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Mit mindestens 335 Betroffenen belasten die beiden ersten Nachkriegsjahrzehnte die Bilanz sexueller Gewalt im Bistum Trier besonders schwer. Der vierte und abschließende Zwischenbericht des Forschungsprojekts untersucht sexuellen Missbrauch zwischen 1946 und 1966 unter den Bischöfen Franz Rudolf Bornewasser und Matthias Wehr. Er zeigt: Fast jeder achte in diesen Jahren geweihte Priester wurde später beschuldigt.
Der Bericht führt die Ergebnisse der drei vorangegangenen Zwischenberichte (Stein, Spital, Marx/Ackermann) weiter und deutet das Geschehen in diesem Zeitraum historisch auch als Ergebnis einer kirchlichen Machtstruktur.
Interessenvertreter aus verschiedenen Bereichen scheinen übereinstimmend die Auffassung zu vertreten, dass der Prozess der Digitalisierung beschleunigt werden muss, um den Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung zu begegnen. In Deutschland wurde dieser Prozess erst in der jüngeren Vergangenheit entschiedener vorangetrieben, doch die Entwicklungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass Big Tech Unternehmen diesen Wunsch nach einer beschleunigten Digitalisierung als Gelegenheit genutzt haben, um ihre gesundheitsbezogenen Aktivitäten auszuweiten. Besonders deutlich ist diese Entwicklung in den USA und Großbritannien sowie seit Beginn der Corona-Pandemie zu beobachten. Während manche Produkte, die die GAMAM-Unternehmen (Google, Apple, Meta, Amazon, Microsoft) im Gesundheitsbereich anbieten, wie z.B. die Apple Watch und die Corona-Warn-App, bereits ausführlicher untersucht wurden, wurde das ganze Ausmaß der Aktiväten dieser und weiterer Big Tech Unternehmen im Gesundheitsbereich noch nicht erfasst.
Es ist das Ziel dieser Dissertation, diese gesundheitsbezogenen Aktivitäten der Big Tech Unternehmen detailliert zu beschreiben. Neben den GAMAM-Unternehmen und weiteren “Tech-Giganten” aus den USA werden hierbei auch die Aktivitäten von deutschen Unternehmen wie Deutsche Telekom und SAP sowie Anbieter von elektronischen Patientenakten und Krankenhausinformationssystemen wie Epic Systems berücksichtigt. Insgesamt werden die Aktivitäten von 17 Unternehmen erfasst. Hierbei beschreibt die Dissertation die Aktivitäten getrennt nach Unternehmen und – für jedes einzelne Unternehmen – gegliedert in 27 Kategorien. Erstens wird somit eine Übersicht über die Aktivitäten jedes einzelnen Unternehmens ermöglicht und zweitens eine präzise Kategorisierung dieser Aktivitäten vorgenommen. Das Ziel ist die Erfassung aller gesundheitsbezogenen Aktivitäten der berücksichtigten Unternehmen bis zum Jahr 2025, wobei ein besonderer Fokus auf Aktivitäten im deutschen Gesundheitssektor gelegt wird. Neben den wichtigsten Fakten bezüglich der angebotenen Produkte werden auch Kontroversen und Kritik berücksichtigt, um ein möglichst vollständiges Bild bezüglich der Nutzung der Produkte zu erhalten.
Diesem Ansatz folgend kann gezeigt werden, dass manche Unternehmen in nahezu jedem Bereich des Gesundheitssektors aktiv sind (Google, Amazon), während andere Akteure einen klaren Fokus auf bestimmte Tätigkeitsfelder haben (CompuGroup Medical, Dedalus, Epic Systems). Betrachtet man die Aktivitäten im Zeitverlauf, wird deutlich, dass sie durch zahlreiche Brüche und Neuanfänge geprägt sind. Darüberhinaus fällt auf, dass viele Produkte, die von Big Tech im Gesundheitsbereich angeboten werden, nicht auf Eigenentwicklungen basieren, sondern durch den Kauf anderer Unternehmen übernommen wurden. Besonders deutlich am Beispiel von Palantir kann dargestellt werden, dass die Corona-Pandemie von Big Tech Akteuren teils als Eintrittspforte in den Gesundheitsbereich genutzt wurde. Während eine Nutzung von Palantir-Software im Gesundheitsbereich seitens der britischen Regierung zuvor abgelehnt worden war, beauftragte sie das Unternehmen und weitere US-Amerikanische Tech-Unternehmen zu Beginn der Pandemie mit der Erstellung einer zentralen Datenplattform und seitdem hat Palantir sich auch in weiteren Bereichen der Gesundheitsversorgung in Großbritannien als Partner etabliert. Nahezu alle in der Dissertation berücksichtigten Unternehmen haben ihre gesundheitsbezogenen Aktivitäten im Rahmen der Pandemie deutlich verstärkt.
Trotz der umfassenden Darstellung muss insgesamt konstatiert werden, dass eine Evaluation, die potenzielle Vor- und Nachteile des Big Tech Engagements im Gesundheitsbereich abwägt, bislang nicht möglich erscheint. Dies liegt vor allem daran, dass teils ausschließlich Informationen von den Unternehmen selbst vorliegen, was eine objektive Einordnung unmöglich macht. Häufig wurden mit großem Aufwand eingeführte und beworbene Angebote ohne Angabe von Gründen wieder eingestellt. Während einige Big Tech Aktivitäten im Gesundheitsbereich erste vielversprechende Ergebnisse hervorgebracht haben, gingen andere Bemühungen mit unbefriedigenden Resultaten und, in manchen Fällen, sogar mit Gefahren für die behandelten Patienten einher. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass sowohl die behaupteten Vorteile als auch die Motive der Big Tech Unternehmen kritisch hinterfragt werden sollten, wenn Implementierungen ihrer Lösungen im Gesundheitsbereich in Erwägung gezogen werden.
Im Anschluss untersucht die Dissertation die Diskrepanz zwischen der nahezu übereinstimmend positiven Erwartungshaltung vieler Interessenvertreter bezüglich der Digitalisierung und Plattformisierung des Gesundheitswesens einerseits und der unklaren empirischen Befundlage bezüglich der Auswirkungen dieser Prozesse andererseits. Zu diesem Zweck wurden Aussagen zu positiven Effekten, die in zwei aktuellen Sammelbänden zum Thema Digitalisierung und Plattformisierung der Gesundheitsversorgung ohne Angabe empirischer Nachweise getätigt wurden, ausgewertet und kategorisiert. Im Anschluss wurden die an den Sammelbänden beteiligten Autoren nach Nachweisen für ihre Aussagen gefragt.
Im Rahmen dieser Studie wurden ca. 1.000 Aussagen zu positiven Effekten ohne empirischen Nachweis im Text identifiziert. Zu mehr als 500 dieser Aussagen wurden Fragen an die Autoren der beiden Sammelbände geschickt und bezüglich fast 300 Aussagen antworteten die Autoren. Hierbei wurden nur 6,5% der Aussagen zu denen Antworten eingingen mit überzeugenden Nachweisen belegt. Zu keiner der Kategorien, nach denen die Aussagen sortiert wurden, wurde eine hohe Bestätigungsquote erzielt und für einige Kategorien konnte kein einziger Nachweis für positive Effekte genannt werden. Während sich die Ergebnisse dieser Autorenbefragung nicht dazu eignen, positive Effekte der Digitalisierung und Plattformisierung im Gesundheitsbereich auszuschließen, deuten sie zumindest darauf hin, dass Aussagen bezüglich dieser Effekte häufig nicht durch empirische Nachweise abgesichert zu sein scheinen. Dies sollte berücksichtigt werden, bevor die betreffenden Prozesse mit unklarem Ausgang vorangetrieben werden.
Insgesamt lässt sich somit festhalten, dass sowohl bezüglich der Auswirkungen des gesundheitsbezogenen Big Tech Engagements als auch bezüglich der Effekte von Digitalisierungs- und Plattformisierungsprozessen im Gesundheitsbereich noch viele Unklarheiten bestehen. Allerdings legen die im Rahmen dieser Dissertation gewonnenen Erkenntnisse nahe, dass neben den häufig postulierten Vorteilen auch negative Auswirkungen resultieren können und vermutete positive Effekte häufig nicht durch überzeugende empirische Nachweise belegt sind.
Efficient and exact solutions to problems involving real numbers and
functions over the reals have notoriously been challenging to compute due to
the uncountable nature of the reals and the accumulation of numerical errors.
This thesis describes methods and software implementations for
computing solutions to such problems along with benchmarks and rigorous
correctness proofs. Specifically presented are a calculus for solving non-linear,
transcendental SMT problems over real numbers, methods for solving initial value
problems, and a framework for rigorously analysing and optimising machine learning
models.
These techniques and tools are based on exact real computations and thus provide
exactness guarantees for real-valued results based on formal methods.
The techniques employed range from Taylor models to local linearisations and
are proven to be correct. In particular, a CDCL-style calculus for solving
non-linear constraints which underlies the published SMT solver ksmt is
provided along with proofs of soundness and δ-completeness. The
techniques and tools presented here compare favourably to state-of-the-art
solvers and are available as open-source software.
Innovation is essential for economic growth, technological competitiveness, and sustainable transformation. However, measuring innovation remains a complex challenge for researchers and policymakers. Although patents have long been used as an indicator of technological innovation, they only capture part of the process. Patents primarily reflect technical invention rather than market introduction or service-related innovation. By contrast, trademarks are the most widely used form of intellectual property right and provide valuable insights into market-oriented and non-technological innovation. Building on this distinction, this dissertation explores how patent and trademark data can offer a more comprehensive and reliable overview of innovation.
This dissertation combines methodological, conceptual, and empirical perspectives to improve our understanding of how intellectual property data can be used to study innovation. The dissertation develops approaches for linking patent and trademark data to firm-level information. It also explores the value of this data as an indicator of different types of innovation and examines how it reveals distinctive innovation patterns. The dissertation presents these approaches across five studies and applies them empirically using large-scale datasets that integrate patent, trademark, and firm information.
The first study establishes a transparent and reproducible process for linking patent data from the PATSTAT database with firm-level data. Using a sample of over ten thousand German manufacturing firms, the study introduces a seven-step matching framework that combines algorithmic and manual processes. This approach improves the reliability and traceability of the results, providing a robust basis for analyzing innovation behavior at the firm level.
The second study provides a comprehensive review of trademark-based indicators, which remain underutilized despite their potential to capture product innovation, branding, and commercialization activities. It identifies nine key data sources and over forty distinct measures, classifying them into seven thematic domains. It demonstrates that trademarks can provide further insight into firms' innovation and market strategies, and it offers guidance on how to retrieve, clean, and apply such data. Furthermore, the study explores the potential applications of AI and language models in analyzing the textual and visual characteristics of trademarks.
The third study examines the potential of patents and trademarks as indicators of environmental innovation. Using matched firm-level and survey data from Germany and Italy, the study assesses the reliability of these indicators in identifying firms engaged in green innovation. The results show that patents and trademarks capture different aspects of innovation: patents reflect technological invention, whereas trademarks indicate market-oriented and sustainability-related activities.
The fourth study examines how the knowledge embedded in inventions influences the discontinuous potential of climate change mitigation technology patents. Using advanced text-based similarity analysis, the study distinguishes between inventions that draw more strongly on basic research and those that draw more strongly on applied technological knowledge. The results show that inventions with a stronger orientation toward basic research are more likely to generate technological discontinuities, while those based on applied knowledge tend to reinforce existing trajectories. Compared to traditional citation-based measures, the study demonstrates that content-based indicators can provide deeper insights into the knowledge foundations and transformative potential of innovation.
The fifth study examines the technological innovation patterns of Hidden Champions, which are highly specialized, export-oriented niche leaders that form the backbone of the German Mittelstand. Based on patent data, the analysis shows that Hidden Champions are more active in technological innovation and exhibit greater depth and specialization than comparable firms. However, their strong reliance on internal knowledge sources limits their innovation efficiency and results in predominantly incremental rather than radical innovation. These findings empirically support long-standing theoretical assumptions about the innovation behavior of Hidden Champions and demonstrate how patent indicators can identify firms with distinctive innovation profiles.
Together, the five studies offer substantial contributions to our understanding of innovation and how to measure it. They offer practical guidance for creating reproducible IPR datasets and summarize how trademark indicators can be used in innovation research. Additionally, they demonstrate how patent-based measures can be applied to study sustainability and knowledge orientation. The findings emphasize that the usefulness of IPR indicators depends on the context, as patents and trademarks capture different aspects of innovation that vary across industries and firm types. Furthermore, the dissertation shows that text-based similarity methods can enhance innovation analysis by revealing the knowledge bases and broader potential of inventions.
Die Studie vergleicht in einem dreistufigen Mixed-Methods-Design die Repräsentation von Behinderung im öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehen Deutschlands und Großbritanniens am Beispiel des KiKA (Kinderkanal von ARD und ZDF) und CBeebies (BBC-Kinderkanal). Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie wird Behinderung im öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehen in Deutschland und Großbritannien audiovisuell dargestellt und konstruiert?
Theoretisch fundiert in der Wissenssoziologie (Berger & Luckmann, 1969), der Figurentheorie (Eder, 2014) und der Stereotypenanalyse (Barnes, 1992), konzeptualisiert die Studie mediale Repräsentationen als Konstruktionsprozesse, die gesellschaftliche Kategorien von Normalität und Differenz hervorbringen.
Das Forschungsdesign verbindet erstens eine vergleichende quantitative Programm- und Sichtbarkeitsanalyse der Programmstruktur (144 Formate, 182 Stunden) und des Figurenensembles (186 Figuren mit Behinderung), zweitens eine partizipative Fokusgruppe mit fünf Expert*innen mit Behinderung zur rekonstruktiven Entwicklung von Bewertungsdimensionen und einer Typologie von Repräsentationspositionen sowie drittens eine multimodale Sequenzanalyse prototypischer Ausschnitte zur Rekonstruktion der audiovisuellen Herstellungsweisen dieser Repräsentationspositionen.
Die empirischen Befunde zeigen ausgeprägte strukturelle Asymmetrien zwischen den Sendern KiKA und CBeebies: CBeebies präsentiert rund 36-mal so viele Akteur*innen und Figuren mit Behinderung (181 vs. 5) und weist rund zwölfmal so viel entsprechende Sendezeit aus (16,34 vs. 1,32 Stunden). Während CBeebies Behinderung als strukturelles Programmmerkmal verankert, folgt KiKA einer Praxis selektiver Sichtbarkeit, die zudem im untersuchten Material bei drei der fünf Figuren mit stereotypen Figurenkonstruktionen einhergeht. Auf dieser Basis identifiziert die Arbeit in einer Typologie vier Repräsentationspositionen im narrativen Gefüge (Subjektposition, Ensembleposition, Reduktionsposition, Zeichenposition) und rekonstruiert, wie diese audiovisuell durch Verfahren der Schnittorganisation, Kameraführung und Interaktionsgestaltung hergestellt bzw. unterlaufen werden.
Die Ergebnisse werden an den normativen Bezugsrahmen der UN-Behindertenrechtskonvention rückgebunden, die beide Länder im Jahr 2009 ratifiziert haben, und führen zu der Erkenntnis: Inklusive Repräsentation ist eine strukturelle, nicht eine individuelle Aufgabe – sie muss in institutionellen Routinen und Entscheidungsprozessen verankert werden.
Die Arbeit entwickelt ein integriertes Analysemodell, das Sichtbarkeitsmuster, partizipative Bewertungen und mediale Herstellungsweisen systematisch aufeinander bezieht, und leitet daraus Implikationen für die Medienpraxis sowie für die Forschung in der Medienwissenschaft und den Disability Studies ab.
Dieser dritte Zwischenbericht beschäftigt sich mit sexualisierter Gewalt im Bistum Trier in den beiden ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts. Er führt die beiden ersten Zwischenberichte fort, die sich mit den Amtszeiten der Bischöfe Bernhard Stein (1967-1980) und Hermann Josef Spital (1981-2001) auseinandersetzen.
Erneut erfasst der Bericht das Ausmaß des Hellfeldes von Missbrauchstaten an Kindern und Jugendlichen, analysiert den Umgang der Verantwortlichen im Bistum mit Betroffenen und Beschuldigten und die Verantwortung der beiden Ortsbischöfe Marx und Ackermann.
This dissertation examines the uneven production of spaces for tar sands extraction, production, transportation, and consumption in Canada. Combining research on energy geographies, fossil capitalism and settler colonialism, this work conceptualizes these spaces as the physical sites and multi-scalar decision-making arenas in and through which tar sands development is realized, governed and disputed. In recent decades, tar sands expansion has led to conflicts between the Canadian state, the fossil fuel industry and Indigenous communities over the unequal distribution of its benefits, costs and risks. Despite a large body of literature on these conflicts, little theorization of their spatial dimensions has taken place. Using the concept of energyscapes here elucidates how multiple actors articulate and mobilize competing discursive-material practices (e.g., discourses, knowledge claims, future visions) to (re)shape tar sands spaces. A qualitative methodology was employed, encompassing critical discourse analysis, participant observation, and informal interviews, to examine these conflicting discursive-material practices. In particular, this dissertation argues that the appropriation of Indigenous peoples’ lands and their discursive representation as empty, unproductive sites are key forces driving the spatial expansion of tar sands operations, particularly of fossil fuel infrastructures. Simultaneously, this research states that Indigenous-led movements play a fundamental role in challenging the spatial arrangements of power that sustain tar sands development. A focus on the dispute between the Canadian state and an Indigenous-led movement over the Trans Mountain pipeline expansion project (TMX) in Alberta and British Columbia (BC) exemplifies how these actors transform the physical spaces and decision-making areas through which the TMX is governed. An analysis of this case has broader implications for understanding the possibilities and limitations of dismantling the power structures underpinning tar sands spaces and building alternative energy futures.
Die Texte stehen in Zusammenhang mit den römischen Bauten, mit berühmten Persönlichkeiten, mit den Bewohnern der Gegend und mit der Geschichte der Stadt selbst. Es sind verschiedene Textgattungen vertreten. Das Weiterleben der lateinischen Sprache über die Antike hinaus ins Mittelalter bis in die Neuzeit wird deutlich.
International sanctions have become an increasingly prominent instrument of foreign policy, yet their political, institutional, and societal consequences remain complex and often extend beyond their stated objectives. This dissertation contributes to the literature on international sanctions by examining their effects across five distinct but interconnected dimensions. The five studies investigate how sanctions affect emigration, coups d’état, interactions between political leaders, public-sector corruption, and governments’ compliance with their national constitutions.
The dissertation yields several key findings. First, Western multilateral and United Nations sanctions increase emigration from targeted countries, particularly where freedom of expression is restricted, suggesting that exit can serve as an alternative response when opportunities for political voice are limited. Second, Western sanctions increase the probability of coups d’état, especially successful coups in non-democratic regimes and during the post-Cold War period. Third, greater similarity between political leaders substantially reduces the likelihood of sanction imposition, particularly for unilateral sanctions, demonstrating that interpersonal characteristics shape the use of economic coercion. Fourth, Western and UN sanctions are associated with temporary reductions in public-sector corruption in democratic target countries, with particularly pronounced effects when sanctions pursue democratization or human rights objectives. Finally, sanctions have opposing effects on constitutional compliance across political regimes. While sanctioned democracies tend to improve their adherence to constitutional rules, sanctioned autocracies become less compliant.
Taken together, the findings demonstrate that the consequences of international sanctions depend critically on the political and institutional characteristics of targeted states, the actors imposing sanctions, and the design and objectives of sanction regimes. Sanctions can induce behavioral and institutional change, but they can also generate unintended consequences, including emigration and political destabilization. By integrating insights from international economics, political economy, and international relations, this dissertation advances a more differentiated understanding of sanctions as a foreign-policy instrument and highlights the importance of accounting for heterogeneous responses when assessing their effectiveness and broader consequences.
Diese Arbeit untersucht, ob und unter welchen Bedingungen diachroner semantischer Wandel als Signal in den kontextualisierten Tokenrepräsentationen
vortrainierter Sprachmodelle nachweisbar ist. Ausgangspunkt ist die theoretische Konvergenz der Distributionalhypothese mit der Architektur moderner
Transformer-Modelle: da kontextualisierte Embeddings distributional definierte
Bedeutung operationalisieren, könnten sie latent kodieren, was die Bedeutungsgeschichte eines Wortes hinterlässt. Drei Beiträge werden geleistet: Erstens
wird der AmDi-Datensatz vorgestellt, ein sense-annotiertes, multi-temporales
Korpus polysemer deutschen Nomen mit 22.230 annotierten Instanzen, verankert im GermaNet-Inventar. Zweitens werden zwei Trainingsstrategien zur
Verstärkung des temporalen Signals evaluiert: Multitask-Instruction-Tuning
scheitert daran, diachrones Signal uuverlässig von überlagernden Signalen zu
trennen; kontrastives Lernen mit temporal gewichteter Verlustfunktion gelingt
dies auf Lemmaebene und erzielt messbar höhere Signal-Rausch-Verhältnisse.
Drittens wird ein Messrahmen entwickelt, der semantischen Drift nicht als
skalare Distanz zwischen mittleren Embeddings erfasst, sondern als Verteilung
dimensionaler Veränderungen im Einbettungsraum. Diese Verteilungsmetriken
korrelieren zuverlässiger mit goldstandard-basierten Bedeutungswandelurteilen
als Kosinus-basierte Baseline-Maße. Die Arbeit diskutiert zudem die epistemologischen Grenzen des Ansatzes: Muster in Modellrepräsentationen erlauben
keine direkten Rückschlüsse auf natürlichen Sprachwandel; der Erkenntnisgewinn liegt vielmehr darin, zu verstehen, welche sprachlichen Signale Modelle
enkodieren und wie diese nutzbar gemacht werden können.