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Mit mindestens 335 Betroffenen belasten die beiden ersten Nachkriegsjahrzehnte die Bilanz sexueller Gewalt im Bistum Trier besonders schwer. Der vierte und abschließende Zwischenbericht des Forschungsprojekts untersucht sexuellen Missbrauch zwischen 1946 und 1966 unter den Bischöfen Franz Rudolf Bornewasser und Matthias Wehr. Er zeigt: Fast jeder achte in diesen Jahren geweihte Priester wurde später beschuldigt.
Der Bericht führt die Ergebnisse der drei vorangegangenen Zwischenberichte (Stein, Spital, Marx/Ackermann) weiter und deutet das Geschehen in diesem Zeitraum historisch auch als Ergebnis einer kirchlichen Machtstruktur.
Interessenvertreter aus verschiedenen Bereichen scheinen übereinstimmend die Auffassung zu vertreten, dass der Prozess der Digitalisierung beschleunigt werden muss, um den Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung zu begegnen. In Deutschland wurde dieser Prozess erst in der jüngeren Vergangenheit entschiedener vorangetrieben, doch die Entwicklungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass Big Tech Unternehmen diesen Wunsch nach einer beschleunigten Digitalisierung als Gelegenheit genutzt haben, um ihre gesundheitsbezogenen Aktivitäten auszuweiten. Besonders deutlich ist diese Entwicklung in den USA und Großbritannien sowie seit Beginn der Corona-Pandemie zu beobachten. Während manche Produkte, die die GAMAM-Unternehmen (Google, Apple, Meta, Amazon, Microsoft) im Gesundheitsbereich anbieten, wie z.B. die Apple Watch und die Corona-Warn-App, bereits ausführlicher untersucht wurden, wurde das ganze Ausmaß der Aktiväten dieser und weiterer Big Tech Unternehmen im Gesundheitsbereich noch nicht erfasst.
Es ist das Ziel dieser Dissertation, diese gesundheitsbezogenen Aktivitäten der Big Tech Unternehmen detailliert zu beschreiben. Neben den GAMAM-Unternehmen und weiteren “Tech-Giganten” aus den USA werden hierbei auch die Aktivitäten von deutschen Unternehmen wie Deutsche Telekom und SAP sowie Anbieter von elektronischen Patientenakten und Krankenhausinformationssystemen wie Epic Systems berücksichtigt. Insgesamt werden die Aktivitäten von 17 Unternehmen erfasst. Hierbei beschreibt die Dissertation die Aktivitäten getrennt nach Unternehmen und – für jedes einzelne Unternehmen – gegliedert in 27 Kategorien. Erstens wird somit eine Übersicht über die Aktivitäten jedes einzelnen Unternehmens ermöglicht und zweitens eine präzise Kategorisierung dieser Aktivitäten vorgenommen. Das Ziel ist die Erfassung aller gesundheitsbezogenen Aktivitäten der berücksichtigten Unternehmen bis zum Jahr 2025, wobei ein besonderer Fokus auf Aktivitäten im deutschen Gesundheitssektor gelegt wird. Neben den wichtigsten Fakten bezüglich der angebotenen Produkte werden auch Kontroversen und Kritik berücksichtigt, um ein möglichst vollständiges Bild bezüglich der Nutzung der Produkte zu erhalten.
Diesem Ansatz folgend kann gezeigt werden, dass manche Unternehmen in nahezu jedem Bereich des Gesundheitssektors aktiv sind (Google, Amazon), während andere Akteure einen klaren Fokus auf bestimmte Tätigkeitsfelder haben (CompuGroup Medical, Dedalus, Epic Systems). Betrachtet man die Aktivitäten im Zeitverlauf, wird deutlich, dass sie durch zahlreiche Brüche und Neuanfänge geprägt sind. Darüberhinaus fällt auf, dass viele Produkte, die von Big Tech im Gesundheitsbereich angeboten werden, nicht auf Eigenentwicklungen basieren, sondern durch den Kauf anderer Unternehmen übernommen wurden. Besonders deutlich am Beispiel von Palantir kann dargestellt werden, dass die Corona-Pandemie von Big Tech Akteuren teils als Eintrittspforte in den Gesundheitsbereich genutzt wurde. Während eine Nutzung von Palantir-Software im Gesundheitsbereich seitens der britischen Regierung zuvor abgelehnt worden war, beauftragte sie das Unternehmen und weitere US-Amerikanische Tech-Unternehmen zu Beginn der Pandemie mit der Erstellung einer zentralen Datenplattform und seitdem hat Palantir sich auch in weiteren Bereichen der Gesundheitsversorgung in Großbritannien als Partner etabliert. Nahezu alle in der Dissertation berücksichtigten Unternehmen haben ihre gesundheitsbezogenen Aktivitäten im Rahmen der Pandemie deutlich verstärkt.
Trotz der umfassenden Darstellung muss insgesamt konstatiert werden, dass eine Evaluation, die potenzielle Vor- und Nachteile des Big Tech Engagements im Gesundheitsbereich abwägt, bislang nicht möglich erscheint. Dies liegt vor allem daran, dass teils ausschließlich Informationen von den Unternehmen selbst vorliegen, was eine objektive Einordnung unmöglich macht. Häufig wurden mit großem Aufwand eingeführte und beworbene Angebote ohne Angabe von Gründen wieder eingestellt. Während einige Big Tech Aktivitäten im Gesundheitsbereich erste vielversprechende Ergebnisse hervorgebracht haben, gingen andere Bemühungen mit unbefriedigenden Resultaten und, in manchen Fällen, sogar mit Gefahren für die behandelten Patienten einher. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass sowohl die behaupteten Vorteile als auch die Motive der Big Tech Unternehmen kritisch hinterfragt werden sollten, wenn Implementierungen ihrer Lösungen im Gesundheitsbereich in Erwägung gezogen werden.
Im Anschluss untersucht die Dissertation die Diskrepanz zwischen der nahezu übereinstimmend positiven Erwartungshaltung vieler Interessenvertreter bezüglich der Digitalisierung und Plattformisierung des Gesundheitswesens einerseits und der unklaren empirischen Befundlage bezüglich der Auswirkungen dieser Prozesse andererseits. Zu diesem Zweck wurden Aussagen zu positiven Effekten, die in zwei aktuellen Sammelbänden zum Thema Digitalisierung und Plattformisierung der Gesundheitsversorgung ohne Angabe empirischer Nachweise getätigt wurden, ausgewertet und kategorisiert. Im Anschluss wurden die an den Sammelbänden beteiligten Autoren nach Nachweisen für ihre Aussagen gefragt.
Im Rahmen dieser Studie wurden ca. 1.000 Aussagen zu positiven Effekten ohne empirischen Nachweis im Text identifiziert. Zu mehr als 500 dieser Aussagen wurden Fragen an die Autoren der beiden Sammelbände geschickt und bezüglich fast 300 Aussagen antworteten die Autoren. Hierbei wurden nur 6,5% der Aussagen zu denen Antworten eingingen mit überzeugenden Nachweisen belegt. Zu keiner der Kategorien, nach denen die Aussagen sortiert wurden, wurde eine hohe Bestätigungsquote erzielt und für einige Kategorien konnte kein einziger Nachweis für positive Effekte genannt werden. Während sich die Ergebnisse dieser Autorenbefragung nicht dazu eignen, positive Effekte der Digitalisierung und Plattformisierung im Gesundheitsbereich auszuschließen, deuten sie zumindest darauf hin, dass Aussagen bezüglich dieser Effekte häufig nicht durch empirische Nachweise abgesichert zu sein scheinen. Dies sollte berücksichtigt werden, bevor die betreffenden Prozesse mit unklarem Ausgang vorangetrieben werden.
Insgesamt lässt sich somit festhalten, dass sowohl bezüglich der Auswirkungen des gesundheitsbezogenen Big Tech Engagements als auch bezüglich der Effekte von Digitalisierungs- und Plattformisierungsprozessen im Gesundheitsbereich noch viele Unklarheiten bestehen. Allerdings legen die im Rahmen dieser Dissertation gewonnenen Erkenntnisse nahe, dass neben den häufig postulierten Vorteilen auch negative Auswirkungen resultieren können und vermutete positive Effekte häufig nicht durch überzeugende empirische Nachweise belegt sind.
Efficient and exact solutions to problems involving real numbers and
functions over the reals have notoriously been challenging to compute due to
the uncountable nature of the reals and the accumulation of numerical errors.
This thesis describes methods and software implementations for
computing solutions to such problems along with benchmarks and rigorous
correctness proofs. Specifically presented are a calculus for solving non-linear,
transcendental SMT problems over real numbers, methods for solving initial value
problems, and a framework for rigorously analysing and optimising machine learning
models.
These techniques and tools are based on exact real computations and thus provide
exactness guarantees for real-valued results based on formal methods.
The techniques employed range from Taylor models to local linearisations and
are proven to be correct. In particular, a CDCL-style calculus for solving
non-linear constraints which underlies the published SMT solver ksmt is
provided along with proofs of soundness and δ-completeness. The
techniques and tools presented here compare favourably to state-of-the-art
solvers and are available as open-source software.
Innovation is essential for economic growth, technological competitiveness, and sustainable transformation. However, measuring innovation remains a complex challenge for researchers and policymakers. Although patents have long been used as an indicator of technological innovation, they only capture part of the process. Patents primarily reflect technical invention rather than market introduction or service-related innovation. By contrast, trademarks are the most widely used form of intellectual property right and provide valuable insights into market-oriented and non-technological innovation. Building on this distinction, this dissertation explores how patent and trademark data can offer a more comprehensive and reliable overview of innovation.
This dissertation combines methodological, conceptual, and empirical perspectives to improve our understanding of how intellectual property data can be used to study innovation. The dissertation develops approaches for linking patent and trademark data to firm-level information. It also explores the value of this data as an indicator of different types of innovation and examines how it reveals distinctive innovation patterns. The dissertation presents these approaches across five studies and applies them empirically using large-scale datasets that integrate patent, trademark, and firm information.
The first study establishes a transparent and reproducible process for linking patent data from the PATSTAT database with firm-level data. Using a sample of over ten thousand German manufacturing firms, the study introduces a seven-step matching framework that combines algorithmic and manual processes. This approach improves the reliability and traceability of the results, providing a robust basis for analyzing innovation behavior at the firm level.
The second study provides a comprehensive review of trademark-based indicators, which remain underutilized despite their potential to capture product innovation, branding, and commercialization activities. It identifies nine key data sources and over forty distinct measures, classifying them into seven thematic domains. It demonstrates that trademarks can provide further insight into firms' innovation and market strategies, and it offers guidance on how to retrieve, clean, and apply such data. Furthermore, the study explores the potential applications of AI and language models in analyzing the textual and visual characteristics of trademarks.
The third study examines the potential of patents and trademarks as indicators of environmental innovation. Using matched firm-level and survey data from Germany and Italy, the study assesses the reliability of these indicators in identifying firms engaged in green innovation. The results show that patents and trademarks capture different aspects of innovation: patents reflect technological invention, whereas trademarks indicate market-oriented and sustainability-related activities.
The fourth study examines how the knowledge embedded in inventions influences the discontinuous potential of climate change mitigation technology patents. Using advanced text-based similarity analysis, the study distinguishes between inventions that draw more strongly on basic research and those that draw more strongly on applied technological knowledge. The results show that inventions with a stronger orientation toward basic research are more likely to generate technological discontinuities, while those based on applied knowledge tend to reinforce existing trajectories. Compared to traditional citation-based measures, the study demonstrates that content-based indicators can provide deeper insights into the knowledge foundations and transformative potential of innovation.
The fifth study examines the technological innovation patterns of Hidden Champions, which are highly specialized, export-oriented niche leaders that form the backbone of the German Mittelstand. Based on patent data, the analysis shows that Hidden Champions are more active in technological innovation and exhibit greater depth and specialization than comparable firms. However, their strong reliance on internal knowledge sources limits their innovation efficiency and results in predominantly incremental rather than radical innovation. These findings empirically support long-standing theoretical assumptions about the innovation behavior of Hidden Champions and demonstrate how patent indicators can identify firms with distinctive innovation profiles.
Together, the five studies offer substantial contributions to our understanding of innovation and how to measure it. They offer practical guidance for creating reproducible IPR datasets and summarize how trademark indicators can be used in innovation research. Additionally, they demonstrate how patent-based measures can be applied to study sustainability and knowledge orientation. The findings emphasize that the usefulness of IPR indicators depends on the context, as patents and trademarks capture different aspects of innovation that vary across industries and firm types. Furthermore, the dissertation shows that text-based similarity methods can enhance innovation analysis by revealing the knowledge bases and broader potential of inventions.
Die Studie vergleicht in einem dreistufigen Mixed-Methods-Design die Repräsentation von Behinderung im öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehen Deutschlands und Großbritanniens am Beispiel des KiKA (Kinderkanal von ARD und ZDF) und CBeebies (BBC-Kinderkanal). Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie wird Behinderung im öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehen in Deutschland und Großbritannien audiovisuell dargestellt und konstruiert?
Theoretisch fundiert in der Wissenssoziologie (Berger & Luckmann, 1969), der Figurentheorie (Eder, 2014) und der Stereotypenanalyse (Barnes, 1992), konzeptualisiert die Studie mediale Repräsentationen als Konstruktionsprozesse, die gesellschaftliche Kategorien von Normalität und Differenz hervorbringen.
Das Forschungsdesign verbindet erstens eine vergleichende quantitative Programm- und Sichtbarkeitsanalyse der Programmstruktur (144 Formate, 182 Stunden) und des Figurenensembles (186 Figuren mit Behinderung), zweitens eine partizipative Fokusgruppe mit fünf Expert*innen mit Behinderung zur rekonstruktiven Entwicklung von Bewertungsdimensionen und einer Typologie von Repräsentationspositionen sowie drittens eine multimodale Sequenzanalyse prototypischer Ausschnitte zur Rekonstruktion der audiovisuellen Herstellungsweisen dieser Repräsentationspositionen.
Die empirischen Befunde zeigen ausgeprägte strukturelle Asymmetrien zwischen den Sendern KiKA und CBeebies: CBeebies präsentiert rund 36-mal so viele Akteur*innen und Figuren mit Behinderung (181 vs. 5) und weist rund zwölfmal so viel entsprechende Sendezeit aus (16,34 vs. 1,32 Stunden). Während CBeebies Behinderung als strukturelles Programmmerkmal verankert, folgt KiKA einer Praxis selektiver Sichtbarkeit, die zudem im untersuchten Material bei drei der fünf Figuren mit stereotypen Figurenkonstruktionen einhergeht. Auf dieser Basis identifiziert die Arbeit in einer Typologie vier Repräsentationspositionen im narrativen Gefüge (Subjektposition, Ensembleposition, Reduktionsposition, Zeichenposition) und rekonstruiert, wie diese audiovisuell durch Verfahren der Schnittorganisation, Kameraführung und Interaktionsgestaltung hergestellt bzw. unterlaufen werden.
Die Ergebnisse werden an den normativen Bezugsrahmen der UN-Behindertenrechtskonvention rückgebunden, die beide Länder im Jahr 2009 ratifiziert haben, und führen zu der Erkenntnis: Inklusive Repräsentation ist eine strukturelle, nicht eine individuelle Aufgabe – sie muss in institutionellen Routinen und Entscheidungsprozessen verankert werden.
Die Arbeit entwickelt ein integriertes Analysemodell, das Sichtbarkeitsmuster, partizipative Bewertungen und mediale Herstellungsweisen systematisch aufeinander bezieht, und leitet daraus Implikationen für die Medienpraxis sowie für die Forschung in der Medienwissenschaft und den Disability Studies ab.
Dieser dritte Zwischenbericht beschäftigt sich mit sexualisierter Gewalt im Bistum Trier in den beiden ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts. Er führt die beiden ersten Zwischenberichte fort, die sich mit den Amtszeiten der Bischöfe Bernhard Stein (1967-1980) und Hermann Josef Spital (1981-2001) auseinandersetzen.
Erneut erfasst der Bericht das Ausmaß des Hellfeldes von Missbrauchstaten an Kindern und Jugendlichen, analysiert den Umgang der Verantwortlichen im Bistum mit Betroffenen und Beschuldigten und die Verantwortung der beiden Ortsbischöfe Marx und Ackermann.
This dissertation examines the uneven production of spaces for tar sands extraction, production, transportation, and consumption in Canada. Combining research on energy geographies, fossil capitalism and settler colonialism, this work conceptualizes these spaces as the physical sites and multi-scalar decision-making arenas in and through which tar sands development is realized, governed and disputed. In recent decades, tar sands expansion has led to conflicts between the Canadian state, the fossil fuel industry and Indigenous communities over the unequal distribution of its benefits, costs and risks. Despite a large body of literature on these conflicts, little theorization of their spatial dimensions has taken place. Using the concept of energyscapes here elucidates how multiple actors articulate and mobilize competing discursive-material practices (e.g., discourses, knowledge claims, future visions) to (re)shape tar sands spaces. A qualitative methodology was employed, encompassing critical discourse analysis, participant observation, and informal interviews, to examine these conflicting discursive-material practices. In particular, this dissertation argues that the appropriation of Indigenous peoples’ lands and their discursive representation as empty, unproductive sites are key forces driving the spatial expansion of tar sands operations, particularly of fossil fuel infrastructures. Simultaneously, this research states that Indigenous-led movements play a fundamental role in challenging the spatial arrangements of power that sustain tar sands development. A focus on the dispute between the Canadian state and an Indigenous-led movement over the Trans Mountain pipeline expansion project (TMX) in Alberta and British Columbia (BC) exemplifies how these actors transform the physical spaces and decision-making areas through which the TMX is governed. An analysis of this case has broader implications for understanding the possibilities and limitations of dismantling the power structures underpinning tar sands spaces and building alternative energy futures.
Die Texte stehen in Zusammenhang mit den römischen Bauten, mit berühmten Persönlichkeiten, mit den Bewohnern der Gegend und mit der Geschichte der Stadt selbst. Es sind verschiedene Textgattungen vertreten. Das Weiterleben der lateinischen Sprache über die Antike hinaus ins Mittelalter bis in die Neuzeit wird deutlich.
International sanctions have become an increasingly prominent instrument of foreign policy, yet their political, institutional, and societal consequences remain complex and often extend beyond their stated objectives. This dissertation contributes to the literature on international sanctions by examining their effects across five distinct but interconnected dimensions. The five studies investigate how sanctions affect emigration, coups d’état, interactions between political leaders, public-sector corruption, and governments’ compliance with their national constitutions.
The dissertation yields several key findings. First, Western multilateral and United Nations sanctions increase emigration from targeted countries, particularly where freedom of expression is restricted, suggesting that exit can serve as an alternative response when opportunities for political voice are limited. Second, Western sanctions increase the probability of coups d’état, especially successful coups in non-democratic regimes and during the post-Cold War period. Third, greater similarity between political leaders substantially reduces the likelihood of sanction imposition, particularly for unilateral sanctions, demonstrating that interpersonal characteristics shape the use of economic coercion. Fourth, Western and UN sanctions are associated with temporary reductions in public-sector corruption in democratic target countries, with particularly pronounced effects when sanctions pursue democratization or human rights objectives. Finally, sanctions have opposing effects on constitutional compliance across political regimes. While sanctioned democracies tend to improve their adherence to constitutional rules, sanctioned autocracies become less compliant.
Taken together, the findings demonstrate that the consequences of international sanctions depend critically on the political and institutional characteristics of targeted states, the actors imposing sanctions, and the design and objectives of sanction regimes. Sanctions can induce behavioral and institutional change, but they can also generate unintended consequences, including emigration and political destabilization. By integrating insights from international economics, political economy, and international relations, this dissertation advances a more differentiated understanding of sanctions as a foreign-policy instrument and highlights the importance of accounting for heterogeneous responses when assessing their effectiveness and broader consequences.
Diese Arbeit untersucht, ob und unter welchen Bedingungen diachroner semantischer Wandel als Signal in den kontextualisierten Tokenrepräsentationen
vortrainierter Sprachmodelle nachweisbar ist. Ausgangspunkt ist die theoretische Konvergenz der Distributionalhypothese mit der Architektur moderner
Transformer-Modelle: da kontextualisierte Embeddings distributional definierte
Bedeutung operationalisieren, könnten sie latent kodieren, was die Bedeutungsgeschichte eines Wortes hinterlässt. Drei Beiträge werden geleistet: Erstens
wird der AmDi-Datensatz vorgestellt, ein sense-annotiertes, multi-temporales
Korpus polysemer deutschen Nomen mit 22.230 annotierten Instanzen, verankert im GermaNet-Inventar. Zweitens werden zwei Trainingsstrategien zur
Verstärkung des temporalen Signals evaluiert: Multitask-Instruction-Tuning
scheitert daran, diachrones Signal uuverlässig von überlagernden Signalen zu
trennen; kontrastives Lernen mit temporal gewichteter Verlustfunktion gelingt
dies auf Lemmaebene und erzielt messbar höhere Signal-Rausch-Verhältnisse.
Drittens wird ein Messrahmen entwickelt, der semantischen Drift nicht als
skalare Distanz zwischen mittleren Embeddings erfasst, sondern als Verteilung
dimensionaler Veränderungen im Einbettungsraum. Diese Verteilungsmetriken
korrelieren zuverlässiger mit goldstandard-basierten Bedeutungswandelurteilen
als Kosinus-basierte Baseline-Maße. Die Arbeit diskutiert zudem die epistemologischen Grenzen des Ansatzes: Muster in Modellrepräsentationen erlauben
keine direkten Rückschlüsse auf natürlichen Sprachwandel; der Erkenntnisgewinn liegt vielmehr darin, zu verstehen, welche sprachlichen Signale Modelle
enkodieren und wie diese nutzbar gemacht werden können.
We consider irreversible investment problems where an agent decides if and when to
invest in a project which generates a perpetual flow of profits after paying some investment
cost. The agent observes the profits which follow a geometric Brownian motion
with possibly time-dependent drift. Moreover, she discounts future profits as well as the
investment cost. In the classical model introduced by Dixit and Pindyck (1994, Chapter
6, Section 1), the drift is constant and known to the agent. Even though this assumption
is convenient for their analysis, it is generally unrealistic. In this thesis, we consider three
variants of the classical model which turn out to be two-dimensional optimal stopping
problems: Unknown drift, a jump of the drift at a fixed time, and a jump of the drift at
an exponentially distributed time.
For all variants, the optimal investment decision only depends on the current profits
and the current state of the respective additional feature, which is either the current
updated belief on the true state of the drift, the remaining time until the drift jumps,
or the current state of the drift. Precisely, we characterize the optimal stopping time
by a continuous and monotonic boundary function mapping the state of the additional
feature on the minimal stopping trigger for the profit process. To achieve these results
and to derive the boundary function, we employ the following two approaches:
For unknown drift and a jump of the drift at a fixed time, we compute the boundary function
numerically by a nonlinear integral equation. This approach requires establishing
several properties of the boundary function and the value function such as monotonicity
and continuity. Since the agent’s payoff not only depends on the current state of the
profit process but also on the state of the additional feature, many standard arguments
to derive these properties are not applicable. Instead, our proofs build on a method to
connect the value functions for different initial profit levels and initial states of the additional feature. Based on this, we show that the value function solves the associated free
boundary problem. Next, we derive a nonlinear integral equation whose unique solution
is the boundary function. Utilizing this, we compute the boundary function numerically
via a fixed-point iteration in combination with a Monte-Carlo method.
For a jump of the drift at an exponentially distributed time and in a special case for
unknown drift, we determine the boundary function by a nonlinear equation which, for
the latter variant, even yields an analytical expression. We reduce both problems to
a family of parameterized one-dimensional optimal stopping problems whose optimal thresholds characterize the boundary function. For each sub-problem, we solve the
associated free boundary problem and verify that its solution corresponds to the value
function. This way, we establish a nonlinear equation for the threshold.
Additionally, we numerically analyze the influence of parameter variation on the optimal
investment behavior for every variant. Particularly, we analyze the value of information
in the case of unknown drift and, for the same expected jump time, compare the models
whose drift jumps at a fixed or an exponentially distributed time.
Wie wurden die Normen des ehrlichen Steuerzahlens in unterschiedlichen Gesell-schaften ausgehandelt, und wie veränderten sie sich im Laufe der Zeit? Diesen Fragen geht das Projekt vergleichend anhand von drei unterschiedlichen Typen von Steuerstaaten nach (Wagschal 2005), nämlich Spanien, den USA und Westdeutschland zwischen den 1940er und 1980er Jahren. Als Quellen werden z.B. wissenschaftliche Publikationen der Steuermoralforschung, Material der tax education (Plakate, Filme), Medienberichterstattung, politische Debatten in Parlamenten, Parteiprogramme und Stellungnahmen von Kirchenvertretern her-angezogen. Als methodische Herangehensweise wird ein diskursanalytischer Zugang gewählt, um unterschiedlich Interessen und Machkonstellationen zu fokussieren. Die Diskurse ums Steuerzahlen dienen als Sonde in Aushandlungsprozesse gesellschaftlicher Lastenverteilung.
Schon die Definition des Begriffs „Steuermoral“ war keineswegs einheitlich: Verschiedene Forscher seit den 1950er Jahren nutzten zur Messung die Selbsteinschätzungen von Steuerzahler*innen, ihre moralische Beurteilung von Hinterziehungsfällen, oder sie rechneten die von der Steuerfahndung aufgedeckten Betrugsfälle hoch. Die verschiedene Messmethoden erzeugten unterschiedliche Ergebnisse, die in die politischen Diskurse eingespeist wurden. Auch die Finanzverwaltungen agierten unterschiedlich: Während sich die Finanzverwaltung in den USA (IRS) schon seit 1941 um eine aufwendige, multimediale Erziehung der Steuerzahler*innen bemühte, indem sie über Verwendungszwecke informierte und das System legitimierte, wurde dieser Ansatz in der Bundesrepublik kaum verfolgt. Im francistischen Spanien sind Ansätze der tax education nachweisbar, die nach dem Übergang zur Demokratie ab 1975 umfassend ausgebaut wurden.
Der Vergleich von Steuerskandalen macht ebenfalls Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar. Während z.B. in Bayern die Finanzverwaltung im Auftrag der Politik solche Norm-verletzungen oft zu vertuschen versuchte, trugen die spanischen Behörden bewusst zur Skandalisierung bei, um exempla zu statuieren. Waren Firmen betroffen, so wurden in den Skandalen Handlungsspielräume und Abhängigkeiten zwischen Wirtschaft und Staat ausge-handelt; Personalisierte Steuerskandale betrafen oft Repräsentant*innen bestimmter Gruppen, z.B. der African Americans in den USA oder der alten Franco-Eliten in Spanien. Ausgehandelt wurde, für wen die Normen des (ehrlichen) Steuerzahlens galten – eine Frage, die sehr eng mit dem Verständnis von Demokratie, Gleichheit und Staatsbürger*innenschaft verknüpft war.
Wie viele retrodigitalisierte historische Wörterbücher sind auch die deutschsprachigen Dialektwörterbücher weitgehend isoliert voneinander und unverbunden im Web publiziert, obwohl sie ein großes Vernetzungspotential aufweisen. Als geeignete Plattform für die Verlinkung lexikalischer Ressourcen gilt das Linked Open Data (LOD) Paradigma. Die Abbildung von Semantik erfolgt hier nach dem Prinzip semantics by reference über die Verknüpfung der Lemmata mit einem ontologischen Konzept. Allerdings wurden bislang kaum retrodigitalisierte Wörterbücher als LOD aufbereitet, was insbesondere auf das Fehlen von überzeugenden automatisierten Methoden zur lexikalisch-semantischen Vernetzung zurückzuführen ist.
Am Beispiel der westmitteldeutschen Dialektwörterbücher sowie dem semantischen Feld Trinken erprobt die vorliegende Arbeit drei unterschiedliche Methoden für die Durchführung einer automatisierten Verknüpfung von Lemma-Bedeutungs-Paaren und Konzepten: (1) einen Ansatz, basierend auf einem ausdrucksseitigen Abgleich von Zeichenketten, (2) die Verwendung von Embeddings nach Finetuning des Sprachmodells ModernGBERT und (3) die Nutzung des LLMs Llama 3.3. Die Datenbasis für die Vernetzung und deren Evaluation wird durch ein Korpus mit Goldstandard-Annotation bereitgestellt. Ein projektspezifisches kontrolliertes Vokabular definiert die Konzepte, welche als Referenzebene der Verknüpfung sowie Schnittstelle zum Semantic Web fungieren.
Die beste Gesamtperformance erreicht die auf ModernGBERT basierende Methode: Sie klassifiziert 97% der Einträge korrekt ins semantische Feld, erreicht 94,55% Genauigkeit bei den generischen Wurzelkonzepten, 88,56% bei den Basiskonzepten und ordnet konkrete Konzeptbegriffe zu 91,78% korrekt zu (Top-3-Vorhersagen). Die Qualität der erzielten Ergebnisse eignet sich bereits ohne Nachbearbeitung zum Einsatz für eine konzeptbasierte Suche oder zur Exploration eines Wortfeldes. Für Kontexte, in denen eine möglichst fehlerlose Vernetzung notwendig ist, etwa im Semantic Web, bieten die erzeugten Konzeptverknüpfungen eine gute Grundlage für einen nachgelagerten Korrekturdurchgang.
Somit konnte eine praktikable Lösung für eine automatisierte semantische Vernetzung von Wörterbuchartikeln erarbeitet werden. Es eröffnet sich damit die Perspektive, lexikographische Daten – insbesondere solche aus vordigitaler Ära – als LOD miteinander zu vernetzen, wodurch diese einen onomasiologischen Zugang erhalten und sich neue Anwendungs- und Suchmöglichkeiten eröffnen.
Antisemitismus als leidenschaftliche Welt(um-)deutung findet nicht erst seit dem 7. Oktober 2023 über den Kreis der „üblichen Verdächtigen“ im Rechtsextremismus hinaus Anklang. Der Band zeigt die Persistenz, Wandelbarkeit und globale Verbreitung judenfeindlicher Vorstellungen und Äußerungsformen auf und verfolgt sie von der Antike bis in die Telegram-Chats, Universitätshörsäle und Demonstrationen der Gegenwart.
Der interdisziplinär ausgerichtete Band versammelt antisemitismuskritische Studien junger Antisemitismusforscher*innen, die neue Schlaglichter auf die Akteur*innen, sich wandelnden Kommunikationsmodi und milieu- und kontextabhängigen Spezifika eines zunehmend global vernetzten antisemitischen Diskurses werfen. Über die offenen Erscheinungsformen judenfeindlicher Ressentiments hinaus verweist er auf die Virulenz latenter, halb- und unbewusst tradierter sowie bewusst codierter Vorstellungen über „die Juden“, „das Jüdische“ oder den jüdischen Staat Israel. Letzterer ist nicht erst seit, aber gegenwärtig wieder verstärkt infolge des Hamas-Pogroms vom 7. Oktober 2023 Gegenstand antisemitischer Agitationen, wobei gefühlte Wahrheiten über den Staat und den arabisch-israelischen Konflikt den öffentlichen Diskurs prägen. Die Analysen des Bandes stellen die Gemeinsamkeiten dieser Vorstellungen und Äußerungen heraus, in denen „die Juden“ oder Israel als Projektionsflächen für die Ängste und Wünsche der antisemitisch denkenden Subjekte dienen, und verweisen auf die Notwendigkeit einer kritischen und hörbaren Antisemitismusforschung nach der Zäsur des 7. Oktober.
Politischer Journalismus
(2026)
Der Band bietet vielfältige Forschungsperspektiven auf politischen Journalismus und seine Berichterstattung. Die Beiträge zeigen unterschiedliche methodische Zugänge für die Analyse. Die Muster des politischen Journalismus werden überwiegend in einem hybriden und digitalen Medienkontext skizziert. Ein Schwerpunkt liegt direkt auf Journalistinnen und Journalisten in den sozialen Medien. Mehrere Beiträge beleuchten Vermittlungskonstellationen und liefern Hinweise zu Veränderungen im Verhältnis zur Politik und zum Publikum. Der Band richtet sich an Forschende, Lehrende und Studierende im Bereich der Journalismusforschung und in der politischen Kommunikationsforschung.
Ländliche Utopien
(2024)
Sterbende Dörfer, Verödung und Niedergang: In Wissenschaft und Medien stehen ländliche Räume häufig für Orte des Mangels und der Benachteiligung. Zugleich bringen utopisch anmutende Vorstellungen und Bilder des Lebens auf dem Land so viel Glanz mit sich, dass sie in Werbung und Kultur sowie in den Wünschen und Orientierungen vieler Menschen Anklang finden. Die Beiträger*innen gehen aus unterschiedlichen Perspektiven diesem utopischen Glanz nach. Sie fragen, inwiefern »Utopien des Ländlichen« ein Zugang sein können, um Vorstellungen eines gelingenden gesellschaftlichen Zusammenlebens zu entwickeln und zu erproben – und welche konkreten Forderungen für die Regionalentwicklung und -politik damit verbunden sind.
C’est la participation des citoyen·ne·s engagé·e·s qui fait vivre la démocratie. À cette fin, il est nécessaire de familiariser le plus tôt possible les enfants et les adolescent·e·s aux méthodes démocratiques. Le conseil de coopération est un outil d’éducation à la démocratie qui o!re aux élèves de nombreuses possibilités pour expérimenter la participation et renforcer leurs compétences démocratiques.
Faut-il interdire les emballages en plastique ? Quels arguments s’opposent au droit de vote à partir de 14 ans? Quelles sont les conséquences du Brexit sur l’Europe ? – Ce type de questions a toute sa place en conseil de coopération, car leur discussion o!re des possibilités d’apprentissage des processus démocratiques.
Sollten Plastikverpackungen verboten werden? Was spricht gegen eine Wahlberechtigung ab 14 Jahren? Wie sollte die EU mit möglichen Auswirkungen des Brexits umgehen? – Auch solche Fragen haben im Klassenrat ihre Berechtigung, denn ihre Diskussion bietet besondere Chancen für demokratische Lernprozesse.
Auch in Sekundarschulen bietet der Klassenrat den Schüler*innen Raum, um ihre Anliegen zu artikulieren und in einem demokratischen Prozess Verbesserungspotenziale für die Klasse und Schule auszuloten. Die vorliegenden Materialien helfen dabei, die Sitzungen eigenverantwortlich vorzubereiten und durchzuführen.
Dans les écoles secondaires, le conseil de coopération o!re aussi aux élèves un espace pour exprimer leurs demandes et explorer, dans un processus démocratique, les potentiels d’amélioration pour la classe et l’école. Les supports ci-dessous vous aideront à préparer et à mener les réunions de manière autonome.
Dans les écoles fondamentales, le conseil de coopération o!re aux élèves la possibilité d’apprendre et d’approfondir les premières étapes de la gestion démocratique. Dans un espace protégé, ils·elles apprennent à s’exprimer sur les thèmes les plus divers, à résoudre les conflits en se concentrant sur les solutions et à prendre des responsabilités. Les supports présentés ici ont pour objectif de vous aider à mettre en place et à mener à bien le conseil de coopération.
An Grundschulen bietet der Klassenrat eine Möglichkeit für Schüler*innen, erste Schritte demokratischen Umgangs zu erlernen oder auch zu vertiefen. Hier lernen sie in einem geschützten Raum sich zu verschiedensten Themen zu äußern, Konflikte lösungsorientiert zu verarbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Die hier vorgestellten Materialien sollen bei der Einführung und Durchführung des Klassenrats helfen.
Den Klassenrat einführen
(2026)
Bevor eine Einführung des Klassenrats in einer Schulklasse erfolgen kann, sind organisatorische, inhaltliche und methodische Vorbereitungen erforderlich. Der Beitrag gibt Hinweise zur Einführung des Klassenrats und bietet konkrete Methoden, die eine erfolgreiche Implementierung in einer Schulklasse unterstützen.
Klassenrat aus Schülersicht
(2026)
Die Implementierung eines Klassenrats ist mit der Ho!nung verbunden, die demokratischen Kompetenzen von Schüler*innen zu stärken. Welche Kompetenzen die Teilnehmer*innen mithilfe dieser demokratiepädagogischen Methode tatsächlich erwerben und wie sich der Klassenrat auf die Klassengemeinschaft auswirkt, hat eine empirische Studie am Lycée Nic Biever in Dudelange untersucht.
La mise en œuvre d’un conseil de coopération est liée à l’espoir de renforcer les compétences démocratiques des élèves. Une étude empirique1 réalisée au Lycée Nic Biever de Dudelange a analysé les compétences réellement acquises par les participant·e·s grâce à cette méthode d’éducation à la démocratie ainsi que l’impact du conseil de coopération sur la classe.
La participation des élèves ne devrait pas se limiter à l’implication dans l’organisation et l’évaluation des cours. Une culture de tâches participative o!re de nombreuses possibilités pour pratiquer et analyser la participation démocratique à l’aide d’actions réelles ou simulées dans l’apprentissage technique.
Die Partizipationskompetenz von Schülerinnen und Schülern sollte nicht nur durch eine Beteiligung an der formalen Gestaltung und Bewertung des Unterrichts gefördert werden. Vielmehr bietet eine entsprechende Aufgabenkultur vielfältige Möglichkeiten, demokratische Partizipation durch simulatives oder reales Handeln im fachlichen Lernen zu üben und zu reflektieren.
Considérer les processus d’évaluation à l’école comme une possibilité pour soutenir les élèves dans l’évaluation réaliste et le développement de leurs processus et leur comportement d’apprentissage : l’évaluation participative des performances o!re di!érentes possibilités pratiques pour favoriser la motivation d’apprendre, l’autoréflexion et la compréhension démocratique.
Bewertungsprozesse in der Schule als Möglichkeit nutzen, um Schüler*innen bei der realistischen Einschätzung und Weiterentwicklung ihrer Lernprozesse und ihres Lernverhaltens zu unterstützen: Die partizipative Leistungsbewertung bietet verschiedene praxisnahe Ansätze zur Förderung von Lernmotivation, Selbstreflexion und demokratischem Verständnis.
Feedback in der Schule? Das bedeutet häufig eine kurze Rückmeldung der Lehrer*innen an die Schüler*innen zu deren Mitarbeit. Dabei bietet eine etablierte Feedbackkultur im Unterricht breite Möglichkeiten, demokratisches Handeln zu üben und die Unterrichtsqualität zu verbessern, und muss keineswegs nur einseitig ausfallen.
Le feedback à l’école ? Il s’agit souvent d’un simple retour d’informations des enseignant(e)s sur le travail des élèves en classe. Cependant, une culture du feedback solide en classe o!re de nombreuses possibilités pour pratiquer l’action démocratique et améliorer la qualité de l’enseignement, tout en faisant participer enseignant(e)s et apprenant(e)s.
Participer à l’enseignement dès le plus jeune âge – est-ce possible ? Les discussions et les processus de négociation et de décision ne nécessitent-ils pas une certaine maturité dont les enfants de trois ans ne disposent pas encore ? L’équipe mateneen s’est fait une idée du travail avec des enfants préscolaires et a constaté : que c’était tout à fait possible !
Partizipation im Unterricht von klein auf – geht das? Braucht man für Diskussionen, Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse nicht eine bestimmte Reife, über die Dreijährige noch gar nicht verfügen? Das mateneen-Team hat sich auf Limpertsberg ein Bild von der Arbeit mit Vorschulkindern gemacht und festgestellt: das geht sehr wohl!
Partizipativer Unterricht, der nicht nur aus punktuell erlebter Teilnahme besteht, ist — wie Charlotte Keuler es im Leitartikel des vorliegenden Heftes formuliert — durch die Herausforderungen, vor die uns unsere globalisierte Welt stellt, in vielerlei Hinsicht unabdingbar geworden. Kommunikationsfähigkeit, interkulturelle Kompetenz, Wissensmanagement und andere oft zitierte „soft skills“ sind Schlüssel- kompetenzen des 21. Jahrhunderts.
L’enseignement participatif, qui ne se résume pas à une participation vécue ponctuellement, comme l’écrit Charlotte Keuler dans l’article principal de ce carnet, est devenu indispensable à plusieurs égards en raison des défis auxquels nous confronte notre monde globalisé. La capacité à communiquer, les compétences interculturelles, la gestion des connaissances et d’autres « soft skills » sont les compétences clés du 21e siècle.
Fachunterricht ist der zentrale Erfahrungsraum im Sozialisationsumfeld Schule. Er prägt schon allein aufgrund seines hohen zeitlichen Anteils im Tagesverlauf und der grundlegenden Funktion von Schule Handeln und Wahrnehmung von Lehrpersonen und Lernenden. Umso wichtiger ist es, ihn in die Gestaltung einer demokratischen Schulkultur einzubeziehen.
L’enseignement participatif
(2026)
L‘école est un lieu de socialisation des enfants et des jeunes. Les heures de cours de l‘enseignement des différentes matières sont un espace d‘expérimentation de cette socialisation. Elles marquent par leur durée dans la journée aussi bien le rôle fondamental de l‘école que l‘action et la perception à la fois des enseignant(e)s et des apprenant(e)s. Il apparaît donc d’autant plus important d’intégrer ces cours dans l’organisation d’une culture scolaire démocratique.
Theorie: Bei Personen mit chronischer Herzinsuffizienz (HFrEF) sind Stresserleben, Depressivität und Angst stark ausgeprägt, was die Krankheitsprogression negativ beeinflusst. Effektive Stressbewältigung erscheint daher für diese Patientengruppe von Relevanz, doch die Wirkung systematischer Entspannung bei HFrEF wurde bisher nicht untersucht. Methode: Personen mit HFrEF (Ø 61 Jahre, 74.1 % männlich) nahmen an einer kontrolliert randomisierten Pilotstudie teil, bei der Autogenes Training (n = 14) mit einer aktiven Kontrollgruppe (n = 13) verglichen wurde. Die primären (Stresserleben [TICS, STADI]), sekundären (physiologische Stressbelastung [Cortisol, Alpha-Amylase, sTNF-R1], Coping-Verhalten [SVF 120-S], selbstberichteter Gesundheitszustand [ASS-SYM]) und explorativen (Schwere der HFrEF [6MWT, NT-proBNP]) Outcomes wurden an drei Messzeitpunkten (T1: Baseline, T2: nach der zweimonatigen Intervention, T3: drei Monate nach Interventionsende) erfasst. Die kurz- und mittelfristigen Effekte sowie ihre Stabilität wurden untersucht. Ergebnisse: In der Interventionsgruppe zeigte sich an T2 eine signifikante Reduktion der Symptom- und Beschwerdenbelastung (rT2= .60), der Angst (rState,T2= .73, rTrait,T2= .58) sowie der Depression (rState,T2= .71, rTrait,T2= .58); p < .05. Auch die Gehstrecke verbesserte sich um durchschnittlich 49 m (rT2= .64, SDT2= 71.4, p < .05). Diese Effekte blieben an T3 stabil; p > .05. Die chronische Stressbelastung nahm von T1 zu T3 signifikant ab (rT3= .64, p < .05). In der Kontrollgruppe zeigte sich nur an T3 eine signifikante Reduktion der State-Angst (rT3= .65); p < .05. Diskussion: AT reduziert effektiv herzinsuffizienztypische Belastungen wie Angst, Depression und Stress und verbessert Symptom- und Problembereiche sowie die körperliche Fitness. Aufgrund seiner Wirksamkeit, geringen Kosten und Krankenkassenanerkennung sollte es Teil präventiver und rehabilitativer HFrEF-Behandlungsprogramme sein.
Developing solution methods for discrete bilevel problems is known to be a challenging task—even if all parameters of the problem are exactly known. Many real-world applications of bilevel optimization, however, involve data uncertainty. We study discrete min-max problems with a follower who faces uncertainties regarding the parameters of the lower-level problem. Adopting a Γ-robust approach, we present an extended formulation and a multi-follower formulation to model this type of problem. For both settings, we provide a generic branch-and-cut framework. Specifically, we investigate interdiction problems with a monotone Γ-robust follower and we derive problem-tailored cuts, which extend existing techniques that have been proposed for the deterministic case. For the Γ-robust knapsack interdiction problem, we computationally evaluate and compare the performance of the proposed algorithms for both modeling approaches.
It is well known that bilevel optimization problems are hard to solve both in theory and practice. In this paper, we highlight a further computational difficulty when it comes to solving bilevel problems with continuous but nonconvex lower levels. Even if the lower-level problem is solved to -feasibility regarding its nonlinear constraints for an arbitrarily small but positive , the obtained bilevel solution as well as its objective value may be arbitrarily far away from the actual bilevel solution and its actual objective value. This result even holds for bilevel problems for which the nonconvex lower level is uniquely solvable, for which the strict complementarity condition holds, for which the feasible set is convex, and for which Slater’s constraint qualification is satisfied for all feasible upper-level decisions. Since the consideration of -feasibility cannot be avoided when solving nonconvex problems to global optimality, our result shows that computational bilevel optimization with continuous and nonconvex lower levels needs to be done with great care. Finally, we illustrate that the nonlinearities in the lower level are the key reason for the observed bad behavior by showing that linear bilevel problems behave much better at least on the level of feasible solutions.
Surveys of antitrust cases reveal that colluding firms usually (1) attempt to minimise the risk of prosecution, (2) achieve merely imperfect levels of collusion, (3) compete against some independently acting firms, and (4) adjust to market entries and exits. In contrast, existing oligopoly models neglect some of the four listed stylised facts and, thus, overlook important interdependencies between them. Therefore, the present paper develops a general quantity leadership model that simultaneously accommodates all four stylised facts. The model is a three-stage game in which each firm must make three consecutive decisions: market entry or not, collusion or not, and output quantity. The framework is augmented by an antitrust authority that ensures free market access. In addition, the antitrust authority may directly obstruct collusion and it may threaten prosecution. The results of this study indicate that the latter two instruments are rather ineffective.
There is a need to counteract the chronic progression of Parkinson’s disease (PD). This complex challenge requires new theoretical frameworks and practical strategies. In this study, we implemented group singing in line with the Singing Hospitals format and examined it through the lens of Polyvagal Theory to evaluate its potential benefits for people with PD. According to Polyvagal Theory, facilitating a shift in autonomic states from defense to safety and social engagement may enhance physiological regulation and thereby promote well-being across physical, mental, emotional, and social dimensions. In a pilot study, we recruited patients with PD and examined their responses to two group singing formats (weekly sessions: N1 = 13, one-day-workshop: N2 = 14) and a non-singing control group (N3 = 22). We designed scales of physical, mental, emotional, and social states that PD patients rated before and after eight one-hour singing sessions (N1) or an eight-hour singing workshop (N2). Findings show that PD patients benefited from group singing across both settings (large effect size: d = 2.43). Furthermore, self-reported interoceptive sensibility, used as a proxy for polyvagal autonomic reactivity, showed a substantial reduction in discomfort after weekly singing, while remaining constant in the control group (large effect size: d = 0.94). We observed the predicted singing-dependent effects and interpreted them as a shift in autonomic regulation consistent with Polyvagal Theory. Singing may represent a feasible, low-threshold resource for coping. Furthermore, Polyvagal Theory may provide an innovative framework for PD and help to bridge motor and non-motor symptoms.
Action control theories assume that stimulus and response features are integrated or bound into short term episodic traces. A repetition of any of these features results in a retrieval of the entire episodic trace, and can thus facilitate or interfere with future actions. Along with stimuli features, features of the response and any other irrelevant stimuli that are present, are also integrated into such traces and can influence future actions. Using word stimuli, Singh et al. (2018) observed that such so-called binding effects are larger for attended features relative to unattended features. This was the case even for features generally believed to be automatically processed, like valence. Since previous research has shown differences in the processing of word and picture stimuli, it is questionable whether the attentional modulations in the above study would extend to picture stimuli. In order to examine this question, Experiment 1 replicated the design of Singh et al. (2018) but used picture instead of word stimuli. In order to directly compare word and picture stimuli, the data of Singh et al (2018) were re-analysed together with the data of the present study. In Experiment 2, the alternative hypothesis, that the effects were driven by the encoding of stimulus contingencies, was tested. Taken together, the findings of the present study replicate those of Singh et al. (2018), indicating that even with picture stimuli, valence related binding effects are modulated by attention allocation.
Remote intelligence testing has multiple advantages, but cheating is possible without proper supervision. Proctoring aims to address this shortcoming, yet prior research on its effects has primarily investigated reasoning tasks, in which cheating is generally difficult. This study provides an overview of recent research on the effects of proctoring and on studies in intelligence test settings. Moreover, we conducted an empirical study testing the effects of webcam-based proctoring with a multidimensional intelligence test measuring reasoning, short-term memory, processing speed, and divergent thinking. The study was conducted in a low-stakes context, with participants receiving a fixed payment regardless of performance. Participants completed the test under proctored (n = 74, webcam consent), unproctored random (n = 75, webcam consent), or unproctored chosen (n = 77, no webcam consent) conditions. Scalar measurement invariance was observed for reasoning, processing speed, and divergent thinking, but not for memory. Proctoring had no significant main effect on test performance but showed a significant interaction with test type. Proctored participants outperformed the unproctored chosen group significantly in divergent thinking and scored descriptively higher in reasoning and processing speed, but slightly lower in memory. Observable cheating under proctored conditions was rare (4%), mostly involving note-taking or photographing the screen. We conclude that proctoring is crucial for easily cheatable tasks, such as memory tasks, but currently less critical for complex cognitive tasks.