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In Vielfalt geeint? Europäische Identitätskonstruktionen im bundesdeutschen Diskurs seit 1990
(2025)
Die Arbeit untersucht den bundesdeutschen Diskurs zur europäischen Integration seit 1990 aus diskurslinguistischer Perspektive und versteht ihn als Aushandlungsraum europäischer Identitätskonstruktionen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass institutionelle Vertiefung und geografische Erweiterung der EU nicht allein als verrechtlichte Integrationsschritte zu begreifen sind, sondern stets auch identitätspolitische Dimensionen tragen. Ziel der Studie ist es, die sprachliche Konstituierung der EU als identitätspolitisches Referenzsystem sichtbar zu machen und damit eine diskurslinguistische Ergänzung zur interdisziplinären Integrationsforschung zu leisten. Auf Grundlage eines diachronen Korpus, das zentrale integrationspolitische Etappen und Krisenphasen umfasst, wird ein Mixed-Methods-Ansatz entwickelt, der korpusgeleitete Verfahren mit der hermeneutischen Annotation diskurslinguistischer Kategorien verbindet. Analysiert werden nicht nur lexikalisch-semantische Repräsentationen Europas, sondern vor allem diskursive Grundfiguren wie Einheit, Vielfalt, Eigenes und Fremdes sowie deren Verbindung zu politischen Sinnzuschreibungen. Die Ergebnisse zeigen, in welchem Maße sich im deutschen Diskurs ein stabiler identitätspolitischer Bezugspunkt zur EU herausgebildet hat, wie sich normative Leitbilder und funktionale Rationalitäten überlagern und wie europäische Integration sprachlich zwischen symbolischer Aufladung und strategischer Instrumentalisierung verhandelt wird.
Modellierung von o-PO4- Einträgen in saarländische Oberflächenwasserkörper im Trockenwetterfall
(2025)
Die Verfügbarkeit von ortho-Phosphat (o-PO₄) trägt wesentlich zur Eutrophierung von Fließgewässern bei und gefährdet damit das Erreichen des „guten ökologischen Zustands“ gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Da die kommunalen Kläranlagen zentrale Eintragsquellen darstellen, gewinnt die Reduktion von o-PO₄ an dieser Stelle an Bedeutung. Neben der chemischen Phosphorelimination bietet insbesondere die vierte Reinigungsstufe, primär zur Entfernung von Mikroschadstoffen konzipiert, einen Synergieeffekt mit potenziellen Phosphorentfernungsraten von bis zu 85 %.
Zur Bewertung des Einflusses einer solchen Reinigungsstufe wurde ein Modell für ausgewählte saarländische Oberflächenwasserkörper (OWK) entwickelt, das den Trockenwetterfall als eutrophierungsrelevantes Szenario abbildet. Ein zentraler Bestandteil ist ein neu erarbeiteter Retentionsansatz, der biochemische und physikalische Prozesse wie Adsorption, Sedimentation und biologische Assimilation berücksichtigt. Auf Basis der Differenz zwischen emissionsseitig bilanziertem und gemessenem o-PO₄-Gehalt wurden für jeden OWK Verminderungsraten je Fließmeter abgeleitet und schließlich eine Gleichung zur Abschätzung der Retention in Abhängigkeit der Einzugsgebietsgröße formuliert. Die Validierung zeigt hinreichende Modellgenauigkeit, wenngleich negative Frachtdifferenzen in einigen Gewässern auf zusätzliche, nicht eindeutig quantifizierbare Einträge – etwa aus Landwirtschaft oder Kanalverlusten – hindeuten.
Die Szenarienanalyse belegt, dass eine vierte Reinigungsstufe grundsätzlich zur Reduktion von o-PO₄ an den Messstellen beiträgt. Eine Unterschreitung des geltenden Orientierungswertes wird jedoch nur erreicht, wenn sämtliche Kläranlagen eines OWK nachgerüstet werden – und auch dann nur in einigen Fällen. Damit stellt die vierte Reinigungsstufe allein keine ausreichende Alternative zu den Maßnahmen des 3. Bewirtschaftungsplans des Saarlandes dar, kann jedoch als ergänzende Strategie zur Verringerung der Phosphoreinträge dienen.
Einige Forschungsergebnisse zeigen, dass emotionale Empfindungen kognitive Bereiche beeinflussen oder mit diesen im Zusammenhang stehen. Aufbauend auf den Ergebnissen wurden zwei Studien konzipiert. In Studie 1 wurde der Zusammenhang zwischen den Valenzen der dispositionalen emotionalen Empfindungen und der globalen Selbstbewertung des Gedächtnisses (Metagedächtnis) bei Lehramtsstudierenden (N = 218) untersucht. Die dispositionalen Empfindungen wurden mittels des deutschen Positive and Negativ Affect Schedule (PANAS) (Krohne, Egloff, Kohlmann & Tausch, 1996) und die globale Selbstbewertung des Gedächtnisses mit dem deutschen Squire Subjective Memory Questionnaire (SSMQ) (Wolf, 2017) erfasst. Angenommen wurde, dass die positive Valenz im Gegensatz zu der negativen Valenz im positiven Zusammenhang mit der höheren Gedächtniseinschätzung stehen. Die Ergebnisse bestätigen die Hypothesen. In Studie 2 wurde die aktuelle Valenz mittels des Open Affective Standardized Image Set (OASIS) (Kurdi, Lozano & Banaji, 2017) induziert, um Veränderungen des Metagedächtnisses und der tatsächlichen Gedächtnisleistung bei Lehramtsstudierenden (N = 44) zu untersuchen. Angenommen wurde, dass die positive Valenz positiv, die negative Valenz negativ und die neutrale Valenz nicht auf das Metagedächtnis und die Gedächtnisleistung wirkt. Weitere Zusammenhänge zwischen dem Metagedächtnis und der Gedächtnisleistung sowie der induzierten Valenz und der Gedächtnisleistung wurden angenommen. Die Messinstrumente aus Studie 1 blieben dieselben. Die Gedächtnisleistung wurde mittels eines sinnarmen Silbentests nach Ebbinghaus (1885) operationalisiert. Die Ergebnisse bestätigen die Hypothesen nicht. Die Emotionsinduktion hatte keinen Erfolg. Die Ergebnisse können damit nicht auf eine veränderte Valenz bezogen werden. Wie in Studie 1 zeigte sich ein Zusammenhang zwischen den dispositionalen Empfindungen und dem Metagedächtnis. Weitere explorative Ergebnisse, vor allem im Bezug auf das Geschlecht, wurden dargestellt. Die Ergebnisse sind bedeutsam für die Professionalisierung von Lehramtsstudierenden.
Diese Studie untersucht die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt und die Wohnungspolitik in Rheinland-Pfalz. Sie zeigt, dass in den Städten hohe Mieten und Immobilienpreise, geringe Wohnflächen und eine starke Mietbelastung insbesondere einkommensschwacher Haushalte dominieren. Etwas anders gelagert stellt sich die Lange in den ländlichen Regionen dar: Zwar spielt Eigentum hier eine größere Rolle und der Wohnungsmarkt ist insgesamt entspannter, jedoch schränkt der kleine Mietwohnungsmarkt die Möglichkeiten für Haushalte mit geringem Einkommen erheblich ein. Zudem breiten sich Preissteigerungen zunehmend aus den Städten in umliegende ländliche Räume aus, insbesondere im Umland von Mainz, entlang des Rheins und im Umfeld von Luxemburg.
Die in Rheinland-Pfalz angewandten wohnungspolitischen Instrumente – von Mietspiegel und Mietpreisbremse bis zur sozialen Wohnraumförderung – haben nur einen dämpfenden Effekt auf die Wohnungsmarktentwicklung, beheben aber nicht die strukturellen Ursachen der Wohnungsfrage. Insbesondere der Rückgriff auf private Investor:innen und zeitlich befristete Sozialbindungen erweisen sich als grundlegende Konstruktionsfehler. Für eine zukunftsfähige soziale Wohnungspolitik müssen Strukturen gefördert werden, die jenseits des Marktmechanismus agieren. Nur so kann eine verlässliche soziale Wohnraumversorgung umgesetzt werden.
In den letzten Jahren hat die Nutzung von Drohnen deutlich zugenommen. Dies liegt unter anderem an der Leistungssteigerung, der guten Verfügbarkeit und an dem einfachen Einsatz von Drohnen. Damit sind auch Anwendungen in der Forschung möglich geworden, die zuvor unmöglich oder mit hohen Kosten verbunden waren. Als Sensor zur Datenaufzeichnung findet im Bereich der Forschung häufig eine Kamera Verwendung. Zusammen mit einer Drohne können Bereiche einfach und kostengünstig überflogen und dabei erkundet, beobachtet oder überwacht werden. Neben der Kamera als Sensor werden auch häufig Multispektralkameras und Lidar eingesetzt. Dagegen findet Radar im Bereich von kleinen Drohnen kaum Anwendung. Ziel dieser Forschungsarbeit war es zu untersuchen, ob neuste Radartechnik einen Mehrwert in der Fernerkundung mit kleinen Drohnen bieten kann.
Hierfür wurden moderne Radarsensoren aus dem Automobilbereich ausgewählt. Als Drohnen wurden sowohl Quadrocopter als auch eine Starrflügler-Drohne eingesetzt. Für die Analyse, Berechnung und Auswertung der Daten wurde MATLAB verwendet. Der erste Ansatz beruhte auf einer Starrflügler-Drohne, die sich durch ihren freien Zugriff auf die Steuerung auszeichnet. Dadurch können auch spezielle Anforderungen an die Flugregelung berücksichtigt werden. Allerdings können mit einer Starrflügler-Drohne keine langsamen oder sogar statische Luftaufnahmen erstellt werden, um Erfahrung mit den Radardaten zu erlangen. Aus diesem Grund wurde anschließend ein Radar-Messsystem entworfen, das unabhängig von der Drohne eingesetzt werden kann. Zusammen mit einem Quadrocopter konnten so statische Radarmessungen durchgeführt werden, um die Verwendbarkeit der Radardaten in der Fernerkundung zu bestätigen. Das Messsystem konnte so aber nur für 2-dimensionale Anwendungen eingesetzt werden. In der weiteren Forschungsarbeit wurde untersucht, ob es möglich ist, mit einem Radarsensor der nur in 2-dimensionen misst eine 3-dimensionale Aufzeichnungen zu erstellen. Als Versuchsobjekt wurde eine Hütte gewählt, die Anhand der Radardaten dargestellt werden sollte. Dafür wurde ein Prozess zur Datenverarbeitung mit elf Schritten entworfen, womit die Hütte auf 0,6 Meter genau rekonstruiert werden konnte. Im letzten Teil der Forschungsarbeit wurde untersucht, ob sich die Genauigkeit des Messsystems erhöhen lässt, um noch mehr Anwendungsfälle bedienen zu können. Dafür wurde ein neuer Radarsensor eingesetzt, der eine höhere Genauigkeit besitzt. Die Forschungsarbeit konzentrierte sich darauf, die Abhängigkeit der Radardaten zum ungenauen Lagesensor aufzulösen. Dabei wurde die Fluglage über die Radardaten selbst berechnet, womit die Fluglage genauer bestimmt werden kann als allein über den Lagesensor. Erst damit kann die höhere Genauigkeit des neuen Radarsensors auch tatsächlich ausgenutzt werden.
Mit den Ergebnissen der Forschungsarbeit sowie den vorgestellten Radarsensoren, stehen der Fernerkundung mit kleinen Drohnen, neben den klassischen Sensoren, zukünftig auch Radarsensoren zur Verfügung. Mit dem Messsystem und den Erkenntnissen aus der Forschungsarbeit werden bereits erste spezifische Anwendungen in Forschungsprojekten untersucht. Darüber hinaus konnten auch Anwendungsfälle außerhalb der Fernerkundung identifiziert werden. Die Weiterentwicklung im Bereich des autonomen Fahrens wird für Leistungssteigerungen bei Radarsensoren sorgen. Damit stehen auch der Fernerkundung zukünftig noch bessere Radarsensoren zur Verfügung.
Zirkularität und zirkulare Geschäftsmodelle in der Holzindustrie: eine empirische Untersuchung
(2025)
Der ökologische Zustand der Erde befindet sich infolge von Umweltverschmutzung, Abfallaufkommen und CO₂-bedingtem Klimawandel in einem kritischen Zustand. Mit rund 40 % trägt der Bau- und Gebäudesektor erheblich zu den globalen Treibhausgasemissionen bei. Holz gilt als klimafreundliche Alternative zu Beton und Stahl, bedarf jedoch ebenfalls einer nachhaltigen Nutzung. Die Kreislaufwirtschaft bietet mit der Wiederverwendung ein zukunftsweisendes Konzept: So sind etwa 45% des beim Rückbau von Gebäuden anfallenden Holzes potenziell als Rohstoff nutzbar. Dadurch werden alternative Rohstoffquellen erschlossen und das Abfallaufkommen reduziert.
Trotz dieses Potenzials liegt der Zirkularitätsgrad der Weltwirtschaft derzeit nur bei 7,2 %. Vor diesem Hintergrund untersucht die Dissertation, welche Wettbewerbsstrategien und welche organisationalen Fähigkeiten die Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle fördern. Der Fokus liegt auf der Holzindustrie der DACH-Region, die historisch durch forstwirtschaftliche Nachhaltigkeit geprägt ist, jedoch bislang überwiegend linearen Strukturen folgt.
Die Arbeit kombiniert theoretische Fundierung, eine vierjährige Literaturrecherche, Experteninterviews sowie im Zentrum eine quantitative Unternehmensbefragung (n = 200). Daraus wurde eine aktivitätsorientierte Skala zur Bewertung der Zirkularität eines Geschäftsmodells entwickelt. Analysiert wurden drei Perspektiven: Fähigkeiten, Strategien und Stakeholder.
Im Kontext der Fähigkeitsperspektive wurde ermittelt, dass die dynamischen Fähigkeiten positive Implikationen auf die Umsetzung von Zirkularität haben. Im Forschungsfeld der Strategieperspektive wurde deutlich, dass die Innovationsführerschaft positive Effekte auf die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft besitzt. Zudem weisen sowohl die Innovationsführerschaft als auch die Qualitätsführerschaft einen positiven indirekten Effekt über die dynamischen Fähigkeiten auf die Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle auf. Im Rahmen der Stakeholderperspektive wurde eruiert, dass der Stakeholder-Druck im Zusammenwirken mit einem grünen Unternehmensimage eine Katalysator-Wirkung besitzt. Der Einfluss der Interessengruppen führt dazu, dass die Unternehmen ein grünes Image in eine substanzielle Umsetzungsphase überführen. Darüber hinaus wurde ersichtlich, dass der Stakeholder-Druck als zentraler Veränderungsfaktor wirkt. Während die direkten Auswirkungen der dynamischen Fähigkeiten durch den Druck zurückgehen, nehmen die indirekten Effekte auf die Erreichung von Zirkularität zu. Abschließend werden Handlungsempfehlungen für Unternehmen sowie wissenschaftliche Implikationen und zukünftige Forschungsmöglichkeiten abgeleitet.
Immer wieder tauchen Fragen nach dem Stüve-Diagramm und seiner Benutzung auf. Es gibt zwar neben der Vorlesung “Einführung in die Meteorologie” auch erklärende Darstellungen in den empfohlenen Lehrbüchern und im Internet. Diese scheinen aber offenbar nicht zufriedenstellend zu sein. Deshalb habe ich nachfolgend versucht, die Antworten auf die häufigsten Fragen in Form einer Anleitung zusammen zu fassen. Ich danke em. Prof. Dr. Alfred Helbig, der im Rahmen seiner früheren Tätigkeit im operationellen Dienst umfangreiche praktische Erfahrung mit Radiosonden-Aufstiegen erworben hat, sowie Dr. Micha Gryschka (Institut für Meteorologie und Klimatologie, Leibniz Universität Hannover) für die hilfreichen Kommentare zum Manuskript.
Knapp 90 Jahre nach Erscheinen des Buchs von Paul Graindor zu den „Bustes et Statues-Portraits d'Egypte Romaine“ widmet sich mit der vorliegenden Dissertation erstmals wieder eine monographische Studie der marmornen Bildnisplastik der römischen Provinz Aegyptus von ihrer Gründung im Jahr 30 v. Chr. bis zum Ende des 3. Jhs. n. Chr. Basierend auf einer umfassenden Zusammenstellung bekannter, aber auch bislang unpublizierter Portraits sowie einer Neudokumentation zahlreicher Objekte gelingt erstmalig eine belastbare chronologische und typologische Auswertung dieser Bildnisse. Zwar bilden dabei die Darstellungen aus weißem Marmor die zentrale und auch quantitativ bei weitem größte Materialgruppe, doch es finden auch Bildnisse aus anderen Werkstoffen wie Bronze, Kalkstein, Gips oder Alabaster Berücksichtigung. Da die Provinz aufgrund geringer eigener Marmorvorkommen fast ausschließlich auf Importe angewiesen war, sind die Marmorbildnisse ein exzellentes Forschungsobjekt, um nicht nur den Handel von Marmor nach Ägypten und seine Distribution und Weiterverarbeitung in der Provinz zu untersuchen, sondern auch damit verbundene handwerkliche Besonderheiten, wie die häufig zu beobachtenden Ergänzungen mit Stuck- oder Steinelementen. Darüber hinaus werden auch Überlegungen zur Semantik des Materials sowie der Herkunft und dem Selbstverständnis der dargestellten Personen angestellt.
Mit Fokus auf historischen Liedern aus Deutschland, Frankreich, England, Irland, den USA, Österreich, den Niederlanden, Slowenien, Polen, Italien, Neuseeland und der Schweiz zeichnet dieses Buch ein breites und lebendiges Panorama der Frühen Neuzeit.
Die Sammlung spannt den Bogen von klassischen Lerninhalten bis hin zu aktuellen Forschungsperspektiven: Reformation, Amerikanische und Französische Revolution, Höfische Kultur, Kriminalität, Seefahrt, militärische und diplomatische Konflikte sind ebenso Thema wie die Geschlechterordnung, globale Migration oder historische Identitäts- und Fremdheitsvorstellungen. Eine systematische Verschlagwortung erleichtert den Zugriff und erlaubt vielfältige Kombinationen für die akademische und schulische Lehre.
Jedes der 101 Lieder wird mit Informationen zum historischen Kontext, zur Überlieferung und zu online verfügbaren Vertonungen präsentiert. Hinzu kommen Aufgabenstellungen und Anregungen für die Diskussion im Kurs oder Seminar. Auch das lange und mitunter ambivalente Nachleben neuzeitlicher Lieder im 19. und 20. Jahrhundert wird beleuchtet.
Darüber hinaus bietet der Band methodische Hinweise und Anregungen zur eigenständigen Recherche und Analyse historischer Lieder, beispielsweise in Seminar- und Abschlussarbeiten.
Die Abteilung Kunstschutz der deutschen Wehrmacht im besetzten Griechenland (1941-1944) bestand aus wehrpflichtigen deutschen Archäologen. Sie waren zunächst Stipendiaten oder Mitarbeiter des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches (AIDR) unter den Bedingungen des Nationalsozialismus, bevor sie im Zweiten Weltkrieg in der Uniform der Wehrmacht zurückkehrten. Ihre Biografien im Kontext der Abteilung Athen, deren Direktor Georg Karo bis 1936 war, sowie der Zentrale der Instituts, unter dem von 1932 bis 1936 amtierenden Präsidenten Theodor Wiegand, sind ein Untersuchungsgegenstand. Die außenpolitische Legitimation des NS-Regimes durch die Olympischen Spiele und der wichtigste wissenschaftspolitische Erfolg des Institutes, die Wiederaufnahme der Olympiagrabung, die Wiegand und Karo seit 1933 anstrebten und durch ihre politischen Netzwerke 1936 erreichten, werden in der Dissertation in ihrer wechselseitigen Bedingtheit aufgezeigt. Diese Anpassungsleistungen an das NS-Regime prägten den eigenen archäologischen Nachwuchs aber auch die griechische Gesellschaft.
Schutzmaßnahmen waren nur ein kleiner Tätigkeitsbereich der Kunstschützer aber ein wichtiger Teil der Wehrmachtspropaganda. Der Institutspräsident Martin Schede (1937 bis 1945) forderte Mitarbeitern vor allem für zwei AIDR-Projekte an: die Erstellung von Flugbildern von möglichst ganz Griechenland und Ausgrabungen auf Kreta. Bereits diese Zwischenergebnisse berechtigen zu dem Titel „Kunstschutz als Alibi“.
Die Dissertation versucht, die Frage zu beantworten, warum der archäologische Kunstschutz nicht mehr als ein Alibi sein konnte. Dies geschieht vor allem unter Berücksichtigung der politischen aber auch der militärischen Traditionslinien deutscher Archäologie in Griechenland und Deutschland.