Verantwortlichen im Bistum mit Betroffenen und Beschuldigten und die Verantwortung der beiden Ortsbischöfe Marx und Ackermann.
Die Texte stehen in Zusammenhang mit den römischen Bauten, mit berühmten Persönlichkeiten, mit den Bewohnern der Gegend und mit der Geschichte der Stadt selbst. Es sind verschiedene Textgattungen vertreten. Das Weiterleben der lateinischen Sprache über die Antike hinaus ins Mittelalter bis in die Neuzeit wird deutlich.
Wie wurden die Normen des ehrlichen Steuerzahlens in unterschiedlichen Gesell-schaften ausgehandelt, und wie veränderten sie sich im Laufe der Zeit? Diesen Fragen geht das Projekt vergleichend anhand von drei unterschiedlichen Typen von Steuerstaaten nach (Wagschal 2005), nämlich Spanien, den USA und Westdeutschland zwischen den 1940er und 1980er Jahren. Als Quellen werden z.B. wissenschaftliche Publikationen der Steuermoralforschung, Material der tax education (Plakate, Filme), Medienberichterstattung, politische Debatten in Parlamenten, Parteiprogramme und Stellungnahmen von Kirchenvertretern her-angezogen. Als methodische Herangehensweise wird ein diskursanalytischer Zugang gewählt, um unterschiedlich Interessen und Machkonstellationen zu fokussieren. Die Diskurse ums Steuerzahlen dienen als Sonde in Aushandlungsprozesse gesellschaftlicher Lastenverteilung.
Schon die Definition des Begriffs „Steuermoral“ war keineswegs einheitlich: Verschiedene Forscher seit den 1950er Jahren nutzten zur Messung die Selbsteinschätzungen von Steuerzahler*innen, ihre moralische Beurteilung von Hinterziehungsfällen, oder sie rechneten die von der Steuerfahndung aufgedeckten Betrugsfälle hoch. Die verschiedene Messmethoden erzeugten unterschiedliche Ergebnisse, die in die politischen Diskurse eingespeist wurden. Auch die Finanzverwaltungen agierten unterschiedlich: Während sich die Finanzverwaltung in den USA (IRS) schon seit 1941 um eine aufwendige, multimediale Erziehung der Steuerzahler*innen bemühte, indem sie über Verwendungszwecke informierte und das System legitimierte, wurde dieser Ansatz in der Bundesrepublik kaum verfolgt. Im francistischen Spanien sind Ansätze der tax education nachweisbar, die nach dem Übergang zur Demokratie ab 1975 umfassend ausgebaut wurden.
Der Vergleich von Steuerskandalen macht ebenfalls Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar. Während z.B. in Bayern die Finanzverwaltung im Auftrag der Politik solche Norm-verletzungen oft zu vertuschen versuchte, trugen die spanischen Behörden bewusst zur Skandalisierung bei, um exempla zu statuieren. Waren Firmen betroffen, so wurden in den Skandalen Handlungsspielräume und Abhängigkeiten zwischen Wirtschaft und Staat ausge-handelt; Personalisierte Steuerskandale betrafen oft Repräsentant*innen bestimmter Gruppen, z.B. der African Americans in den USA oder der alten Franco-Eliten in Spanien. Ausgehandelt wurde, für wen die Normen des (ehrlichen) Steuerzahlens galten – eine Frage, die sehr eng mit dem Verständnis von Demokratie, Gleichheit und Staatsbürger*innenschaft verknüpft war.
Wie viele retrodigitalisierte historische Wörterbücher sind auch die deutschsprachigen Dialektwörterbücher weitgehend isoliert voneinander und unverbunden im Web publiziert, obwohl sie ein großes Vernetzungspotential aufweisen. Als geeignete Plattform für die Verlinkung lexikalischer Ressourcen gilt das Linked Open Data (LOD) Paradigma. Die Abbildung von Semantik erfolgt hier nach dem Prinzip semantics by reference über die Verknüpfung der Lemmata mit einem ontologischen Konzept. Allerdings wurden bislang kaum retrodigitalisierte Wörterbücher als LOD aufbereitet, was insbesondere auf das Fehlen von überzeugenden automatisierten Methoden zur lexikalisch-semantischen Vernetzung zurückzuführen ist.
Am Beispiel der westmitteldeutschen Dialektwörterbücher sowie dem semantischen Feld Trinken erprobt die vorliegende Arbeit drei unterschiedliche Methoden für die Durchführung einer automatisierten Verknüpfung von Lemma-Bedeutungs-Paaren und Konzepten: (1) einen Ansatz, basierend auf einem ausdrucksseitigen Abgleich von Zeichenketten, (2) die Verwendung von Embeddings nach Finetuning des Sprachmodells ModernGBERT und (3) die Nutzung des LLMs Llama 3.3. Die Datenbasis für die Vernetzung und deren Evaluation wird durch ein Korpus mit Goldstandard-Annotation bereitgestellt. Ein projektspezifisches kontrolliertes Vokabular definiert die Konzepte, welche als Referenzebene der Verknüpfung sowie Schnittstelle zum Semantic Web fungieren.
Die beste Gesamtperformance erreicht die auf ModernGBERT basierende Methode: Sie klassifiziert 97% der Einträge korrekt ins semantische Feld, erreicht 94,55% Genauigkeit bei den generischen Wurzelkonzepten, 88,56% bei den Basiskonzepten und ordnet konkrete Konzeptbegriffe zu 91,78% korrekt zu (Top-3-Vorhersagen). Die Qualität der erzielten Ergebnisse eignet sich bereits ohne Nachbearbeitung zum Einsatz für eine konzeptbasierte Suche oder zur Exploration eines Wortfeldes. Für Kontexte, in denen eine möglichst fehlerlose Vernetzung notwendig ist, etwa im Semantic Web, bieten die erzeugten Konzeptverknüpfungen eine gute Grundlage für einen nachgelagerten Korrekturdurchgang.
Somit konnte eine praktikable Lösung für eine automatisierte semantische Vernetzung von Wörterbuchartikeln erarbeitet werden. Es eröffnet sich damit die Perspektive, lexikographische Daten – insbesondere solche aus vordigitaler Ära – als LOD miteinander zu vernetzen, wodurch diese einen onomasiologischen Zugang erhalten und sich neue Anwendungs- und Suchmöglichkeiten eröffnen.
Antisemitismus als leidenschaftliche Welt(um-)deutung findet nicht erst seit dem 7. Oktober 2023 über den Kreis der „üblichen Verdächtigen“ im Rechtsextremismus hinaus Anklang. Der Band zeigt die Persistenz, Wandelbarkeit und globale Verbreitung judenfeindlicher Vorstellungen und Äußerungsformen auf und verfolgt sie von der Antike bis in die Telegram-Chats, Universitätshörsäle und Demonstrationen der Gegenwart.
Der interdisziplinär ausgerichtete Band versammelt antisemitismuskritische Studien junger Antisemitismusforscher*innen, die neue Schlaglichter auf die Akteur*innen, sich wandelnden Kommunikationsmodi und milieu- und kontextabhängigen Spezifika eines zunehmend global vernetzten antisemitischen Diskurses werfen. Über die offenen Erscheinungsformen judenfeindlicher Ressentiments hinaus verweist er auf die Virulenz latenter, halb- und unbewusst tradierter sowie bewusst codierter Vorstellungen über „die Juden“, „das Jüdische“ oder den jüdischen Staat Israel. Letzterer ist nicht erst seit, aber gegenwärtig wieder verstärkt infolge des Hamas-Pogroms vom 7. Oktober 2023 Gegenstand antisemitischer Agitationen, wobei gefühlte Wahrheiten über den Staat und den arabisch-israelischen Konflikt den öffentlichen Diskurs prägen. Die Analysen des Bandes stellen die Gemeinsamkeiten dieser Vorstellungen und Äußerungen heraus, in denen „die Juden“ oder Israel als Projektionsflächen für die Ängste und Wünsche der antisemitisch denkenden Subjekte dienen, und verweisen auf die Notwendigkeit einer kritischen und hörbaren Antisemitismusforschung nach der Zäsur des 7. Oktober.
Politischer Journalismus
(2026)
Der Band bietet vielfältige Forschungsperspektiven auf politischen Journalismus und seine Berichterstattung. Die Beiträge zeigen unterschiedliche methodische Zugänge für die Analyse. Die Muster des politischen Journalismus werden überwiegend in einem hybriden und digitalen Medienkontext skizziert. Ein Schwerpunkt liegt direkt auf Journalistinnen und Journalisten in den sozialen Medien. Mehrere Beiträge beleuchten Vermittlungskonstellationen und liefern Hinweise zu Veränderungen im Verhältnis zur Politik und zum Publikum. Der Band richtet sich an Forschende, Lehrende und Studierende im Bereich der Journalismusforschung und in der politischen Kommunikationsforschung.
Ländliche Utopien
(2024)
Sterbende Dörfer, Verödung und Niedergang: In Wissenschaft und Medien stehen ländliche Räume häufig für Orte des Mangels und der Benachteiligung. Zugleich bringen utopisch anmutende Vorstellungen und Bilder des Lebens auf dem Land so viel Glanz mit sich, dass sie in Werbung und Kultur sowie in den Wünschen und Orientierungen vieler Menschen Anklang finden. Die Beiträger*innen gehen aus unterschiedlichen Perspektiven diesem utopischen Glanz nach. Sie fragen, inwiefern »Utopien des Ländlichen« ein Zugang sein können, um Vorstellungen eines gelingenden gesellschaftlichen Zusammenlebens zu entwickeln und zu erproben – und welche konkreten Forderungen für die Regionalentwicklung und -politik damit verbunden sind.
Sollten Plastikverpackungen verboten werden? Was spricht gegen eine Wahlberechtigung ab 14 Jahren? Wie sollte die EU mit möglichen Auswirkungen des Brexits umgehen? – Auch solche Fragen haben im Klassenrat ihre Berechtigung, denn ihre Diskussion bietet besondere Chancen für demokratische Lernprozesse.
Auch in Sekundarschulen bietet der Klassenrat den Schüler*innen Raum, um ihre Anliegen zu artikulieren und in einem demokratischen Prozess Verbesserungspotenziale für die Klasse und Schule auszuloten. Die vorliegenden Materialien helfen dabei, die Sitzungen eigenverantwortlich vorzubereiten und durchzuführen.
An Grundschulen bietet der Klassenrat eine Möglichkeit für Schüler*innen, erste Schritte demokratischen Umgangs zu erlernen oder auch zu vertiefen. Hier lernen sie in einem geschützten Raum sich zu verschiedensten Themen zu äußern, Konflikte lösungsorientiert zu verarbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Die hier vorgestellten Materialien sollen bei der Einführung und Durchführung des Klassenrats helfen.
Den Klassenrat einführen
(2026)
Bevor eine Einführung des Klassenrats in einer Schulklasse erfolgen kann, sind organisatorische, inhaltliche und methodische Vorbereitungen erforderlich. Der Beitrag gibt Hinweise zur Einführung des Klassenrats und bietet konkrete Methoden, die eine erfolgreiche Implementierung in einer Schulklasse unterstützen.
Klassenrat aus Schülersicht
(2026)
Die Implementierung eines Klassenrats ist mit der Ho!nung verbunden, die demokratischen Kompetenzen von Schüler*innen zu stärken. Welche Kompetenzen die Teilnehmer*innen mithilfe dieser demokratiepädagogischen Methode tatsächlich erwerben und wie sich der Klassenrat auf die Klassengemeinschaft auswirkt, hat eine empirische Studie am Lycée Nic Biever in Dudelange untersucht.
Die Partizipationskompetenz von Schülerinnen und Schülern sollte nicht nur durch eine Beteiligung an der formalen Gestaltung und Bewertung des Unterrichts gefördert werden. Vielmehr bietet eine entsprechende Aufgabenkultur vielfältige Möglichkeiten, demokratische Partizipation durch simulatives oder reales Handeln im fachlichen Lernen zu üben und zu reflektieren.
Bewertungsprozesse in der Schule als Möglichkeit nutzen, um Schüler*innen bei der realistischen Einschätzung und Weiterentwicklung ihrer Lernprozesse und ihres Lernverhaltens zu unterstützen: Die partizipative Leistungsbewertung bietet verschiedene praxisnahe Ansätze zur Förderung von Lernmotivation, Selbstreflexion und demokratischem Verständnis.
Feedback in der Schule? Das bedeutet häufig eine kurze Rückmeldung der Lehrer*innen an die Schüler*innen zu deren Mitarbeit. Dabei bietet eine etablierte Feedbackkultur im Unterricht breite Möglichkeiten, demokratisches Handeln zu üben und die Unterrichtsqualität zu verbessern, und muss keineswegs nur einseitig ausfallen.
Partizipation im Unterricht von klein auf – geht das? Braucht man für Diskussionen, Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse nicht eine bestimmte Reife, über die Dreijährige noch gar nicht verfügen? Das mateneen-Team hat sich auf Limpertsberg ein Bild von der Arbeit mit Vorschulkindern gemacht und festgestellt: das geht sehr wohl!
Partizipativer Unterricht, der nicht nur aus punktuell erlebter Teilnahme besteht, ist — wie Charlotte Keuler es im Leitartikel des vorliegenden Heftes formuliert — durch die Herausforderungen, vor die uns unsere globalisierte Welt stellt, in vielerlei Hinsicht unabdingbar geworden. Kommunikationsfähigkeit, interkulturelle Kompetenz, Wissensmanagement und andere oft zitierte „soft skills“ sind Schlüssel- kompetenzen des 21. Jahrhunderts.
Fachunterricht ist der zentrale Erfahrungsraum im Sozialisationsumfeld Schule. Er prägt schon allein aufgrund seines hohen zeitlichen Anteils im Tagesverlauf und der grundlegenden Funktion von Schule Handeln und Wahrnehmung von Lehrpersonen und Lernenden. Umso wichtiger ist es, ihn in die Gestaltung einer demokratischen Schulkultur einzubeziehen.
Theorie: Bei Personen mit chronischer Herzinsuffizienz (HFrEF) sind Stresserleben, Depressivität und Angst stark ausgeprägt, was die Krankheitsprogression negativ beeinflusst. Effektive Stressbewältigung erscheint daher für diese Patientengruppe von Relevanz, doch die Wirkung systematischer Entspannung bei HFrEF wurde bisher nicht untersucht. Methode: Personen mit HFrEF (Ø 61 Jahre, 74.1 % männlich) nahmen an einer kontrolliert randomisierten Pilotstudie teil, bei der Autogenes Training (n = 14) mit einer aktiven Kontrollgruppe (n = 13) verglichen wurde. Die primären (Stresserleben [TICS, STADI]), sekundären (physiologische Stressbelastung [Cortisol, Alpha-Amylase, sTNF-R1], Coping-Verhalten [SVF 120-S], selbstberichteter Gesundheitszustand [ASS-SYM]) und explorativen (Schwere der HFrEF [6MWT, NT-proBNP]) Outcomes wurden an drei Messzeitpunkten (T1: Baseline, T2: nach der zweimonatigen Intervention, T3: drei Monate nach Interventionsende) erfasst. Die kurz- und mittelfristigen Effekte sowie ihre Stabilität wurden untersucht. Ergebnisse: In der Interventionsgruppe zeigte sich an T2 eine signifikante Reduktion der Symptom- und Beschwerdenbelastung (rT2= .60), der Angst (rState,T2= .73, rTrait,T2= .58) sowie der Depression (rState,T2= .71, rTrait,T2= .58); p < .05. Auch die Gehstrecke verbesserte sich um durchschnittlich 49 m (rT2= .64, SDT2= 71.4, p < .05). Diese Effekte blieben an T3 stabil; p > .05. Die chronische Stressbelastung nahm von T1 zu T3 signifikant ab (rT3= .64, p < .05). In der Kontrollgruppe zeigte sich nur an T3 eine signifikante Reduktion der State-Angst (rT3= .65); p < .05. Diskussion: AT reduziert effektiv herzinsuffizienztypische Belastungen wie Angst, Depression und Stress und verbessert Symptom- und Problembereiche sowie die körperliche Fitness. Aufgrund seiner Wirksamkeit, geringen Kosten und Krankenkassenanerkennung sollte es Teil präventiver und rehabilitativer HFrEF-Behandlungsprogramme sein.
Das Schreiben in der Fremdsprache stellt Lernende der Sekundarstufe I vor besondere Herausforderungen. Sie müssen sprachliche Mittel genreadäquat einsetzen und dabei inhaltliche Kohärenz und textsortenspezifische Merkmale berücksichtigen. Schreibgespräche als dialogische Form des Peer Feedbacks bieten einen vielversprechenden Ansatz, der aus kognitiver Perspektive Noticing-Prozesse und Output-Hypothesenbildung anregt und aus soziokultureller Perspektive Ko-Konstruktion von Wissen innerhalb der Zone der proximalen Entwicklung ermöglicht. Empirisch ist jedoch wenig darüber bekannt, wie jugendliche Lernende mit begrenzten fremdsprachlichen Ressourcen solche Gespräche führen und für ihre Textüberarbeitung nutzen.
Die vorliegende Studie untersucht mittels eines qualitativen, explorativen Designs die Lernpotenziale von Schreibgesprächen bei prozess- und genreorientierten Schreibaufgaben im Englischunterricht der 8. Jahrgangsstufe. 26 Lernende aus drei Klassen in der deutschsprachigen Schweiz wurden im authentischen Unterrichtskontext während der Bearbeitung zweier Schreibaufgaben untersucht. Das Datenmaterial umfasst C-Tests, Schreibprodukte in Entwurfs- und Endversion, videografierte Schreibgespräche, Reflexionsbögen sowie introspektive Verfahren mit Lernenden und Lehrpersonen. Die Auswertung orientierte sich an der inhaltlich-strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse. Durch die Triangulation der verschiedenen Daten wurde ein multiperspektivischer Zugang zu den Überarbeitungsprozessen gewonnen.
Die Befunde zeigen, dass die Lernenden grundlegend genregerechte Texte erstellten, die Überarbeitungen sich jedoch vorwiegend auf sprachformale Korrekturen konzentrierten. In den Schreibgesprächen wurden zwar relevante Textaspekte benannt, eine vertiefte gemeinsame Aushandlung fand jedoch nur in wenigen Episoden statt. Durch die Feinanalyse und Kontrastierung ausgewählter Episoden wurden vier Prozessschritte erfolgreicher Ko-Konstruktion identifiziert: das Erkennen und Ansprechen genrerelevanter Aspekte, die Einschätzung des Anforderungsniveaus, die gemeinsame Aushandlung sowie die reflektierte Implementation. Drei Faktoren beeinflussen die Qualität dieser Ko-Konstruktion: die individuelle Interlanguage-Entwicklung, die Peer Feedback Literacy der Lernenden sowie soziale Beziehungen zwischen den Lernenden. Aus den Befunden werden didaktische Implikationen und Gestaltungsprinzipien für dialogische Feedbackprozesse im Fremdsprachenunterricht abgeleitet.
Die Studie adressiert eine zentrale Forschungslücke für jugendliche Lernende mit niedrigem bis mittlerem Sprachniveau im deutschsprachigen Raum und liefert empirische Grundlagen für die Weiterentwicklung von Schreibgesprächen in Unterrichtspraxis und Lehrpersonenbildung.
Demokratie lebt von der Beteiligung engagierter Bürger*innen. Hierzu ist es notwendig, Kinder und Jugendliche frühzeitig an demokratische Handlungsweisen heranzuführen. Der demokratiepädagogische Klassenrat bietet vielfältige Chancen, Schüler*innen Partizipationserfahrungen zu erö!nen und ihre demokratischen Kompetenzen zu stärken.
Die Praxishefte Demokratische Schulkultur erscheinen halbjährlich und bieten Schulleitungen und Schulpersonal theoretische Grundlagen und praxisorientierte Anleitungen zur demokratiepädagogischen Schulentwicklung. Jedes Themenheft ist jeweils einer demokratiepädagogischen Bauform oder strategischen Frage der Schulentwicklung gewidmet. Die Praxishefte werden allen Luxemburger Schulen als Printausgabe zur Verfügung gestellt und online mit zusätzlichen Materialien und in französischer Fassung vorgehalten.
Die Praxishefte Demokratische Schulkultur erscheinen halbjährlich und bieten Schulleitungen und Schulpersonal theoretische Grundlagen und praxisorientierte Anleitungen zur demokratiepädagogischen Schulentwicklung. Jedes Themenheft ist jeweils einer demokratiepädagogischen Bauform oder strategischen Frage der Schulentwicklung gewidmet. Die Praxishefte werden allen Luxemburger Schulen als Printausgabe zur Verfügung gestellt und online mit zusätzlichen Materialien und in französischer Fassung vorgehalten.
Die vorliegende Dissertation untersucht das Motiv der Freiheit als zentrales Thema in Werken des DDR-Autors Ulrich Plenzdorf. Ziel ist es, Plenzdorfs literarische Auseinandersetzung mit individuellen Freiheitsbestrebungen unter den Bedingungen der SED-Diktatur eingehend zu erschließen. Die Analyse erfolgt diachron und umfasst Texte aus den 1960er Jahren bis zum Ende der 1980er Jahre, wodurch Entwicklungslinien, thematische Verschiebungen und ästhetische Veränderungen im Werk sichtbar werden. Neben kanonisierten Werken werden auch bislang wenig beachtete Texte einbezogen, um ein vollständigeres Bild von Plenzdorfs literarischer Produktion zu gewinnen und Forschungslücken zu schließen. Methodisch orientiert sich die Studie an einem kulturwissenschaftlichen Ansatz im Sinne des New Historicism, der literarische Texte als Teil kultureller Praktiken und sozialer Machtverhältnisse versteht. Vor diesem Hintergrund wird gezeigt, wie Plenzdorf Freiheitsvorstellungen in unterschiedlichen historischen Phasen der DDR artikuliert und mit Alltagskultur, Subkulturen sowie gesellschaftlichen Konfliktfeldern verknüpft. Diese Dissertation leistet damit einerseits einen Beitrag zur Neubewertung Plenzdorfs und andererseits zur kulturhistorischen Kontextualisierung der DDR-Literatur.
Parlamentarische Monarchien
(2026)
Krise und Zusammenhalt
(2026)
Politik ohne Mehrheit?
(2026)
Diese Arbeit untersucht die sogenannte Eifeler Regel des Luxemburgischen, die die Tilgung des auslautenden -n unter bestimmten lautlichen und lexikalischen Bedingungen beschreibt, anhand eines umfangreichen maschinenlesbaren Textkorpus. Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die den Erhalt oder die Tilgung des -n in der Schriftsprache beeinflussen, und diese empirisch zu modellieren.
Zunächst werden die kontextuellen Bedingungen der n-Tilgung analysiert, anschließend die Eigenschaften der betroffenen Lexeme. Die korpusbasierten Auswertungen zeigen signifikante Zusammenhänge zwischen dem Tilgungsverhalten und Merkmalen wie Wortart, orthographischer Struktur (insbesondere Doppel-n-Schreibung) sowie phonologischen Eigenschaften der Auslautsilbe, vor allem der Vokalqualität. Substantive und bestimmte phonologische Muster erweisen sich dabei als besonders tilgungsresistent.
Auf dieser Grundlage wird ein unüberwachtes, regelinduzierendes Lernverfahren vorgestellt, das aus orthographischen Merkmalen ein Klassifikationsmodell für -n-auslautende Lexeme ableitet. Das Modell wird hinsichtlich Genauigkeit und Vollständigkeit optimiert und zeigt eine gute Leistungsfähigkeit bei der Anwendung auf reale luxemburgische Texte.
Diese Arbeit befasst sich mit einem historischen Zeitraum des Wandels in China: der Qing-Dynastie (1644–1912). Dabei werden Prosawerke (xiaoshuo 小说) aus einer Zeit relativer Isolation mit denen aus einer Zeit des Semi-Kolonialismus in China verglichen, zeitlich getrennt durch das Trauma des 19. Jahrhunderts. Wie genau wurden Frauen in solchen Prosawerken repräsentiert und inwiefern spiegelten die Autoren dabei, bewusst oder unbewusst, die gesellschaftlichen Werte ihrer Zeit wider? Ist der Wandel von Tradition zu Moderne anhand der Figur der Frau zu spüren, noch vor dem radikalen Einschnitt der 4.-Mai-Bewegung? Um diese Fragen zu beantworten, werden in dieser Arbeit diverse Frauenfiguren und ihre Liebesbeziehungen aus vier ausgewählten populären Werken der frühen und späten Qing untersucht. Konkret handelt es sich dabei um die Charaktere Lianxiang 莲香 in Liaozhai zhiyi 聊斋志异, Wang Xifeng 王熙凤 in Honglou meng 红楼梦, Dihua 棣华 in Hen hai 恨海, sowie Fu Caiyun 傅彩云 in Niehai hua 孽海花. Einige dieser Figuren werden als vorbildliche Frauen präsentiert, andere hingegen als moralisch verwerfliche Widersacher, dabei rückt jedoch der zeitliche Kontext der Werke diese Charaktereigenschaften in ein neues Licht.
This article interprets Novalis' expression of spirit (Geist) across his oeuvre, ranging from his early work "On Inspiration" to his major novels "The Novices of Sais" and "Heinrich von Ofterdingen". His view of the world is based on the Christian dichotomy between "the spirit and the letter" (,,Geist und Buchstabe") and in his works he considers how we might once again achieve the spirit of nature through human written language. However, even the act of inspiration is for him not a total exchange with the spirit of nature, because it is also a moment of producing artwork, and therefore a moment of division between the human and nature. He therefore attempts to reproduce the ideal unity between nature and the human through the representation of atmosphere, which is composed of harmony between several voices in the world as well as various dimensions of times and spaces. This article interprets the above representation as a poetic experiment that seeks to express the spirit through an internally diverse written language, in other words, as an attempt to describe unity as a plurality.
This paper examines the atmospheric character of the Erdgeist (Earth Spirit) in Goethe's Faust, Part I. Goethe's Earth Spirit can be regarded as atmospheric both in the sense of New Phenomenology and in relation to the ancient concept of pneuma or spiritus, which originally meant breath, wind, and atmosphere. Similar language appears in the first volume of Herder's Älteste Urkunde des Menschengeschlechts (1774), a possible background for Goethe's conception of the Earth Spirit in his so-called Urfaust (before 1775). Yet, Goethe's portrayal departs from Herder's by emphasizing the Earth Spirit's position in between light and darkness, life and death, heaven and earth, a liminal quality more or less absent from Herder's framework. By also analysing Goethe's later sketch of the Earth Spirit (1810-1812?) and his plans to stage it in the theatre, this paper argues that Goethe has continually been aware of the atmospheric character of the Earth Spirit, while, over time, its in-between nature progressively transformed into a Jupiter-like simplified figure.
Johannes Kepler's thinking represents a central turning point in the development of the modern understanding of atmosphere. Kepler takes up the ancient conception of the cosmos as a whole divided into living and animated spheres, but reshapes it using specifically modern scientific and epistemological approaches. This gives rise to a view of the Earth as an animated organism, which prefigures modern concepts of atmosphere against the background of a comprehensive vitality of nature. Furthermore, Kepler's embedding of his reflections in the context of astrological prognostics enriches the modern aesthetic discussion with a remarkable perspective: prognostic, i.e. temporal, perception of atmosphere.
Nicholas of Cusa's treatise 'De visione Dei' aims to introduce the reader to the practice of mystical experience. The treatise is usually interpreted from the beginning of the work. The experiments with the all-seeing eicona dei form the framework. The thesis of this article is that the entire content of Cusa's treatise can only be understood if one considers the book as a whole and reflects on its composition. The main point is that the author, Cardinal and Bishop of Brixen, Cusanus, carried out this practice alone in his own room in the bishop's residence and that the content of this work was written as a record of this practice. Thus, the performativity of the atmosphere proves to be decisive for the content of the text.
Nichts anderes als Karfunkel
(2025)
The carbuncle as a Christological symbol of atmosphere in Nicholas of Cusa - with reference to the late antique and medieval gemstone allegory.
In his De non aliud, Nicholas of Cusa applies the carbuncle as a Christological aenigma, which can be understood as an exemplary object of atmosphere due to its dual nature of light substance and mineral substance. The article will show that the meaning of the carbuncle image as the epistemological method is so closely linked to the character and form of thought in De non alud that an examination of the meaning of the carbuncle in its historical allegory contributes to the question of image theory in Cusanus. By that the question is answered to which extent this far-reaching meaning of the carbuncle can shed light on the anagogic dimension of the perception of atmosphere.
The volume is dedicated to the concept of atmosphere. It deals with the precursors of it, especially from the early modern times to German Romantic Philosophy. It draws a genetic line from the Renaissance (with two contributions on Nicholas of Cusa) to the early modern period (Kepler) and on to the modern era (Goethe and Novalis). It becomes evident that all of the authors discussed already have concepts of atmosphere that can be understood as precursors to the current phenomenological understanding. This volume is based on a conference held at the Kobe Institute for Atmospheric Studies in September 2023.
Der deutsch-japanische Band widmet sich dem in der neuen Phänomenologie, vor allem bei Schmitz und Böhme, diskutierten Begriff der Atmosphäre.
Anders als die meisten eher systematisch orientierten Ansätze wählt der Band einen historischen Zugang. Dass historische Wurzeln bei Goethe liegen, mit dem Schmitz wie Böhme sich intensiv beschäftigt haben, ist bekannt. Bislang ist aber der Frage nach der Geschichte des Atmosphären-Begriffs und seiner Vorläufer wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden. Der Band unternimmt es deswegen, eine Linie zu verfolgen, die von Goethe (Hisayama) und Novalis (Kariya) zu Kepler (Schwaetzer), der für beide eine wichtige Referenz war, und von da aus zu Nikolaus von Kues (Yamaki) und dessen Situierung in Mittelalter und Antike (Bücker) zurückgeht. Er will mit diesem exemplarischen historischen Zugang die systematische Fruchtbarkeit einer geistesgeschichtlichen Perspektive für die Entwicklung einer Philosophie der Atmosphäre zeigen.
Metaphorical shifts from one subject area to another are a central structural strategy in Inger Christensen’s work. This principle will be demonstrated and discussed in this paper by referring to the poem “Gopler” [“Jellyfish”] from “lys” [“light”], 1962. The Danish contemporary poet Pia Tafdrup, whose work is influenced by Christensen, also makes use of a distinctive, associative imagery in her pentalogy “De fem sanser” [“The Five Senses”] (2014–2022). This paper contrastively explores the ways in which metaphorical shifts function in Christensen’s and Tafdrup’s poetry. Christensen realizes the metaphors’ potential in a radical way through the semantic superimposition of different subject areas. Thus, the regularities of the designed world are solely valid within linguistic structures, opening up new spaces of cognitive experience. In Tafdrup’s work, the texts’ different levels of meaning tend to remain separable. Here, the focus is on an associative technique of erratic and surprising transmissions, often applied to the external and the internal in a way that the cutting conciseness of the poems touch the reader almost sensually.