Refine
Document Type
- Doctoral Thesis (2)
Language
- German (2)
Has Fulltext
- yes (2)
Keywords
- Botho Strauß (1)
- DDR-Literatur (1)
- Drama (1)
- Freiheit (1)
- Goetz, Rainald (1)
- Mythos (1)
- Protest (1)
- Rainald Goetz (1)
- Rebellion (1)
- Sinnfindung (1)
Institute
- Fachbereich 2 (1)
Diese Arbeit befasst sich mit den Poetiken von Botho Strauß und Rainald Goetz, in denen Zeit und Literatur sowie Zeiterfahrung und Sinnerfahrung auf der Ebene der Sinnkonstruktion in der Literatur eng verknüpft sind. Botho Strauß, ein reaktionärer Autor, und Rainald Goetz, ein anti-elitärer Pop-Autor, betrachten trotz ihrer gegensätzlich konzipierten poetologischen Programme die Literatur als den besten Möglichkeitsraum der Sinnherstellung und Sinnerfahrung. Davon ausgehend untersucht diese Arbeit ihre Poetiken, nämlich die Poetik der Erinnerung (Strauß) und die Poetik des Jetzt (Goetz) und versucht dabei, den Umgang der beiden Schriftsteller mit der Zeit, der Sprache und der Welt zu beleuchten. Grundlegend für die gesamte Analyse ist der Gesichtspunkt, dass es in ihren Poetiken unter anderem um ein Ereignis, um die ästhetische Erfahrung eines plötzlichen Augenblicks, geht, in dem man den im Alltag verlorenen Sinn wiedergewinnt oder das Sinnvolle, das Schöne und das Wahre als Unbeschreibbares und Neues entsteht. In dieser Arbeit gilt die These, dass sich ein solcher Augenblick, ein erfüllter Moment, insbesondere in der Sprache verwirklicht. Davon ausgehend kommt diese Arbeit zu dem Schluss, dass beide Autoren vor allem in der Schrift, wie auch überhaupt in der Kunst, die sogenannte Erlösung finden wollen.
Die vorliegende Dissertation untersucht das Motiv der Freiheit als zentrales Thema in Werken des DDR-Autors Ulrich Plenzdorf. Ziel ist es, Plenzdorfs literarische Auseinandersetzung mit individuellen Freiheitsbestrebungen unter den Bedingungen der SED-Diktatur eingehend zu erschließen. Die Analyse erfolgt diachron und umfasst Texte aus den 1960er Jahren bis zum Ende der 1980er Jahre, wodurch Entwicklungslinien, thematische Verschiebungen und ästhetische Veränderungen im Werk sichtbar werden. Neben kanonisierten Werken werden auch bislang wenig beachtete Texte einbezogen, um ein vollständigeres Bild von Plenzdorfs literarischer Produktion zu gewinnen und Forschungslücken zu schließen. Methodisch orientiert sich die Studie an einem kulturwissenschaftlichen Ansatz im Sinne des New Historicism, der literarische Texte als Teil kultureller Praktiken und sozialer Machtverhältnisse versteht. Vor diesem Hintergrund wird gezeigt, wie Plenzdorf Freiheitsvorstellungen in unterschiedlichen historischen Phasen der DDR artikuliert und mit Alltagskultur, Subkulturen sowie gesellschaftlichen Konfliktfeldern verknüpft. Diese Dissertation leistet damit einerseits einen Beitrag zur Neubewertung Plenzdorfs und andererseits zur kulturhistorischen Kontextualisierung der DDR-Literatur.